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VW, Opel, Mercedes Gesund getrickst

Die deutschen Autokonzerne verkaufen im Heimatmarkt wieder mehr Autos, doch häufig genug sind sie selbst ihr bester Kunde. Während die private Nachfrage nach Neuwagen sinkt, steigt die Zahl der Eigenzulassungen.
18.08.2014 - 13:57 Uhr 4 Kommentare
Einige deutsche Hersteller sind auf dem Heimatmarkt selbst ihr bester Kunde.

Einige deutsche Hersteller sind auf dem Heimatmarkt selbst ihr bester Kunde.

Düsseldorf Als Anfang August die deutschen Zulassungszahlen für den Monat Juli verkündet wurden, sah alles gut aus. Der deutsche Automarkt, so schien es, habe die Talsohle durchschritten. Die Verkäufe lagen mit 270.250 verkauften Fahrzeugen rund 6,8 Prozent über dem Vormonat. Und das Gute: Besonders die deutschen Hersteller scheinen wieder in der Spur zu sein. Der deutsche Marktführer Volkswagen konnte um rund 10,4 Prozent zulegen, die lange kriselnde GM-Tochter Opel wuchs mit 6,9 Prozent ebenfalls schneller als der Markt.

Doch ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt, dass der deutsche Neuwagen-Markt längst nicht so gesund ist wie es scheint. Tatsächlich vergeht den deutschen Privatkunden mehr und mehr die Lust auf einen Neuwagen. Im Juli gingen gerade einmal 38,2 Prozent aller verkauften Neuwagen an Privatkunden – das sind fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Mit 103.175 Neuzulassungen für Privatkunden erreichen die Zulassungszahlen im Juli einen neuen Tiefpunkt.

Bei diesen Modellen tricksen die Hersteller
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Platz 10 - Fiat Freemont

Der italienische Geländewagen ist in Deutschland ein ziemlicher Exot. Im ersten Halbjahr wurde er gerade einmal 1.512 Mal verkauft - und davon wurden 57,8 Prozent vom Hersteller selbst oder von Händlern und Autovermietern angemeldet.

Russia Moscow Automobile Salon
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Platz 9 - Opel Astra

Die Rüsselsheimer gehören auf dem deutschen Markt zu den größten Tricksern. Gleich vier Modelle von Opel finden sich in der Top 10 wieder. Allein der Mittelklasse-Wagen Astra kommt eine Anteil von 59 Prozent, die über Vermieter oder den Hersteller zugelassen werden.

(Foto: dapd)
An employee polishes the windshield of an Opel Adam S during media day ahead of the 84th Geneva Motor Show at the Palexpo Arena in Geneva
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Platz 8 - Opel Adam

Selbst das neue Modell Kleinwagenmodell Adam wird mit massivem Rückenwind vermarktet. 60,9 Prozent aller verkauften Opel Adam gehen an den Hersteller, Händler oder an Autovermieter. Vermutlich, um der jungen Kundschaft besonders günstige Preise zu bieten.

(Foto: Reuters)
Volkswagen - Auto Shanghai
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Platz 7 - VW CC

Der einstige Passat-Ableger hat sich von seinem Muttermodell emanzipiert und heißt jetzt nur noch schlicht CC. Mit 67,5 Prozent ist der Anteil des Absatzes, der von Hersteller, Händlern und Autoverleihern angemeldet wird so hoch wie noch nie.

(Foto: dpa)
huGO-BildID: 30117919 German carmaker Opel CEO Karl-Thomas Neumann presents the new Opel Cascada Cabriolet displayed in World premiere at the Geneva
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Platz 6 - Opel Cascada

Und noch ein neues Opel-Modell, bei dem der Hersteller selbst zu den größten Abnehmern in Deutschland gehört. Satte 70,8 Prozent aller verkauften Cabrios gehen an Hersteller, Händler oder Autoverleiher.

(Foto: AFP)
huGO-BildID: 30122598 A hostess poses in front of a Fiat 500 during the first media day of the 83rd Geneva International Motor Show, Switzerland, Tue
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Platz 5 - Fiat 500

Die italienische Knutschkugel ist mittlerweile schon ein wenig in die Jahre gekommen. Darum muss der Hersteller ein wenig unter die Arme greifen, um den Umsatz anzukurbeln. Hersteller, Händler und Autovermieter sind für 71,6 Prozent aller Zulassungen verantwortlich.

(Foto: AP/dpa)
AMI 2010: Deutschlandpremiere des neuen Opel Meriva
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Platz 4 - Opel Corsa

Der neue Corsa steht bereits in den Startlöchern - darum muss der alte dringend abverkauft werden. Da hilft Opel gleich doppelt nach: Nützen die derzeit hohen Rabatte nichts, wird das Modell eben vom Hersteller zugelassen und dann vergünstigt verkauft. Im ersten Halbjahr gingen rund 71,7 Prozent aller Corsas an Hersteller, Händler und Autovermieter.

(Foto: obs)

Dass unterm Strich trotzdem ein Plus steht, haben die Hersteller zum einen dem wachsenden Flottenmarkt zu verdanken, der rund ein Viertel der Zulassungen ausmacht und um rund elf Prozent zulegte -  zum anderen haben sie sich die Zahlen aber auch selbst gesund getrickst.

Denn der Anteil der Fahrzeuge, die auf Händler oder Hersteller – kurz: auf die Autobauer selbst – zugelassen wurden, bleibt im ersten Halbjahr 2014 hoch - und legte im Juli erneut zu. „VW treibt den Rabattwettbewerb deutlich mit an“, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. Tatsächlich gehen laut den aktuellen Zahlen des Kraftfahrzeugbundesamtes (KBA) seit Jahresbeginn rund 29,7 Prozent aller Neuzulassungen der Wolfsburger in Deutschland auf das eigene Konto. Das liegt leicht über dem Branchenschnitt von 28,7 Prozent.

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    Beim VW-Konzern will man die KBA-Zahlen auf Anfrage von Handelsblatt Online nicht kommentieren. In den Zahlen seien viele Sondereffekte enthalten, daher lasse sich der prozentuale Wert nicht vergleichen. Anders als bei anderen Herstellern sei bei VW in den Eigenzulassungen beispielsweise auch das Mitarbeiterleasing enthalten, also Autos, die von den Mitarbeitern gefahren, aber auf den Konzern zugelassen werden. Dieser Anteil sei durch die enorme Mitarbeiterzahl hoch.

    Doch der Hersteller könnte auch eine anderes Ziel verfolgen: Denn Fahrzeuge, die einmal zugelassen wurden, können danach als Tageszulassungen gebraucht, also günstiger, verkauft werden. Bei Fahrzeugen wie dem Auslaufmodell Eos oder dem Golf-Bruder Scirocco liegt der Anteil der Zulassungen, die auf das Konto von Hersteller, Händlern und Vermietern gehen, im ersten Halbjahr 2014 deutlich über 70 Prozent – mit steigender Tendenz. Sind das alles Firmenwagen?

    „Früher waren es die Importeure, heute alle“
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    4 Kommentare zu "VW, Opel, Mercedes: Gesund getrickst"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • ...die Top 10, die veröffentlicht sind habe ich gesehen, alleine der Glaube fehlt mir?! Was wurde hier wieder getrixt? Wo sind Mini und Smart, die mit Car2Go und Drive Now sicherlich ganz oben mitspielen, oder ist Car Sharing hier großzügig ausgeklammert worden. Autos wie den defizitären Smart würde es ohnehin nicht geben, wenn ein Unternehmen damit nicht die schlechte Umweltbilanz der "Oberklassewagen" egalisieren könnte...

    • Ich bin mit Kia sehr zufrieden! Und 7 Jahre Garantie müssen die Deutschen erst mal nachmachen...

    • Hab mir gedacht, ich kauf mir mal ein deutsches Auto und griff zu einem BMW. Nie wieder, Rückrufaktionen und ständige Reparaturen. Mein nächster Wagen wird wieder ein asiatisches Modell sein. Zwar gibts auch da Qaulitätsprobleme, jedoch ist der Preis erheblich niedriger.

    • Wenn die Hersteller absolute Mondpreise in ihre Listen schreiben ist das auch nicht verwunderlich und gar kein Grund zur Panik.

      Einfach realistische Listenpreise verlangen, dann kann man sich die chose sparen

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