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VW-Konzern Gewaltenteilung à la Piëch

In Österreich sitzt die wahre Zentrale des Volkswagen-Konzerns. Hier schalten und walten die Piëchs und Porsches. Über die Jahrzehnte hinweg haben sie die Macht im Unternehmen gehalten und sogar ausgebaut. Das Handelsblatt gewährt Einblicke in die Industriellendynastie.
Ferdinand Piech ist der aktuell mächtigste Familienvertreter. Er steht dem VW-Aufsichtsrat vor. Foto: dpa

Ferdinand Piech ist der aktuell mächtigste Familienvertreter. Er steht dem VW-Aufsichtsrat vor. Foto: dpa

SALZBURG. Der Schüttgutweg zweigt ab von der Bundesstraße, die Zell am See mit dem Salzachtal verbindet. Ein Bach, windschiefe Bäume, am Ende des Sträßchens eine Ansammlung von Scheunen rund um das Haupthaus. Wäre da nicht die kleine Kapelle einige Schritte weiter links, wo Firmengründer Ferdinand, Tochter Louise und Sohn Ferry ruhen und wo auch noch Platz für andere ist, gäbe es keinen Hinweis, dass hier eine Dynastie ihre Wurzeln hat.

„Porsche-Land“, nennt der Fotograf der Lokalzeitung diesen Flecken. Dazu gehört nicht nur die Porsche-Niederlassung um die Ecke, sondern auch der Flughafen hinter dem Berg, an dem die Familie beteiligt ist. Nicht zu vergessen natürlich die Schmittenhöhenbahn, deren Gondeln das Licht der späten Herbstsonne reflektieren, und an der die Familie 47,6 Prozent der Anteile hält. Und natürlich das Schüttgut, der Stammsitz der Familie Porsche, die sich vor einem halben Jahrhundert um Familie Piëch erweitert hat.

Derzeit schickt sich die Dynastie an, auch bei Volkswagen das Steuer in die Hand zu nehmen. Es ist eine Rückkehr. Urahn Ferdinand Porsche baute gemeinsam mit Schwiegersohn Anton Piëch und Sohn Ferry das Wolfsburger VW-Werk auf, das nach seinen Vorstellungen für die Volkswagen-Produktion gedacht war, dann aber doch Kübelwagen an die Front lieferte. Vor Kriegsende gelang es der geschäftstüchtigen Tochter Louise, das Familienvermögen zurück nach Österreich zu holen, wo es dem unmittelbaren Zugriff der Alliierten entzogen war und Basis für den Neuanfang war.

Das Verhandeln lag der Familie im Blut: Ferry Porsche einigte sich mit VW-Chef Heinrich Nordhoff im Tausch für die Rechte an seinem Volkswagen auf einen Exklusivvertrag als VW-Generalimporteur für Österreich. Die Porsche Holding in Salzburg ist heute mit einem Umsatz von 8,9 Mrd. Euro eines der größten Privatunternehmen des Landes. Außerdem erhielt Ferry für jeden produzierten Käfer fünf Mark Lizenzgebühr. Das entscheidende aber: Er durfte VW-Teile benutzen, um daraus einen Sportwagen zu konstruieren. Die allerersten Modelle des Porsche Urahns mit der Modellbezeichnung 356 stammen aus Österreich.

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