Waffenhersteller Colt geht in die Insolvenz

Die US-Traditionsfirma Colt kann ihre Gläubiger nicht mehr bedienen. Am Montag eröffnete der Waffenhersteller das Insolvenzverfahren. Noch hofft das Unternehmen auf Rettung.
Update: 15.06.2015 - 15:29 Uhr Kommentieren
Die Marke der Cowboys und Mafiabosse
Traditionsreiches Unternehmen
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Kaum ein Waffenhersteller verfügt über so viel Geschichte wie Colt. 1836 eröffnete der damals 22-jährige Sam Colt seine erste Waffenfabrik. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Colt zu einem weltweit führenden Hersteller und belieferte nicht nur die US-Armee, sondern auch europäische Monarchen.

Bahnbrechende Technologie
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Grundstein des Erfolgs war der von Colt weiterentwickelte Revolver. Das Bild zeigt die Nachbildung einer Waffe, die im amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) eingesetzt wurde. 1862 starb Sam Colt und hinterließ seiner Witwe das damals unglaubliche Vermögen von 15 Millionen Dollar.

Lieblingswaffe der Westernhelden
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Der „Colt“ wurde zum Inbegriff einer ganzen Waffengattung. Auch aus Westernfilmen ist er nicht wegzudenken. Hier bringt Clint Eastwood das Schießeisen in „Eine Handvoll Dollar“ zum Einsatz.

Werkzeug der Mafia
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Nicht nur Cowboys, sondern auch Gangster setzten auf Colt. Dieser Revolver gehörte Al Capone, dem legendären Paten von Chicago.

Ausweitung der Palette
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Mittlerweile baut Colt unter anderem auch Gewehre und Maschinenpistolen. Kunden sind Militär, Polizei und Privatkunden weltweit.

Luxus-Version
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Auch moderne Schurken greifen zum Colt. Der mexikanische Drogenboss Estanislao Olmos ließ sich seinen Revolver mit Gold und 121 geschliffenen Diamanten verzieren.

WashingtonDer legendäre Revolver-Hersteller Colt ist insolvent. Das hoch verschuldete Unternehmen teilte am Montag mit, es habe Gläubigerschutz beantragt. Dieser Schritt ermögliche „einen beschleunigten Verkauf der Aktivitäten von Colt in den USA und in Kanada“.

Der Investmentfonds Sciens Capital Management stelle ein erstes Übernahmeangebot zurück, während Colt die eigenen Finanzen unter die Lupe nehme und weitere mögliche Käufer kontaktiere. In dieser Zeit, die 60 bis 90 Tage dauern solle, würden die Geschäfte zunächst normal fortgeführt.

Mit der Insolvenzanmeldung könne das Unternehmen seine Finanzen neu ordnen und zugleich seine Verpflichtungen „gegenüber seinen Kunden, seinen Händlern, seinen Zulieferern und seinen Beschäftigten“ erfüllen, erklärte der für die Umstrukturierung zuständige Manager Keith Maib. Der Firma war es zuvor nicht gelungen, sich mit der Mehrheit der Gläubiger auf eine Schuldenreduzierung und frische Geldspritzen zu verständigen.

Colt steckt in Schwierigkeiten, seit das Unternehmen im Jahr 2013 einen Großauftrag der US-Armee verlor. Bis dahin hatte Colt das Sturmgewehr M4 an die Armee geliefert. Wegen des verlorenen Auftrags musste Colt die Geschäftszahlen für 2014 und 2015 revidieren.

Das Unternehmen war im Jahr 1855 von Samuel Colt gegründet worden und wurde für den gleichnamigen Revolver berühmt. Bei der Ausbreitung der USA Richtung Westen war der Colt die Waffe der Wahl.

  • afp
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