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VW und Dieselgate Vorstände wussten schon länger von Manipulationen

Francisco Javier Garcia Sanz ist bei VW für die Aufarbeitung der Folgen des Abgasskandals zuständig. Einem Bericht zufolge wusste er schon seit August von den Manipulationen. Er steht nicht alleine im Scheinwerferlicht.

Harte Bandagen: Wie die US-Justiz VW unter Druck setzt

Hamburg In der VW -Abgasaffäre rücken einem Magazinbericht zufolge weitere Vorstandsmitglieder ins Scheinwerferlicht. VW-Markenchef Herbert Diess und Konzernvorstand Francisco Javier Garcia Sanz sollen bereits im August 2015 vom Einsatz der illegalen Motorensoftware erfahren haben, Wochen bevor Volkswagen den Gesetzesverstoß offiziell einräumte. Auf einer Sitzung des VW-Markenvorstands am 24. August vergangenen Jahres soll der damalige Entwicklungschef Heinz-Jakob Neußer vom Einbau der Software in den US-Modellen berichtet haben, wie der „Spiegel“ am Freitag vorab unter Berufung auf die US-Anwaltskanzlei Jones Day berichtete. Volkswagen erklärte, die Details der Diesel-Thematik würden weiter aufgeklärt. Über den aktuellen Stand werde der Konzern in der zweiten April-Hälfte berichten.

Die Wolfsburger hatten vor kurzem mitgeteilt, Ende August 2015 hätten VW-Techniker der Rechtsabteilung sowie US-Anwälte erläutert, worin die Ursache für die Unregelmäßigkeiten bei Dieselabgaswerten lagen. Dies habe im Vorstand zu der Erkenntnis geführt, dass es sich um eine illegale Abschalteinrichtung in der Motorsteuerung handelte. Daraufhin habe man beschlossen, dies gegenüber den US-Umweltbehörden einzugestehen. Dies sei am 3. September geschehen. Am 18. September machte die US-Umweltbehörde EPA den Abgasbetrug öffentlich.

Dem „Spiegel“-Bericht zufolge soll Garcia Sanz als Gast an der Sitzung des VW-Markenvorstands teilgenommen haben. Dies hätten Zeugen gegenüber der Kanzlei Jones Day ausgesagt, die den Abgasskandal untersucht. Garcia Sanz ist im Vorstand von Volkswagen für die Aufarbeitung der Folgen des Betrugs zuständig. Er verhandelt zusammen mit der für Recht und Integrität zuständigen Christine Hohmann-Dennhardt mit der US-Umweltbehörde EPA über die Entschädigung der Kunden. Dem Konzern drohen wegen Verstößen gegen US-Umweltgesetze zudem milliardenschwere Strafzahlungen.

Der Handelsblatt Expertencall
  • rtr
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