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VW-Entwicklungschef „Der Luftreifen ist eine geniale Erfindung“

VW bemüht sich. Um Mobilität, um Umwelt, um Elektro. Hier soll sich in den nächsten Jahren einiges ändern. Doch bei allem Neuen - immerhin der Reifen soll noch bleiben. VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg im Interview.
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Eine Variante des neuen VW-Kleinwagens „Up“. Quelle: dapd

Eine Variante des neuen VW-Kleinwagens „Up“.

(Foto: dapd)

Handelsblatt: Herr Hackenberg, werden Autohersteller zukünftig zu kompletten Mobilitätsdienstleistern?

Hackenberg: Ja. Zumindest ist das unser Anspruch bei Volkswagen: Bisher kaufen Kunden nur Autos von uns. In den kommenden Jahren werden wir nicht umhin kommen, umfassendere Angebote zu machen. Dazu gehören natürlich Mobilitätskonzepte wie das gerade in Hannover gestartete Carsharing-Projekt „Quicar", aber auch Umwelttechnologien wie die effizienten „BlueMotion Technologies" und die Elektromobilität. Denn mit „Think Blue" widmet sich Volkswagen der Frage, wie individuelle Mobilität und nachhaltiges Handeln in Einklang gebracht werden können.

Wie sieht die Autowelt des Jahres 2020 aus?

Eines steht für mich außer Frage: Auch im Jahr 2020 wird der Wunsch nach individueller Mobilität ungebrochen sein. Neben der geistigen Beweglichkeit in Form von Kommunikation mit den vielfältigen neuen Medien, steigt weltweit auch die Nachfrage nach physischer Beweglichkeit. In den nächsten Jahren rechne ich daher mit einer weltweit steigenden Pkw-Nachfrage. Diese wird in den einzelnen Regionen natürlich unterschiedlich ausfallen.

Was heißt das für die Fahrzeugkonzepte?

In vielen Wachstumsmärkten streben die Menschen auf der Suche nach Arbeit und Wohlstand in die Städte, der Sog ist groß. Darauf müssen wir uns einstellen. Die Mobilität im urbanen Raum steigt an, die Städte dehnen sich aus. Wir brauchen deshalb sowohl kleine Zero-Emission Stadtflitzer mit verhältnismäßig geringer Reichweite als auch größere Autos, um die Randgebiete der Städte mit längeren Distanzen abzudecken.

Ein VW Golf des Car-Sharing-Projektes

Ein VW Golf des Car-Sharing-Projektes "Quicar - Share a Volkswagen".

(Foto: dapd)

Wie weit werden Elektroautos fahren können?

2013 kommen unsere ersten Elektroautos auf den Markt. Für einen Entwickler ist das eigentlich schon morgen: Es sind zwar noch einige Fragen zu klären, bis die elektrisch angetriebenen Versionen von up! und Golf kommen werden, aber das Grundkonzept steht. Wir beschäftigen uns daher aktuell auch mit der nächsten Fahrzeuggeneration. Heute kommen wir auf eine Reichweite von rund 150 Kilometern. Wobei die Entwicklung der Batterie-Kapazität in den nächsten Jahren evolutionär verlaufen wird, mit Leistungssteigerungen von etwa 20 bis 30 Prozent. Den nächsten großen Technologieschub werden wir wohl erst nach 2020 sehen. Mit den neuen Zellspeichern dürfte dann die doppelte Reichweite möglich sein.

Wird Volkswagen selbst Zellen fertigen?

Jede Technologie, die wir einsetzen, müssen wir auch selbst durchdringen. Volkswagen kann und will sich nicht in die Hände seiner Lieferanten begeben. Unser Anspruch ist sorgenfreie Mobilität – doch die erreichen wir nur, wenn wir komplett verstehen, was wir im Auto einsetzen. Dazu müssen wir selbst in die Fertigungsprozesse der Zellen einsteigen, aber nicht unbedingt selbst produzieren.

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„Die Vernetzung des Fahrzeuges spielt eine Riesenrolle“
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