VW Financial Services: Chipkrise befeuert Gebrauchtwagen-Geschäft: Erfolgreichstes Halbjahr der Geschichte für VW-Leasingsparte
Dynamisches Geschäft mit Gebrauchtwagen.
Foto: obsDüsseldorf. Autobauer leiden weltweit unter der Chipkrise. Nur für Frank Fiedler ist sie ein Segen: „Wegen des Chipmangels gibt es derzeit viel weniger Neufahrzeuge“, stellt der Finanzchef von Volkswagens Leasingtochter VW Financial Services (VWFS) zufrieden fest. „Deswegen verkaufen sich unsere gebrauchten Fahrzeuge momentan weltweit viel besser, als wir das erwartet hatten.“
Während der VW-Konzern Ende Juli die Aktionäre zur Vorlage der Halbjahreszahlen auf eine harte zweite Jahreshälfte vorbereitet hat, floriert wegen des Halbleitermangels der Gebrauchtwagenmarkt und damit das Geschäft von VWFS. Die gebrauchten Fahrzeuge würden mit Gewinn verkauft, erneut verleast, oder stünden für Vertragsverlängerungen zur Verfügung. „Deswegen wächst unser Volumen, und die Restwerte steigen“, sagt Fiedler.
Die Kunden seien zwar nicht begeistert, wenn sie mangels Neuwagen ihre Leasingverträge verlängern oder gebrauchte Fahrzeuge leasen müssen. „Allerdings sind alle Autohersteller gleichermaßen vom Halbleitermangel betroffen. Deswegen sind die Alternativen für die Kunden begrenzt.“
VWFS profitiert von dieser Entwicklung. Das operative Ergebnis hat sich mit rund 2,3 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Insgesamt ist der Vertragsbestand um 4,4 Prozent auf 22,25 Millionen gestiegen. Laut VWFS-Chef Lars Henner Santelmann sei es das bislang erfolgreichste Halbjahr der Unternehmensgeschichte. Für das Gesamtjahr rechnet VWs Leasingsparte mit einem Ergebnis von rund vier Milliarden Euro. Ursprünglich hatte VWFS dieses Niveau für 2025 angepeilt.