Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Vor Treffen mit Betriebsrat Deutschen Airbus-Werken droht hundertfacher Jobverlust

Bei Airbus werden wohl überraschend tausende Stellen wegfallen oder verlegt. 2017 hatte der Konzern seinen Gewinn verdreifacht.
Update: 03.03.2018 - 19:47 Uhr 1 Kommentar
Von den möglichen Jobstreichungen sind unter anderem wohl die Werke in Bremen, Augsburg, Sevilla und Filton betroffen. Quelle: Reuters
Airbus

Von den möglichen Jobstreichungen sind unter anderem wohl die Werke in Bremen, Augsburg, Sevilla und Filton betroffen.

(Foto: Reuters)

ParisAirbus hat nach Informationen des französischen Wirtschaftsmagazins „Challenge“ vor, 3600 Stellen zu verlagern oder zu streichen. Betroffen seien vor allem die Standorte Augsburg und Bremen sowie Sevilla in Spanien und Filton in Großbritannien.

Die Einschnitte seien eine Folge der verringerten Nachfrage nach dem Riesen-Jumbo A380 und der verzögerten Auslieferungen beim Militärtransporter A400M. Das Unternehmen selber wollte zu dem Bericht nicht Stellung nehmen, bestätigte aber, dass Gespräche mit dem europäischen Betriebsrat in der kommenden Woche geführt würden.

Sollte es tatsächlich zu den genannten Stellenkürzungen kommen, wäre das ausgesprochen überraschend. Mitte Februar bei der Bilanzpressekonferenz hatte der deutsch-französisch-spanische Flugzeugbauer die Verdreifachung seines Gewinns bekanntgegeben. Airbus-Chef Tom Enders nannte als Ziel für das laufende Jahr, die Auslieferung neuer Flugzeuge von gut 700 im vergangenen Jahr auf 800 zu steigern. Davon sollen rund 600 auf die erfolgreichste Familie A320 entfallen.

Da die Produktionsraten für die A380 bereits in der Vergangenheit stark verringert wurden und die A400M-Stückzahlen quantitativ kaum ins Gewicht fallen, lassen sich Stellenkürzungen in dem genannten Ausmaß mit den beiden Programmen alleine nicht erklären. Zumal Airbus es in der Vergangenheit stets verstanden hat, verringerte Lieferungen bei einem Typ dadurch auszugleichen, dass die betroffenen Mitarbeiter auf andere Programme umgesetzt werden.

Der Hochlauf der Produktion der A320 ist in vollem Gange. Dafür braucht es zusätzliche Kapazitäten. Mitte des kommenden Jahres sollen 60 A320 pro Monat die Montagehallen verlassen. Die Rate für das Großraumflugzeug A350 soll auf zehn Maschinen pro Monat steigen. Enders sprach im Februar davon, dass sogar Überlegungen angestellt würden, die Produktionskapazitäten soweit auszubauen, dass 70 A320 pro Monat hergestellt werden könnten.

Der Konzern erzielte 2017 einen Umsatz von 67 Milliarden Euro. Airbus steht also keineswegs unter einem allgemeinen Zwang, seine Belegschaft abbauen zu müssen. Akute Schwierigkeiten können allenfalls daher rühren, dass es erneut Verzögerungen bei der Lieferung von Motoren für die A320neo gibt. Die Motorenlieferanten Pratt and Whitney und das Joint-Venture zwischen Safran und General Electric kommen ihren Verpflichtungen nicht nach.

Vergangene Woche räumte Safran-Chef Philippe Petitcolin ein, dass man die Probleme mit Turbinenscheiben bei den spritsparenden Leap-Motoren noch nicht ausgestanden habe. Wenn alles gut gehe, werde der Rückstand erst Mitte des Jahres aufgearbeitet sein.

Möglicherweise will Airbus sich bereits jetzt darauf einstellen, das nicht so viele A320neo ausgeliefert werden können wie geplant. Schon heute stehen allein im Werk Toulouse rund 30 Maschinen herum, die bis auf die Motoren fertig gestellt sind.

Im Werk Augsburg fertigt Airbus unter anderem den Rumpf des Kampfflugzeuges Eurofighter. Dessen Produktion wurde bereits in den vergangenen Jahren stark eingeschränkt. Im Februar äußerte sich Enders aber erstmals wieder zuversichtlicher, dass man in den kommenden Monaten möglicherweise neue Exporterfolge verzeichnen könne. Ohnehin sind noch Lieferungen bis 2019 geplant.

Bremen ist von den A400M-Problemen betroffen, weil an diesem Standort Teile des Rumpfes gefertigt werden. Gleichzeitig ist Bremen spezialisiert auf die Herstellung von Flügeln für alle möglichen Programme des Konzerns, so dass hier ein Ausgleich möglich sein müsste.

In den kommenden Jahren werden die europäischen Standorte aber möglicherweise immer mehr darunter leiden, dass sich die weltweite Nachfrage nach China verlagert und Airbus darum bemüht ist, die Produktion an seinem dortigen Standort hochzufahren. In Zukunft wird also eine steigende Nachfrage nach Airbus-Flugzeugen nicht mehr bedeuten, dass auch die Arbeitsplätze in Europa gesichert sind.

„Jegliche verbundene Auswirkungen auf die Beschäftigten werden zunächst mit unseren Sozialpartnern besprochen werden“, sagte ein Airbus-Sprecher. „Und wir sind immer bemüht, die besten Lösungen für unsere Beschäftigten zu finden.“ Das Unternehmen habe gute Erfahrung damit, diese Themen zu handhaben. Einen genauen Termin für das Treffen mit dem europäischen Betriebsrat nannte der Sprecher nicht.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Vor Treffen mit Betriebsrat - Deutschen Airbus-Werken droht hundertfacher Jobverlust

1 Kommentar zu "Vor Treffen mit Betriebsrat: Deutschen Airbus-Werken droht hundertfacher Jobverlust"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wie von mir letzte Woche vorhergesagt ist es bereits eine Woche später Realität- Airbus möchte mal wieder wie schon so oft in der vergangenheit Personal vor allem in Deutschland abbauen was ja angesichts von 6000 Leiharbeitern und werkvertraglich beschäftigten allein Am Standort Hamburg sehr einfach möglich ist dank der neuen vorherrschenden prkären Beschäftigung in Form den unbefristeten Leiharbeit! Und es wird in Zukunft eher noch mehr Perosnla freigesetzt, denn Bremen und Augsburg sind ersteinmal die Vorliefernten der Endmontage.
    Niemand hat bisher davon gesprochen das es als vom europäischen Steuerzahler seit 30 Jahren gepäppeltem Unternehmen mit Sitz in Amsterdam! auch möglich sein sollte peronal in Frankreich in gleicher Grössenordnung abzubauen genu iwe in China 2 überflüssige Endmontagewerke vom europäischen Stuerzahler finanziert sind und es dort die Arbeit für Hamburg und Toulouse weggenommen wird.
    Für Enders der von einem Schmiergeldskandal zum nächsten eiert wird es langsam Zeit die Sachen zu packen angesichts der katstrophalen fehlentscheidungen vergangener Jahre vor allem auf Kosten deutscher Standorte um seinen Posten zu sichern- in Frankreich droht bei ähnlichen MAssnahmen mit Sicherheit der Generalstreik!
    Die deutschen Leiharbeiter sollten sich schon mal für einen Bildungsgutschein anstellen es sei denn die Flügelmontage kommt von England nach Deutschland- Platz im Osten wäre noch ohne Ende!
    Ach ja bei der VEB Volkswagen werden bis 2020 ebenfalls über 4000 Leiharbeiter freigesetzt- was sagt Sozialtante Nahles eigentlich zu so einem unsozialen Verhalten deutscher Grosskonzerne?

Serviceangebote