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Vorschau Schleudern und montägliches Blaumachen: Die Top-Firmenereignisse der Woche

Während beim Automobilzulieferer Continental das Geschäft ins Rutschen gerät, schürt die Politik neue Erwartungen für die Deutsche Post.
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Der Hannoveraner Automobilzulieferer legt am Dienstag Zahlen vor. Quelle: dpa
Baustelle Continental

Der Hannoveraner Automobilzulieferer legt am Dienstag Zahlen vor.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Quartalszahlen führender Börsenkonzerne werden in dieser Woche in der Hauptsache eines zeigen: Die Wirtschaftskrise in Deutschland ist längst noch nicht abgehakt.


Dienstag, 7 Uhr: Die Post hofft aufs Blaumachen am Montag

Schon Tage, bevor die Deutsche Post am Dienstag ihre Zahlen fürs dritte Quartal vorlegt, überschlagen sich Analysten mit ihren Kaufempfehlungen. In den zurückliegenden drei Monaten sei deutlich besser verdient worden als im ersten Halbjahr 2019, glauben sie. Vor allem durch den boomenden E-Commerce. Die Commerzbank und das Analysehaus Jefferies gehörten deshalb in der abgelaufenen Woche ebenso zu den Optimisten wie zuvor schon das Analysehaus RBC.

Der eigentliche Hoffnungswert aber liegt für viele Anleger wohl eher in der Zukunft. Der Vorschlag von CDU-Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, der Post die Montagszustellung zu erlassen, findet im Bundestag seit wenigen Tagen auch die offizielle Unterstützung der FDP. Setzt er sich durch, gäbe es für Post-Chef Frank Appel Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe bei den Personalkosten.

Einen Rabatt auf die Briefmarken wird es im Gegenzug kaum geben. Schließlich sind sie mit ihren Cent-Angaben ja schon gedruckt.


Dienstag, 8.30 Uhr: Continental im Schleuder-Modus

Die Zahlen, die der Hannoveraner Automobilzulieferer Continental am Dienstag vorlegt, dürften kaum noch jemanden schockieren. Der Grund: Bereits vor knapp drei Wochen kassierte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer die Hoffnung, im laufenden Geschäftsjahr schwarze Zahlen zu schreiben. Die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen wird sich laut Einschätzung des Dax-Konzerns zudem in den kommenden fünf Jahren „nicht wesentlich beleben“.

Der Reifen- und Zubehörhersteller, an dem die Unternehmerfamilie Schaeffler 46 Prozent hält, schreibt deshalb beim Gesamtwert seiner Zukäufe 2,5 Milliarden Euro ab. Außerdem legt er den Börsengang seiner Antriebssparte Vitesco, einst bekannt unter dem Namen Powertrain, auf Eis. Bis Ende 2023 will Continental – vor allem bedingt durch Werksschließungen – 15 000 Stellen weltweit streichen. Falls der Betriebsrat dies nicht zu verhindern weiß.

Erzielten Contis schwarze Winter-Pneus beim jüngsten ADAC-Test zumindest noch durchschnittliche Noten, dürfte die Performance des Herstellers wohl eher ein „Ungenügend“ erhalten. Wegen Schleudergefahr.


Dienstag, 7 Uhr: Osrams Lichter leuchten rot

Ab Dienstag werden die Aktionäre von Osram noch besser einschätzen können, ob ihre Aktien wirklich die 41 Euro wert sind, die ihnen der österreichische Wettbewerbskonzern AMS für die Übernahme bietet. An diesem Tag nämlich legt die Münchener Siemens-Abspaltung die Konzernzahlen für das vierte Quartal vor.

Das Festhalten an den Papieren wird sich dann womöglich noch schwerer begründen lassen. Schon jetzt prognostizieren Analysten für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Verlust pro Anteilsschein von 1,48 Euro.

Dass sich die Aktien trotzdem auf dem schwindelerregenden Kursniveau halten, liegt an dem seit Monaten tobenden Bietergefecht. Denn immer wieder durchkreuzten Finanzinvestoren die Austria-Offerte mit aggressiven Gegengeboten. Seinen nun zweiten Vorstoß hat AMS an die Bedingung geknüpft, mindestens 55 Prozent der Osram-Aktien übernehmen zu können. 20 Prozent hat das Unternehmen aus Graz eigenen Angaben zufolge schon eingesammelt.

Doch erst am 5. Dezember wird sich zeigen, ob AMS mit seiner neuen Offerte bei Osram den Schalter für das grüne Licht gefunden hat.


Donnerstag, 10 Uhr: Sinkender Stern für Daimler-Aktionäre?

Donnerstag London, Freitag New York: Um die Geldgeber von seiner neuen Strategie zu überzeugen, scheut Daimler-Chef Ola Källenius keine Strapazen. Erwartet wird diesmal ein großer Wurf: So will der Zetsche-Nachfolger den sogenannten „Capital Market Day“ nutzen, um Details seiner Strategie für die kommenden Jahre vorzustellen – und zwar für sämtliche Geschäftsbereiche.

Källenius wird dazu einige Sterne vom Himmel holen müssen. Denn zuletzt zeigten sich die Analysten über die Ertragsaussichten der Stuttgarter skeptisch. Die Schweizer Großbank UBS stufte das Papier von „Buy“ auf „Neutral“ herab, die französische Großbank Société Générale senkte ihr Rating von „Hold“ auf „Sell“.

Sorgen bereiten vor allem die hohen Kosten für die Neuausrichtung auf Elektroantriebe, denen der neue Daimler-Chef mit einem am Donnerstag erwarteten Sparpaket begegnen will. Bitter für die Kapitalgeber könnte es werden, wenn es auch die Dividenden umfasst.


Donnerstag, 7.30 Uhr: Grauschleier-Alarm bei Henkel

Weil er den Grauschleier nicht beseitigt bekam, naht am Donnerstag für Hans van Bylen die Abschiedsveranstaltung – anderthalb Jahre vor seinem vereinbarten Vertragsablauf. Zum letzten Mal präsentiert der Belgier die Quartalszahlen des Düsseldorfer Dax-Konzerns Henkel, bevor er das Steuer zum Jahreswechsel an den bisherigen Finanzvorstand Carsten Knobel übergibt. Der glücklose Vorstandschef des Klebstoff- und Haushaltschemie-Riesen gibt vorzeitig auf.

Berichten zufolge wirft ihm die Gründerfamilie Henkel, die mit einem Aktienanteil von 61,2 Prozent das Sagen hat, mangelnde Dynamik vor. Tatsächlich tut sich das Geschäft mit Henkels Haut- und Haarpflege zunehmend schwer gegen die mächtige Konkurrenz von L‘Oréal oder P&G, die Klebstoffsparte leidet unter der Absatzkrise der Automobilindustrie, die zu Henkels Hauptabnehmern zählt. Zweimal senkte van Bylen deshalb im laufenden Jahr die Prognose.

Ob mit dem Nachfolger Knobel nun ein Weißer Riese bereitsteht, bezweifeln Analysten. Auch er sei, kritisiert etwa Celine Pannuti von JP Morgan, für die fehlende Strahlkraft des Persil-Produzenten verantwortlich.

Mehr: Am Mittwoch wird in Berlin eine Bilanz über „Fünf Jahre Mindestlohnkommission“ gezogen, die alle zwei Jahre über die Anpassung der Lohnuntergrenze entscheidet. Der Druck, die Lohnuntergrenze rasch anzuheben, wächst.

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