Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

VW-Abgasskandal Neue Dokumente belasten Winterkorn

Seite 2 von 2:
Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss
Der Abgasskandal hatte den Autobauer in eine schwere Krise gestürzt. Quelle: AFP
Proteste nach dem Skandal

Der Abgasskandal hatte den Autobauer in eine schwere Krise gestürzt.

(Foto: AFP)

VW hatte bereits Anfang 2016 in der Stellungnahme an das Landgericht Braunschweig erklärt, Winterkorn sowie VW-Markenchef Herbert Diess hätten an dem Treffen am 27. Juli 2015 teilgenommen. Wörtlich hieß es in einer Klageerwiderung von VW: „Weder der konkrete Inhalt dieser informellen Besprechung noch die konkreten Zeitpunkte, zu denen die betreffenden Vorstandsmitglieder teilnahmen, lassen sich im Detail rekonstruieren.“ Es sei möglich, aber nicht sicher, dass damals eine Softwareänderung als Grund für die erhöhten Abgaswerte genannt wurde.

Ein VW-Sprecher erklärte dazu am Wochenende: „Die Darstellung in der im März 2016 eingereichten Klageerwiderung vor dem Landgericht Braunschweig beruhte auf dem damaligen Erkenntnisstand durch die unabhängige Untersuchung der Anwaltskanzlei Jones Day.“ Dies sei auch dem US-Justizministerium entsprechend offengelegt worden. „Daran hat sich nach jetziger Kenntnis bis heute auch nichts Wesentliches geändert.“

NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ hatten am Samstag berichtet, neue Indizien legten nahe, dass Winterkorn früher über die Abgas-Manipulationen informiert war als bisher bekannt. Kronzeugen hätten im Gespräch mit US-Ermittlern ausgesagt, sie hätten 2012 und 2014 mit einem engen Vertrauten Winterkorns über eine illegale Software in den Diesel-Fahrzeugen auf dem US-Markt gesprochen.

Einer der Zeugen sagte, er sei davon ausgegangen, dass dies an den Vorstandschef weitergereicht werde. Im Juli 2015 habe ein Ingenieur die Problematik bei einem Termin mit Winterkorn erwähnt, wobei dieser so gewirkt habe, als wisse er längst davon.

Der Abgasskandal hatte VW in eine schwere Krise gestürzt. Dr Autobauer hat sich inzwischen nach einem langen Ringen mit den US-Behöden auf Vergleiche in Milliardenhöhe geeinigt. Sechs frühere und aktuelle VW-Manager sind in den USA angeklagt, einer von ihnen sitzt in den USA in Haft.

„Der Vergleich mit dem US-Justizministerium ging einher mit der Veröffentlichung eines Statement of Facts, das die gewonnenen Erkenntnisse und Fakten über die Entstehung und Entwicklung der Dieselverfehlungen aufzeigt“, erklärte VW am Wochenende. In diesem Dokument sei „kein ehemaliges oder aktives Vorstandsmitglied genannt“.

Winterkorn will am kommenden Donnerstag (19.1.) vor dem Abgas-Untersuchungsausschuss des Bundestages erscheinen. Der Ausschuss soll vor allem klären, seit wann die Bundesregierung von den Manipulationen Bescheid wusste und wie eng die Zusammenarbeit zwischen Politik und Autolobby war.

  • dpa
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "VW-Abgasskandal: Neue Dokumente belasten Winterkorn"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote