VW, Audi, Porsche Fünf Mal Haft, 70 Beschuldigte – Diese Manager sitzen wegen Dieselgate

Die Ermittler erhöhen den Druck gegen die mutmaßlichen Protagonisten des Dieselskandals. Gegen wen aus welchem Grund ermittelt wird – eine Übersicht.
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Ein Polizeifahrzeug im Februar 2018 vor der Audi-Konzernzentrale in Ingolstadt. Quelle: dpa
Durchsuchung bei Audi

Ein Polizeifahrzeug im Februar 2018 vor der Audi-Konzernzentrale in Ingolstadt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer beurlaubte Audi-Chef Rupert Stadler ist die ranghöchste Führungskraft aus dem VW-Konzern, die der Betrugsskandal um manipulierte Abgaswerte hinter Gitter gebracht hat.

Damit summiert sich die Anzahl derer, die einsaßen oder einsitzen, auf sechs, davon vier hierzulande und zwei in den USA. Stadler, der am Montag wegen Verdunkelungsgefahr verhaftet wurde, könnte bis zu sechs Monate im Gefängnis bleiben, bis ein Gericht prüfen muss, ob eine weitere Inhaftierung gerechtfertigt ist.

Bereits seit rund neun Monaten in Untersuchungshaft sitzt Wolfgang Hatz, der frühere Entwicklungsvorstand des Sportwagenherstellers Porsche. Bei ihm geht das Gericht neben Verdunkelungs- auch von Fluchtgefahr aus. Hatz kämpft aktuell vor dem Bundesverfassungsgericht um seine Freiheit.

Der VW-Manager wurde in den USA verhaftet und zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Quelle: picture alliance/ASSOCIATED PRESS
Oliver Schmidt

Der VW-Manager wurde in den USA verhaftet und zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.

(Foto: picture alliance/ASSOCIATED PRESS)

Vor dem Landgericht München I sowie dem Oberlandesgericht München war er mit seiner Haftbeschwerde gescheitert. Für seine Entlassung aus der Untersuchungshaft soll er unter anderem drei Millionen Euro Kaution angeboten haben.

Daneben ist in Deutschland seit April auch der frühere Porsche-Motorenchef Jörg Kerner wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in U-Haft. Alle drei Inhaftierten weisen die Betrugsvorwürfe zurück.

Wieder frei ist dagegen der ehemalige Audi-Ingenieur Giovanni Pamio, dessen Haftbefehl im vergangenen November nach vier Monaten im Gefängnis München-Stadelheim gegen eine Kaution von 80 000 Euro sowie weitere Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde. Pamio lieferte den Ermittlern Material zur Aufklärung des Skandals und belastete einige Spitzenmanager des Konzerns durch seine Aussagen.

Der ehemalige Vorstand für Forschung und Entwicklung bei Porsche sitzt seit September 2017 wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft. Quelle: dpa
Wolfgang Hatz

Der ehemalige Vorstand für Forschung und Entwicklung bei Porsche sitzt seit September 2017 wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft.

(Foto: dpa)

In den USA sitzen zwei ehemalige VW-Mitarbeiter hinter Gittern, beide wurden bereits verurteilt. Der Manager Oliver Schmidt muss wegen der Beteiligung an einer Verschwörung zum Betrug eine siebenjährige Haftstrafe verbüßen und 400.000 Dollar zahlen.

Glimpflicher davon kam der Ingenieur James Liang: Er wurde als erster Beschuldigter überhaupt im Dieselskandal verurteilt und hatte sich als Kronzeuge zur Verfügung gestellt. Er erhielt dennoch 40 Monate Haft – deutlich mehr, als die Staatsanwaltschaft gefordert hatte.

Bis es in Deutschland zu Prozessen kommt, wird dagegen noch einige Zeit vergehen. Insgesamt ermitteln die drei Staatsanwaltschaften Braunschweig, München und Stuttgart derzeit gegen mehr als 70 Beschuldigte aus dem VW-Konzern, darunter die früheren VW-Chefs Martin Winterkorn und Matthias Müller, den Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch sowie die ehemaligen Entwicklungsvorstände Ulrich Hackenberg und Heinz-Jakob Neußer.

Der ehemalige Leiter der Aggregateentwicklung bei Porsche wurde Ende April verhaftet. Quelle: Porsche AG
Jörg Kerner

Der ehemalige Leiter der Aggregateentwicklung bei Porsche wurde Ende April verhaftet.

(Foto: Porsche AG)

Allein die Braunschweiger Behörde ermittelt gegen 49 Beschuldigte. 39 davon werden im Zusammenhang mit der Manipulation von Abschalteinrichtungen der Abgasreinigung verdächtigt, gegen sechs wird wegen falsch ausgewiesener CO2-Werte ermittelt, gegen drei wegen etwaiger Marktmanipulation und gegen einen wegen möglicher Unterdrückung von Urkunden.

Im Verfahren der Staatsanwaltschaft München rund um den Dieselskandal bei Audi-Motoren zählt die Liste der Beschuldigten 20 Namen, während die Stuttgarter Strafverfolger gegen drei Porsche-Mitarbeiter ermitteln sowie gegen weitere unbekannte Personen.

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