Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Warnung vor Stilllegung Alte Kraftwerke sollen Energiezufuhr sichern

Die Kapazitäten der Stromerzeugung in Deutschland werden knapp. Die Energiebranche warnt deshalb, ältere Kraftwerke stillzulegen. Sogar Umweltschützer sind in diesem Punkt offenbar auf der Seite der Unternehmen.
7 Kommentare
Kohlekraftwerk bei Großkrotzenburg in Hessen. Quelle: dpa

Kohlekraftwerk bei Großkrotzenburg in Hessen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Energiebranche warnt angesichts knapper Stromerzeugungskapazitäten vor einer Stilllegung älterer Kraftwerke. Da mit Verzögerungen bei der Inbetriebnahme neuer Anlagen zu rechnen sei, „sollte die Politik bereits verfügte Stilllegungen älterer Kraftwerke noch einmal überprüfen“, sagte Hildegard Müller, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), dem Handelsblatt. Umweltschützer stimmen ihr zu. Auch die Bundesnetzagentur hatte kürzlich angesichts drohender Engpässe empfohlen, Altanlagen einsatzbereit zu halten.

Tatsächlich stehen viele ältere Kraftwerke vor dem Aus. Dafür gibt es verschiedene Gründe. So verbinden Behörden die Genehmigung neuer Anlagen häufig mit der Auflage, ineffizientere ältere Anlagen stillzulegen. Der BDEW geht davon aus, dass allein aus diesem Grunde in den kommenden Jahren 5,4 Gigawatt (GW) Kapazität vom Netz gehen. Das entspricht fünf Großkraftwerken.

Weitere sechs GW stehen vor einer Stilllegung, weil die Kraftwerke den sich verschärfenden Immissionsschutzgesetzen nicht mehr gerecht werden. Da mit der Energiewende das Aus für sämtliche Kernkraftwerke bis 2022 beschlossene Sache ist, sind Engpässe absehbar.

„Der vergangene Winter hat gezeigt, dass die Erzeugungskapazitäten in einigen Regionen knapp sind“, sagte Müller. Der Kraftwerksbestand sollte daher möglichst gesichert werden. Besonders prekär sei die Lage in Bayern und Baden-Württemberg, sagte sie. „Deshalb können wir es uns gerade dort kaum leisten, alte Anlagen ohne eine erneute Analyse der Situation einfach stillzulegen.“

Umweltschützer, die den Weiterbetriebe alter Kraftwerke mit niedrigem Wirkungsgrad und hohen CO2-Emissionen grundsätzlich kritisch sehen, teilen angesichts der akuten Engpässe Müllers Forderung. „Die Lage ist angespannt. Es ist daher sinnvoll, auch alte Kraftwerke am Netz zu halten“, sagte Felix Matthes vom Öko-Institut dem Handelsblatt. Da die alten Anlagen nur für wenige Stunden in Engpasssituationen ans Netz gehen müssten, sei der Emissionsaspekt nicht relevant. „Wir werden uns um die alten Anlagen kümmern müssen. Sie dürfen nicht einfach abgemeldet werden. Das ist das größte Flexibilitätspotenzial, das wir derzeit haben“, sagte er.

Wie verpacke ich mein Haus richtig? | Infofilm

Startseite

7 Kommentare zu "Warnung vor Stilllegung: Alte Kraftwerke sollen Energiezufuhr sichern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ... wenn sich am 31.12.2022 die Kernenergie für immer aus Deutschland verabschiedet hat, sind mindestens 30 GWp Photovoltaik NEU gebaut, mindestens 20 GW Windkraftanlagen NEU gebaut und 10 GW Speicherkraftwerke NEU gebaut worden. Dazu kommen noch Hunderttausende Kleinspeicher.
    Und wenn sich in 20 oder 30 Jahren andere Länder um die Reste der fossilen Energieträger prügeln, lassen wir uns die Sonne auf den Bauch scheinen und es uns gut gehen.

    Strom wird doch in Zukunft nicht mehr in Dampfkesseln erzeugt, indem Gas, Kohle, Öl verbrannt oder Atomkerne gespaltet werden. Davon erzählen höchstens noch unsere Enkel ihren Enkeln.

  • Die Energiewende hat viele Aspekte und warten wir mal ab, wie sich die Stromlandschaft in den nächsten zwei Jahren verändert. Wahrscheinlich kann man in zwei Jahren ganzjährig auf Kernenergie verzichten. Den Deutschen bleibt dann ein finanzielles Desaster wie Tepco hoffentlich erspart.

  • Ich stimme Ihnen zu. Die Energiedebatte in Deutschland wird heutzutage "religiös" geführt. Die Parteien auf der Suche nach jeder Wählerstimme richten sich nach einer von den Medien aufgehetzten Bevölkerungsschicht und nicht nach Argumenten einer auf pro und contra aufgebauten vernünftiger Debatte. Nach Fukushima wurde das ganze Energiekonzept kurzerhand um 180 Grad gedreht, ohne an die Konsequenzen zu denken. Energieengpässe, fehlende Netzinfrastruktur, fehlenden Speicherkapazitäten. Die Menschen, ideologisch regelrecht gehirngewaschen in der Meinung regenerative Energie ist automatisch und per se gut, sind keiner rationalen Diskussion mehr zugänglich. Es wird eingeteilt in gut und böse. Man fühlt sich bei regenerativen Energien auf „der“ richtigen Seite, denn man ist ja ein sauberer Mensch und der andere ein Umweltsünder. Damit mich keiner falsch versteht, auch ich sehe das Atommüllproblem und es ist richtig sich nach anderen Energieformen umzusehen, da sich diese Problem nicht vernünftig lösen lässt. Der Wind bläst nun mal nicht immer und die Sonne scheint auch nicht am Abend, wenn die Leute zu waschen beginnen. Ganz zu schweigen von den vielen Windrädern, die jetzt die Landschaft verschandeln. Es gibt schon lange funktionierende Patente in der Nutzung von freier Energie, oder auch Vakuumenergie bzw. Raumenergie genannt. Diese Energieform ist völlig unbegrenzt vorhanden, es entstehen keine schädlichen Umwelteinflüsse und sie ist Orts unabhängig. Nichts muss transportiert werden. Die Patente wurden leider von den Energiekonzernen aufgekauft und sind in irgendwelchen Schulbladen verschwunden. Diese Energieform macht die Menschen nämlich autark, deswegen muss sie unter allen Umständen unterdrückt werden. Wer mir nicht glaubt, soll einfach mal danach googeln. Die Medien berichten auch nicht darüber, denn sie wollen ja nicht ihre Inserenten loswerden

  • Die Energiewende ist deifinitiv gescheitert !
    Angetreten ist die Ökofraktion mit dem Ziel, mittels Solar und Windstrom die Atom und Kohlekraftwerke zu ersetzen. Nun ist die dt. Solarindustrie bankrott, die Windkraftanlagen erzeugen nutzlosen Strom, der mangels Netze nicht zu den potentiellen Verbrauchern im Süden geführt werden kann. Und als Krönung werden nun die ältesten Dreckschleudern über Jahre hinaus weiterbetrieben werden müssen im Konsens mit den "Umweltschützern", um die Fehlentscheidung mit der völlig überstürtzten und grundlosen Abschaltung der dt. Atomkraftwerke zu verschleiern. Schämt Euch !!! Spott und Hohn vom Rest der Welt sind Euch gewiss.

  • Bei unserer Energiewirtschaft läßt sich wie mit einer Lupe die Idotien von Planwirtschaft und Subventionen erkennen. E10 als Paradebeispiel, wie Planwirtschaft "funktioniert" und beim EEG stellt man fest, daß jedeSubvention neue Subventionen initiiert, bis das Produkt so teuer ist, daß es sich keiner mehr leisten kann.

  • Wenn die Deutschen mal ein wenig nachdenken würden, hätte man in jeder Stadt ein eigenes kleines Kraftwerk, oder mehrere. Wie z.b:

    http://ecat.com/

  • Die Problematik besteht nicht ausschliesslich darin, dass man die Kernkraftwerke aus religiösen Gründen, man denke an den Glaube an dämonische Atomstrahlen, stilllegt und damit 20000MW Grundlaststrom vom Netz nimmt, sondern auch in den "Erneuerbaren Energien". Diese speisen gem. EEG vorrangig ihren wertlosen, umweltschädlichen Zufallsstrom entsprechend der Launen des Wetters ein. Dadurch vermindert sich die Vollaststundenanzahl der fossilen Kraftwerke. Fossile Kraftwerke müssen häufig in unwirtschaftlicher Teillast gefahren werden, oder zahlreiche Lastwechsel im Lastfolgebetrieb vollziehen.
    Diese Kosten werden jedoch nicht über das EEG weitergegeben, sondern bleiben bei den Kraftwerksbetreibern. Mehrere Kraftwerksbetreiber haben sich dahingehend geäussert, dass sich neue fossile Kraftwerke nicht mehr rechnen, haben teils die Planungen solcher Kraftwerke eingestellt. Für die Betreiber alter Kraftwerke dürfte die Situation ähnlich schwierig sein als die Kraftwerke nur wenige 100 Betriebsstunden im Jahr genutzt werden. Spätestens wenn grössere Reperaturen anfallen, oder neue Auflagen zur Erneuerung zwingen wird man diese Kraftwerke stillzulegen suchen.

    Die Konsequenz wird eine Bereitstellungsprämie für fossile Kraftwerke sein, die man irgendwo im Strompreis unterbringen wird.

    Vandale

Serviceangebote