VW Führung trifft sich zum Geheimgipfel

Volkswagen will sich neu sortieren. Zuletzt sahen die Absatzzahlen nicht blendend aus. Das soll sich ändern – durch kürzere Entscheidungswege. Kommt nach Piëchs Ausscheiden das Ende der zentralen Führung?
Update: 12.06.2015 - 10:00 Uhr Kommentieren
Die Diskussion um Martin Winterkorn ist beendet, doch der Aufsichtsrat muss auch andere wichtige Fragen klären. Quelle: dpa
Chefaufseher unter Zugzwang

Die Diskussion um Martin Winterkorn ist beendet, doch der Aufsichtsrat muss auch andere wichtige Fragen klären.

(Foto: dpa)

WolfsburgIm Ringen um Volkswagens neue Führungskultur kommen die wichtigsten Akteure nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa am heutigen Freitag zu einem Spitzentreffen zusammen. Wie die dpa von mehreren mit der Sache vertrauten Quellen erfuhr, sind bei der abgeschirmten Zusammenkunft am Braunschweiger Flughafen führende Mitglieder des VW-Aufsichtsrates sowie Konzernchef Martin Winterkorn vertreten.

Es handelt sich aber nicht um eine offizielle Sitzung des sogenannten Aufsichtsratspräsidiums, das die Spitze der VW-Konzernkontrolleure bildet und seit dem Rücktritt des VW-Patriarchen Ferdinand Piëch Ende April nur noch fünfköpfig ist. Laut dpa-Informationen erörtern die führenden VW-Lenker in Braunschweig die künftige Konzernstruktur. Über Namen für die nächsten Führungsaufgaben werde nicht entschieden.

„Erst die Struktur, dann die Personen“, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Quelle. Einen ersten Vorgeschmack auf die Veränderungen im Konzern, die seit dem Piëch-Abgang im Vordergrund stehen, gab es kürzlich mit der eigenständigen Nutzfahrzeug-Holding für die VW-Töchter MAN und Scania.

Ähnliche Schritte einer Dezentralisierung sind auch für die Pkw-Marken denkbar. Zudem geht es nach dpa-Informationen bei dem Treffen in Braunschweig um Winterkorns Ideen dafür, wie einzelne Regionen und Konzerntöchter mehr Freiheit erhalten könnten, ohne die Schlagkraft der bewährten zentralen Vorgehensweise zu gefährden.

Just als der Machtkampf zwischen dem VW-Großaktionär Ferdinand Piëch und Konzernboss Martin Winterkorn ausgestanden war - beförderte das Alltagsgeschäft eine kritische Zahl ans Tageslicht: Im April, so musste Volkswagen Mitte Mai einräumen, fiel der Konzernabsatz gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3 Prozent. Es war das erste Minus seit Dezember 2009. Fünfeinhalb Jahre legte Europas größter Autobauer nur zu. Und nun folgte der Einschnitt.

Die Zahlen für den Mai sehen erneut nicht gut aus. Die Pkw-Kernmarke verlor im Mai-Vergleich 5,9 Prozent, wie VW bereits am Mittwoch mitgeteilt hatte. Das ist gut ein Prozentpunkt schlechter als im Vormonat April.

Bessere Balance zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung
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