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VW tauscht US-Führung aus Ex-BMW-Manager soll Nordamerika-Geschäft leiten

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„Weiteren Bedarf sehen wir nicht“

Unklar blieb bis auf weiteres, ob es schon einen konkreten Kandidaten für den Job eines allgemeinen VW-Repräsentanten in den USA gibt. Aus Konzernkreisen war vor der Sitzung des innersten Aufseherzirkels zu hören, der angeblich vom Vorstand geplante Einsatz von Ex-FBI-Chef Louis Freeh als US-Sonderbeauftragter habe für Kopfschütteln aufseiten der mächtigen Arbeitnehmerseite gesorgt. Zuvor hatte es Medienberichte über eine mögliche Verpflichtung Freehs gegeben.

Auf Anfrage teilte VW dazu am Abend mit: „Zu bestimmten Sachverhalten in den USA plant das Unternehmen, weitere externe Spezialisten zu verpflichten. Das Präsidium des Aufsichtsrates hat ein entsprechendes Kandidatenprofil erörtert. Auf Basis dieses Profils wird das Unternehmen in den nächsten Wochen eine Entscheidung treffen.“

Sollte die Wahl am Ende auf den 66-jährigen Freeh fallen, würde dieser auch Aufgaben wahrnehmen, die im Ressort der VW-Vorstandsfrau Christine Hohmann-Dennhardt liegen. Sie war vom Konkurrenten Daimler nach Wolfsburg gewechselt und ist für Integrität und Recht zuständig.

Wer Volkswagen alles verklagen will
Texas
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Harris County im US-Bundesstaat Texas ist bereits Ende September, keine zwei Wochen nach Bekanntwerden des Skandals, gegen Volkswagen vor Gericht gezogen. Der Landkreis, zu dem auch Amerikas viertgrößte Metropole Houston gehört, will den Wolfsburger Autobauer wegen unerlaubter Luftverschmutzung belangen und erhebt saftige Forderungen: Rund 100 Millionen Dollar Strafe soll Volkswagen zahlen, wenn es nach dem Willen von Staatsanwaltes von Harris County geht. „Ich denke, der Betrug wird relativ einfach nachzuweisen sein“, sagte der Anwalt des Landkreises, Richard Mithoff.

(Foto: Imago)
Texas
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Rund 6000 betroffene Diesel-Kleinwagen aus dem Hause VW sollen in Harris County unterwegs gewesen sein. Der Landkreis war die erste staatliche Stelle, die eine Klage gegen den Autobauer eingereicht hat. Dabei ist Texas, der Staat der Öl-Konzerne und Pickup-Trucks, nicht gerade für sein großes Umweltbewusstsein bekannt. Der Landkreis Fort Bend ist ebenfalls nachgezogen und fordert rund eine Million von Volkswagen und Audi. Doch auch der Bundesstaat hat zwei separate Klagen gegen Volkswagen und Audi eingereicht und will so weitere Entschädigungszahlungen erstreiten.

(Foto: ap)
West Virginia
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West Virginia war der erste Bundesstaat, der eine Klage gegen die Wolfsburger eingereicht hat. Hier hat schließlich auch alles angefangen. In einem kleinen Labor der staatlichen Universität des Bundesstaates wurde die Schummel-Software der Wolfsburger entdeckt.

(Foto: Reuters)
West Virginia
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„Die Verbraucher aus West Virginia sind auf Volkswagens Werbung angesprungen und haben TDI Clean Diesel Modelle gekauft, in der Erwartung, dass diese besser für die Umwelt sind, sparsamer und gleichzeitig eine hohe Fahrleistung bringen“, sagt Generalstaatsanwalt Patrick Morrisey. Die Kunden hätten bis zu 6500 Dollar mehr für einen VW-Diesel ausgegeben. Dieses Geld sollen sie nun zurückbekommen, so die Forderung in der Klageschrift. Zudem will der Staat noch eine Strafe von 5000 Dollar pro Fahrzeug erheben. In West Virginia waren rund 2700 betroffene Autos auf den Straßen.

(Foto: ap)
Die Umweltbehörde
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Amerikas Umweltbehörde EPA hatte Dieselgate überhaupt erst ins Rollen gebracht. Das Gesetz in den USA ist eindeutig: Bis zu 37 500 Dollar Strafe kann die US-Regierung laut dem Luftreinheitsgesetz für ein Auto verlangen, das nicht den Vorgaben des „Clean Air Act“ entspricht.

(Foto: imago/UIG)
Die Umweltbehörde
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Volkswagen stattete insgesamt 482.000 Beetle, Golf, Passat und Audi A3 mit der Schummel-Software aus. Das wären – rein rechnerisch – 18 Milliarden Dollar. Es ist jedoch noch unklar. ob eine Summe in dieser Höhe eingefordert werden wird.

(Foto: ap)
Die US-Regierung
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Das amerikanische Justizministerium bereitet Medienberichten zufolge eine strafrechtliche Untersuchung gegen Volkswagen vor. Dabei will sich die Regierung offenbar möglichst breit aufstellen und in verschiedene Richtungen untersuchen: Luftverschmutzung, Irreführung von Regierungsvertretern und falsche Versprechungen, die gegenüber Verbrauchern gemacht wurden, berichtet das „Wall Street Journal“.

(Foto: ap)

Die Juristin hatte zuvor in ähnlicher Funktion bei Daimler geholfen, eine Schmiergeldaffäre zu bewältigen. Auch Freeh war bei den Stuttgartern schon in Erscheinung getreten: Sie hatten ihn als Aufpasser engagiert, der darüber wachte, dass die Geschäfte nun sauber liefen. Das kam bei den US-Behörden gut an.

Aus den VW-Arbeitnehmerkreisen hieß es zu den Spekulationen über Freeh unmissverständlich: „Wir haben Frau Hohmann-Dennhardt für diese anspruchsvolle Aufgabe. Weiteren Bedarf sehen wir nicht.“

Zuletzt hatte der Auftritt von Konzernchef Matthias Müller in den USA für Wirbel gesorgt. Müller erweckte vor rund einer Woche während der US-Automesse in Detroit in einem Interview den Eindruck, er spiele die Affäre herunter und halte die Reaktion der USA für überzogen. Nach dpa-Informationen beschäftigt sich das Präsidium am Dienstag auch mit Fragen zur USA-Reise. Müllers Stuhl wackele aber nicht.

Unterdessen droht VW auch in Südkorea ein Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre. Das Umweltministerium in Seoul erstattete am Dienstag Strafanzeige gegen den Geschäftsführer von Audi Volkswagen Korea, Johannes Thammer. Die Behörde wirft VW vor, Anordnungen nicht befolgt und nur mangelhafte Rückrufpläne für mehr als 125 000 Diesel-Fahrzeuge eingereicht zu haben.

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  • dpa
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