Wachstumsstrategie Daimler setzt voll auf China

Der Kampf um die Premiumkrone entscheidet sich in China. Mit lokal gefertigten Modellen und zusätzlichen Händlern will Daimler im Riesenreich darum schneller wachsen als die Konkurrenten.
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In China will Mercedes stärker zulegen als die Konkurrenz. Quelle: dpa
Hoffnungsmarkt in Fernost

In China will Mercedes stärker zulegen als die Konkurrenz.

(Foto: dpa)

PekingIn der Aufholjagd mit den anderen deutschen Premiummarken will Daimler in diesem Jahr in China schnell zulegen. „Wir werden noch schneller als der Premiummarkt wachsen“, kündigte China-Vorstand Hubertus Troska am Dienstag in Peking an. Chinas Autoverband hat für dieses Jahr ein Wachstum der gesamten Branche von acht Prozent prognostiziert, Troska will mit Mercedes mindestens zehn Prozent Wachstum schaffen.

Mit zusätzlichen, in China gefertigten Modellen wolle sich das Unternehmen breiter aufstellen. Um im Wettkampf mit den Rivalen BMW und Audi voranzukommen, werde Daimler die lokale Produktion „massiv“ ausbauen, hatte Vorstandschef Dieter Zetsche vergangene Woche angekündigt.

Außerdem sollen gerade in Städten in Chinas weniger entwickeltem Westen neue Händler eröffnen. „Wie wollen die Lücken in unserem Händlernetz weiter schließen“, kündigte Troska an. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen sein Händlernetz um 100 zusätzliche Standorte ausgebaut. In den kommenden Monaten werde die Zahl der Standorte aber langsamer zulegen. „In diesem Jahr wird es nicht mehr bei zwei neuen Händlern pro Woche bleiben“, kündigte Troska an. „Bis zum Jahresende sollten wir aber die letzten Lücken geschlossen haben.“

Gleichzeitig werde die Ausbildung des Verkaufspersonals in den Vordergrund gerückt. „Damit wir uns durchsetzen können, muss jeder Verkäufer die beste Beratung liefern können“, sagte Troska. Mit Fragebögen und heimlichen Testkäufen werde die Qualität der Beratung bei den Händlern im ganzen Land geprüft. „Ein Teil der Gewinnmargen der Händler hängt vom Abschneiden bei den Tests ab.“ Bekomme ein Händler besonders schlechte Bewertungen, könnten ihm die Margen gekürzt werden.

China ist sehr wichtig für die deutschen Autobauer. Audi, BMW und Daimler dominieren den Premiummarkt auf dem größten Automarkt der Welt. Das Riesenreich dürfte 2015 nach einer Analyse des Beratungsunternehmens EY für BMW, Daimler und Audi-Mutter Volkswagen in Summe zum wichtigsten Markt werden - vor der EU und Nordamerika.

Der fremde Nabel der mobilen Welt
Beijing Auto Show
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Die gewaltigen Tragflächen tauchen vom strahlenden Himmelblau ab in ein trübes Graugelb, Sinkflug in den Pekinger Smog. Erst kurz vor dem Aufsetzen werden aus den runden Fenstern des Lufthansa-Airbus 380 Konturen von Landschaft, Häusern und Straßen erkennbar. Nach der Landung dann spürt man die Kälte. Gegen die Mischung aus Dunst und Staub hat die wärmende Ostersonne keine echte Chance. Alles ganz normal in der chinesischen Hauptstadt, auch am Vortag der „Auto China“, der inzwischen wohl wichtigsten Automesse der Welt.

Automesse Peking
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An den Luft-Problemen in vielen Megacitys des Riesenreiches wird auch die Premiere eines neuen Elektroautos namens Denza nichts ändern können. Der geräumige Fünfsitzer mit dem 460-Liter-Kofferraum ist der Öko-Star der „Auto China“. Und er ist das Ergebnis einer Gemeinschaftsproduktion von Daimler und dem chinesischen Konzern BYD. Mit einer Reichweite von 300 Kilometern pro Batteriefüllung verspricht er mehr Alltagstauglichkeit als andere bisher erhältlichen Stromer. Je nach Leistung der Steckdose dauert das Aufladen zwischen einer und sieben Stunden. Als Spitze stehen 150 km/h im Datenblatt.

Mit umgerechnet rund 42.000 Euro ist der Denza zwar teuer, doch der Staat und manche Städte wie Shanghai oder Shenzhen zahlen mit: Unterm Strich kann ein künftiger Denza-Besitzer den Preis dank reichlicher Subventionen um fast 15.000 Euro drücken. Außerdem kann er die in vielen Städten bereits geltenden Zulassungsbeschränkungen mit einem E-Mobil umfahren, muss sich also keiner Versteigerung stellen oder auf Losglück hoffen. Das erste Auto, das von Mercedes außerhalb Deutschlands entwickelt wurde, wird China indes  auch nie verlassen.

Beijing Auto Show
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Mit einem Elektroauto alleine kann Daimler das chinesische Publikum aber nicht beeindrucken: Die Probleme sind dieselben wie in Europa: Elektroautos sind teuer in der Anschaffung, die Lade-Infrastruktur nur unzureichend vorhanden. Geld verdienen die Hersteller noch mit konventionellen Autos, die in China auch gerne eine Nummer größer und stärker sein dürfen. So erhält das in Genf vorgestellte S-Klasse Coupé auf der Automesse in Peking einen stärkeren Bruder: das S 63 AMG Coupé.

Schon im nächsten Jahr soll das Serienmodell an den Start gehen und neue Kundenkreise erschließen.
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Die Coupé-Version des SUV-Klassikers ML ist die Stuttgarter Antwort auf den ähnlich gestylten BMW X6. Die meisten Käufer dieser Art von Autos leben in den USA, aber auch in China. Auf unseren Straßen wird der wohl als MLC bezeichnete Riese ebenso wie sein bayerisches Vorbild eine Seltenheit bleiben. Schon im nächsten Jahr soll das Serienmodell an den Start gehen und neue Kundenkreise erschließen.

Automesse Peking
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Noch spricht BMW bei dem in China gezeigten Konzeptauto von der „Vision Future Luxury“. Die futuristisch gezeichnete Edelkarosse gibt einen Ausblick auf das, was ab 2016 als „9er BMW“ über unsere Straßen fahren könnte – ein viertüriges Luxuscoupé. „Mit dieser Studie entwickeln wir unser Verständnis von modernem Luxus konsequent weiter – mit zukunftsweisenden Technologien sowie Präzision und Qualität in jedem Detail“, erklärt Designchef Adrian van Hooydonk. Auffällig die gegenläufig öffnenden Seitentüren, das extrem edle Innenleben und die schlanken Laser-Scheinwerfer.

huGO-BildID: 36539083 TO GO WITH "CHINA-AUTO-SHOW, FOCUS" STORY BY LAURE FILLONThis photo taken on April 21, 2014 shows visitors experienc
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Neben dem Konzeptauto zeigt BMW auch die gefragtesten Modelle auf seinem Messestand in Peking. Dort steigt auch die Nachfrage nach den in den USA und Europa beliebten SUVs, wie dem X3 (links) und dem X5 (rechts).

Auto China - Volkswagen
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„Das Beste aus zwei Welten“, sagt VW-Chefdesigner Klaus Bischoff (links im Bild) über das Messehighlight der Wolfsburger auf der Auto China in Peking. „Designed in Deutschland, gebaut in China“. Zudem ist das Schaustück eine viertürige Limousine in Form eines sportlich-eleganten Coupés. Noch hat der Neuling im Jetta-Format nicht einmal einen Namen. Derzeit trägt die Weltpremiere die Buchstaben NMC („New Midsize Coupé“) und bezeichnet damit übersetzt ein „neues Mittelklasse-Coupé“.

Auch mit der 4,60 Meter langen Studie antwortet Volkswagen auf den Stuttgarter Rivalen mit dem Stern. Denn der seit einem Jahr hochgelobte CLA ist derzeit nahezu konkurrenzlos und findet reißenden Absatz. Fest steht, dass das vielleicht Jetta Coupé genannte Auto im Herbst zunächst in China auf den Markt kommt und danach wohl auch den eher schleppenden USA-Verkauf der Marke beleben soll. Dagegen bleibt der deutsche Chinese den deutschen Interessenten noch vorenthalten. Da das Auto mit gut 1,84 Metern breiter als ein Passat geraten ist, bietet es auch im Heck angenehme Wohnlichkeit. Im Fond kann zu Dritt gereist werden, der Kofferraum ist mit stolzen 500 Litern ebenfalls familientauglich.



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