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VW-Tochter Audi verlängert Sponsoring-Vertrag mit Bayern München

Die Verlängerung des Vertrags mit dem Fußball-Rekordmeister lässt sich Audi wohl fast doppelt so viel kosten wie bisher. Ein Duell mit BMW hat den Preis nach oben getrieben.
14.01.2020 - 10:00 Uhr Kommentieren
Der Fußballklub sichert sich bis Mitte 2029 hohe Millionenzahlungen von Sponsorpartner Audi. Quelle: AFP/Getty Images
Im Stadion des FC Bayern München

Der Fußballklub sichert sich bis Mitte 2029 hohe Millionenzahlungen von Sponsorpartner Audi.

(Foto: AFP/Getty Images)

München Vieles dürfte sich künftig beim Autobauer Audi unter dem im April startenden CEO Markus Duesmann ändern, eines aber bleibt: die Verbindung mit dem FC Bayern München. Der deutsche Fußball-Rekordmeister machte an diesem Dienstag öffentlich, dass der Sponsor-Vertrag mit der Ingolstädter VW-Tochter von Juni 2025 bis Juni 2029 um vier Jahre verlängert wird.

Nach Informationen aus Sponsorenkreisen steigt die jährlich zu zahlende Summe mit direkter Wirkung von 30 Millionen Euro auf etwa 50 Millionen. Bis 2029 wird Audi also rund eine halbe Milliarde Euro an den FC Bayern überweisen.

„Der FC Bayern passt perfekt zur strategischen Neuausrichtung von Audi“, wird Hildegard Wortmann, Vorständin Vertrieb und Marketing der Audi AG, in der offiziellen Pressemitteilung zitiert. „Als exklusiver Automobilpartner des FC Bayern München haben wir die Möglichkeit, neue Konzepte der Mobilität (...) zu präsentieren und erfahrbar zu machen.“

Für CEO Markus Duesmann sind die geschätzten 50 Millionen einerseits eine finanzielle Mehrbelastung, andererseits aber stellen sie den glücklichen Ausgang eines intensiven Bietergefechts dar – ausgerechnet mit seinem vormaligen Arbeitgeber BMW.

Der Münchener Autohersteller war im vorigen Jahr drauf und dran, von Audi den Sponsor-Vertrag (auf zehn Jahre) sowie Anteile an der FC Bayern AG in Höhe von 8,33 Prozent zu übernehmen. Insgesamt stand eine Summe von stolzen 800 Millionen Euro im Raum. Den Deal hatte der einstige BMW-Chef Harald Krüger im Verbund mit FCB-Legende Uli Hoeneß sowie Aufsichtsrat Edmund Stoiber weit verhandelt.

Doch dann verlor der später demissionierte Krüger an Hausmacht. Im letzten Moment brachte BMW die Idee einer Rücktrittsklausel ein – und verärgerte somit den Fußballklub. Es fehle die „Vertrauensbasis“, erklärten FCB-Verantwortliche, plötzlich sei eine „nicht erfüllbare Forderung“ gestellt worden. Eine bereits unterschriebene Absichtserklärung war nur noch ein Stück Altpapier.

Starke Markenpräsenz des FC Bayern München in China

Gewinner des Streits war am Ende VW-Konzernchef Herbert Diess, der auch als stellvertretender Vorsitzender im Aufsichtsrat des FC Bayern wirkt. Der ebenfalls einst von BMW gekommene Manager hatte sich mit Verve um die Fortsetzung der Liaison mit dem Fußballverein gekümmert – was ihm am Ende einen schönen Aufpreis wert war. Die Ex-BMW-Manager bei VW zahlen nun für den Mehrwert, der durch den Showdown mit BMW entstanden war.

Lachender Sieger ist der Münchener Fußballklub, der frühzeitig künftige Mehrerlöse sicherstellt – und seinen eigenen gestiegenen Marktwert kapitalisiert. Und das in einer Zeit, in der sich die Automobilindustrie im Umbruch befindet und große Herausforderungen bewältigen muss.

Insbesondere die hohe Markenpräsenz des FCB in wichtigen Märkten wie China hat Diess zur Fortsetzung des Engagements bewogen – neben dem Prestigegewinn, dass Nationalspieler wie Manuel Neuer weiter im Audi-Pkw herumfahren.

Bereits im Jahr 2002 hatte die Sponsorentätigkeit der Ingolstädter beim FCB begonnen. Publicityträchtiges Zeichen: Die Top-Basketballer des FC Bayern – ebenfalls deutscher Meister – spielen im „Audi-Dome“. Nun dürfte Neu-CEO Duesmann versuchen, im Fußball und Basketball neue Zeichen zu setzen. Aufgefallen ist er bisher jedoch im Motorsport: Für Daimler und dann für BMW war er jahrelang in der Formel 1 tätig.

Mehr: Der deutsche Fußball hat ein Problem mit Moral und Management. Den Fußball-Funktionären fehlt beim Umgang mit Geld der ethische Kompass.

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