VW-Dieselaffäre Neue Ermittlung gegen Martin Winterkorn

In der VW-Abgasaffäre weitet die Staatsanwaltschaft Braunschweig die Ermittlungen aus. Auch die Villa von Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn wurde durchsucht. Gegen ihn wird wegen des Verdachts des Betruges ermittelt.
Update: 27.01.2017 - 15:49 Uhr 11 Kommentare
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt wegen Betrugs gegen den früheren VW-Chef. Quelle: dpa
Martin Winterkorn

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt wegen Betrugs gegen den früheren VW-Chef.

(Foto: dpa)

DüsseldorfIm VW-Abgasskandal rückt der frühere Vorstandschef Martin Winterkorn zunehmend ins Visier der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Gegen ihn werde nun auch wegen des Anfangsverdachts des Betruges ermittelt, teilte die Behörde am Freitag mit.

Es hätten sich „zureichende tatsächliche Anhaltspunkte“ dafür ergeben, dass Winterkorn früher als von ihm öffentlich behauptet Kenntnis von der „manipulierenden Software und deren Wirkung gehabt haben könnte“. Der Manager war im September 2015 kurz nach dem Bekanntwerden des Skandals von der VW-Spitze zurückgetreten. Er sei sich aber keines Fehlverhaltens bewusst, hatte er damals gesagt.

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Die Pressemitteilung im Original

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Winterkorn bleibt laut Mitteilung seiner Anwälte bei der Darstellung, bis zum September 2015 von illegalen Abgas-Manipulationen nichts gewusst zu haben. VW betonte, sich nicht zu Einzelheiten in dem laufenden Verfahren äußern zu wollen. Der Konzern kooperiere in vollem Umfang mit den Behörden.

Die niedersächsische Staatskanzlei erklärte, sie habe volles Vertrauen in die Arbeit der Justizbehörden. Ministerpräsident Stephan Weil und Wirtschaftsminister Olaf Lies, die beide im Aufsichtsrat von VW sitzen, hätten über die Mitteilung der Staatsanwaltschaft hinaus keine Kenntnisse über Inhalte der Ermittlungsverfahren. Niedersachsen ist mit 20 Prozent zweitgrößter VW-Eigner.

Im Zuge der Ausweitung der Ermittlungen gab es Razzien. Auch Winterkorns Villa wurde durchsucht, wie die Bild-Zeitung meldet. In dieser Woche seien insgesamt 28 Objekte mit Schwerpunkt im Bereich Wolfsburg, Gifhorn und Braunschweig durchsucht worden, hieß es. Die Durchsuchungen richteten sich vor allem gegen die VW-Beteiligung IAV richteten, erfuhr das Handelsblatt aus informierten Kreisen. Der Autotechnikentwickler IAV war kurzfristig für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Zahl der Beschuldigten wurde nochmal deutlich erhöht. Bislang ermittelten die Beamten wegen Betrug gegen 21 Personen, nun sind 16 weitere dazugekommen. Die Ermittler filzten unter anderem die Häuser und Wohnungen der Betroffenen, um Informationen sicherzustellen.

Anhaltspunkte für den neuen Verdacht seien die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen, insbesondere Erkenntnisse aus Vernehmungen von Zeugen und Beschuldigten sowie aus der Auswertung beschlagnahmter Dateien, hieß es von den Ermittlern.

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11 Kommentare zu "VW-Dieselaffäre: Neue Ermittlung gegen Martin Winterkorn"

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  • Piech hat Winterkorn schon Anfang 2015,soweit ich informiert war schon fallen gelassen,ein klares Anzeichen das Piech voll informiert war und genau wusste was da auf VW zu kommrt

    Gruss P.J.

  • Ok in Deutschland hätte man ihn natürlich trotzdem verknackt! Aber Deutschland ist ja angeblich auch bescheuert, wenn man den Foristen hier Glauben schenken darf.

  • Armer Winterkorn.
    Mal stelle sich vor Trump wäre schon vor 8 Jahren Präsident der Vereinigten Staaten gewesen. Dann hätte er zu Gunsten der amerikanischen Wirtschaft diese ganzen überflüssigen Umweltgesetze schon längst revidiert und vielleicht hätte es gar nicht so strenge wirtschaftsbehindernde Schadtstoffgrenzen in den USA gegeben. Dann hätte VW nicht gegen Gesetze verstossen und Winterkorn könnte ruhigen Gewissens seine Cocktail am Pool schlürfen.Tja: Hätte, hätte Fahrradkette

  • da sehe ich ein hohes Potential zur Strafe gleich mehrere z.B. Kitas aus dem Privatvermögen zu finanzieren, um den Schaden an Natur und Gesellschaft etwas zu lindern. Wozu braucht ein Mensch über eine Million IM MONAT?

  • Es ist nur zu hoffen, dass die beteiligten Staatsanwälte die Kraft und den Mut haben, die Verfahren soweit zum Abschluß zu bringen, dass ein Richter über das weitere Verfahren zu entscheiden hat. Die sind schließlich nicht weisungsgebunden.

    Es wäre schade, wenn dem Land Niedersachsen als 20 % Aktionär von VW auf einmal einfallen würde, dass die Staatsanwaltschft z.B. in Braunschweig in Niedersachsen liegt und damit der Landesregierung weisungsgebunden ist.

  • Immerhin müssen deutsche VW-Manager, die in die USA reisen, damit rechnen, eingeknastet zu werden. Damit muss jetzt auch noch ein anderer Deutscher rechnen: ZEIT-Herausgeber JOSEF JOFFE. Der sollte nämlich nun auch eventuell geplante USA-Reisen besser absagen.
    BÖSE ist dann "gut", wenn es nur für die "richtige", die "wahre" Ideologie ist.
    Dann ist selbstverständlich auch "Hate Speech" kein Problem, und kein anderes "Gesinnungsverbrechen", für das der Andersdenkende am besten standrechtlich erschossen werden sollte - denn man befindet sich ja "moralisch" auf der "richtigen" Seite.
    So wie beispielsweise KARL MARX in seiner kranken Ideologie Folgendes für "richtig" fabulierte:
    "Es gibt nur ein Mittel, die mörderischen Todeswehen der alten Gesellschaft, die blutigen Geburtswehen der neuen Gesellschaft abzukürzen, zu vereinfachen, zu konzentrieren, nur ein Mittel - den REVOLUTIONÄREN TERRORISMUS!" (Karl Marx, MEW 5, S. 457)

    Mit "moralischer Überlegenheit" darf man selbstverständlich Verbrechen begehen, nicht wahr, JOSEF JOFFE???
    Da darf man selbstverständlich sagen, dass eine Ermordung der einfachste Weg sei, um eine "Katastrophe" zu verhindern:
    http://www.zerohedge.com/news/2017-01-26/german-newspaper-editor-assassination-easiest-way-end-trump-catastrophe
    Sagt das jedoch ein Deutscher bezüglich Merkel, dann aber direkt Teeren und Federn - nicht wahr, Herr Joffe??
    Man beachte die - wie immer - hervorragenden ZH-Kommentare:
    "One wonders if Joffe and Madonna should get together (in a cell)."
    oder
    "Das gesundes Volksempfinden is difficult to translate.
    But Joffe is part of the fascist feel good hysteria unable to see different opinions.
    In a normal world he should be fired by Die Zeit, but DAMN, das gesundes Volksempfinden does not let them.
    Happened before."

  • >> Vor einer Woche hatte Winterkorn abgestritten, bis zum Bekanntwerden des Diesel-Skandals von illegalen Abgas-Manipulationen bei dem Autobauer gewusst haben. >>

    Hier lügt Winterkorn, dass sich die Balken biegen !

    Er hat auf internen Sitzungen von VW, die mehrere Monate vor Bekanntgabe des DieselGates-Skandals stattfanden, nachweislich seinen Technik-Chef mit folgenden Sätzen angepflaumt :

    Du und deine Software...................

    Das ist Beweis genug, das dieser Gold-Karpfen-Züchter auf Kosten der Allgemeinheit ( alleine Stromkosten in Höhe von 60.000 € jährlich ) ganz genau Bescheid wußte !

    Der Gauner gehört eingesperrt !

  • Ich sage nur: Mein Haus, meine Yacht, mein Reitpferd, meine Autoflotte (und vielleicht noch die Ehefrau) alles weg ...

    ... damit wenigstens ein Teil des Milliarden-schweren Schadens kompensiert werden kann ...

    In den USA ist man so mit vielen Lumpen und Betrügern verfahren. Das hat immer gewirkt und die Banditen zur Raison gebracht. Desweiteren braucht sich Winterkorn nicht einfallen lassen in die USA zu reisen. Der würde dort aufgrund seiner Missetaten sofort festgenommen werden und wahrscheinlich zu 150 Jahren Knast verurteilt.

    Das sollte auch in Deutschland Schule machen.

    Ich befürchte aber, das die Wirtschaftshörigkeit von Politikern und leider auch Richtern in Deutschland für die Ganoven Schlimmeres verhindert.

    Schade!

  • HB : "Vor einer Woche hatte Winterkorn abgestritten, bis zum Bekanntwerden des Diesel-Skandals von illegalen Abgas-Manipulationen bei dem Autobauer gewusst haben. „Es ist nicht zu verstehen, warum ich nicht frühzeitig und eindeutig über die Messprobleme aufgeklärt worden bin“, sagte der Ex-Manager vor dem Abgas-Untersuchungsausschuss des Bundestags in Berlin."
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    Allein mit der Abgabe des winterkornschen Ehrenwortes vor den Ermittlern dürften die falschen Verdächtigungen doch auszuräumen sein.

  • Es wäre zu schön, wenn verantwortungslose Manager endlich mal in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden würden. Das könnte den Glauben an unserer Rechtssystem zumindest etwas zurückbringen.
    Aber wo sind die Ermittlungen gegen Manager der Deutschen Bank ? Und dort ist wirklich nachweislich betrogen worden !
    Also: wieder mal zweierlei Maßstab.

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