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VW und Dieselgate Müllers Interview-Debakel in den USA

VW-Chef Matthias Müller ist in die USA gereist, um Vertrauen zurückzugewinnen. Doch im Interview mit dem Radiosender NPR gibt er sich so realitätsfern, dass VW darum bittet, das Gespräch neu aufzuzeichnen.
12.01.2016 - 04:55 Uhr
VW-Chef Matthias Müller sorgt mit seinen Antworten zur Abgasaffäre während eines Interviews in den USA für Verwunderung - auch im eigenen Haus. Ein Vertreter des Autobauers meldete sich nach Veröffentlichung beim Reporter - mit der ungewöhnlichen Bitte, das Interview mit Müller noch einmal zu führen. Quelle: AFP
Matthias Müller

VW-Chef Matthias Müller sorgt mit seinen Antworten zur Abgasaffäre während eines Interviews in den USA für Verwunderung - auch im eigenen Haus. Ein Vertreter des Autobauers meldete sich nach Veröffentlichung beim Reporter - mit der ungewöhnlichen Bitte, das Interview mit Müller noch einmal zu führen.

(Foto: AFP)

New York Das Interview am Sonntagabend dauerte nur wenige Minuten. VW-Chef Matthias Müller hatte gerade seinen ersten Auftritt in den USA hinter sich gebracht, sich entschuldigt und eingestanden, dass VW „Kunden, Behörden, Aufseher und die Öffentlichkeit enttäuscht hat“. Doch als ihm kurz darauf ein Reporter des öffentlichen Radiosenders NPR ein paar Fragen stellt, zeigt sich ein ganz anderer Müller. Dessen Antworten alarmieren die Presseabteilung des Autobauers.

„Ehrlich gesagt, war es ein technisches Problem”, spielt Müller den Emissionsskandal herunter. VW hatte „nicht die richtige Interpretation der amerikanischen Gesetze.“ Die Ingenieure des Konzerns hätten lediglich „Lösungen gefunden, die mit den amerikanischen Gesetzen nicht kompatibel“ gewesen seien.

Auf die Anmerkung des Reporters, Amerikaner hielten den Vorfall nicht für ein technisches, sondern ein ethisches Problem, entgegnet Müller kühl: „Ein ethisches Problem? Ich kann nicht verstehen, warum Sie das sagen.“

Doch NPR-Reporter Sonari Glinton lässt sich nicht beirren: „Weil Volkswagen in den USA die EPA absichtlich angelogen hat, als sie VW nach dem Problem fragte, bevor alles ans Licht gekommen ist“, erwidert er. Müllers anschließende Reaktion sorgt für noch mehr Verwunderung. „Wir haben nicht gelogen. Wir haben zunächst die Frage nicht verstanden“, erklärt der VW-Chef.

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    Die Aussage steht im scharfen Gegensatz zu den Eingeständnissen des Konzerns, Schummelsoftware in amerikanischen Dieselautos eingebaut zu haben. Dies passierte noch unter Müllers Vorgänger Martin Winterkorn, der seinen Posten nach Bekanntwerden des Diesel-Skandals räumen musste.

    Sie steht auch im Gegensatz zu den Aussagen der US-Umweltbehörde EPA und des US-Justizministeriums. Die hatten erst vergangene Woche Klage gegen VW eingereicht und in der Klageschrift moniert, der Konzern habe die Ermittlungen durch irreführende Angaben und durch das Vorenthalten von Informationen behindert.

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