Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Vorwerk-Staubsauger „Kobold“ Tod eines Handlungsreisenden

Seite 2 von 6:
Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur blasen kann
Vorwerk-Verkäufer Triosaputa mit Kundin in Jakarta, Indonesien: Viele Asiaten haben von einem Staubsauger noch nie etwas gehört.

Vorwerk-Verkäufer Triosaputa mit Kundin in Jakarta, Indonesien: Viele Asiaten haben von einem Staubsauger noch nie etwas gehört.

Yakub und Mlody arbeiten für die Wuppertaler Hausgerätefirma Vorwerk, die mit ihrem Haustürvertrieb zu einem Symbol der Wirtschaftswunderzeit wurde. Besonders ein langjähriger Vorwerk-Bestseller in Russischgrün mit orangefarbenem Knopf durfte in kaum einer Familie der Nachkriegszeit fehlen: der Staubsauger „Kobold“. Millionen Hausfrauen schworen darauf, dass der aus heutiger Sicht etwas angestaubt anmutende Elektro-Feger ihre Teppichböden und Polstermöbel bis in die letzte Faser säubert.

Sogar Loriot setzte dem Kobold ein gereimtes Andenken: „Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur blasen kann.“ Doch in jüngster Zeit und nach fast 100 Millionen verkauften Vorwerk-Staubsaugern weltweit gerät der Kobold in Deutschland in Bedrängnis: Billigkonkurrenz aus China, das schlechte Image von Verkäufen an der Haustür, der hohe Preis, Konkurrenzgeräte im sportwagenähnlichen Design, all dies macht es ihm schwer.

Allein 2009 sank der Umsatz, den Vorwerk mit dem Kobold hierzulande noch macht, um sechs Prozent auf 200 Millionen Euro. 2005 hatte er noch bei 300 Millionen Euro gelegen. Da konnte auch ein moderner Vorwerk-Staubsauger mit dem Namen Tiger nicht helfen.

Nun hoffen die Vorwerk-Manager aufWachstum in Asien, auf Leute wie Yakub, der Vertriebschef der indonesischen Unternehmens-Tochter Luxindo Raya ist und früher selbst jahrelang mit dem Rollkoffer von Tür zu Tür zog. In Asien wollen die Vorwerk-Manager wettmachen, was sie in Deutschland verlieren. So kommt es, dass Yakub in Jakarta schwer atmend nach Stromleitungen sucht, an die ohnehin nur zwei Drittel der Haushalte angeschlossen sind – oder nach Lüftern für Klimaanlagen.

Wer sich gekühlte Raumluft leisten kann, sagt Yakub, hat auch Geld für einen Staubsauger. Probleme, in eine Wohnung zu kommen, haben sie in Jakarta seltener als Mlody in Deutschland. „Wir klingeln einfach so lange, bis der Kunde aufgibt“, sagt Yakub und grinst. „Dafür sind meine Verkäufer berühmt: Wenn man sie rauswirft, kommen sie immer wieder.“

Ein Staubschauspiel mit einem fettwanstigen Bösewicht
Seite 123456Alles auf einer Seite anzeigen

5 Kommentare zu "Vorwerk-Staubsauger „Kobold“: Tod eines Handlungsreisenden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Tja, klinkenputzer die 1000 euro umsatz machen wollen sind wohl nicht stand der wirtschaft.
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ja, so ist es.

    Wettbewerbsfähig sind die helferlein von vorwek nicht,
    vertreter die rund 1000 euro umsatz pro besuch erzielen wollen, reitzen bestimmt nicht mehr.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Irgendwie nervt diese verdeckte Werbung für die Firma Vorwerk.
    Von einem seriösen Nachrichtenmagazin hätte ich mehr Substanz erwartet.

  • Hier gibt es gerade eine passende Test-Aktion: http://www.koboldstaubsauger.de

  • Es ist ein Jammer zuzusehen, wie ein gutes Produkt stirbt, weil das Management nicht in der Lage ist, sich von einem für Deutschland überholten Vertriebssystem zu verabschieden.

Serviceangebote