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Wechsel im Vorstand Bei Lion wird alles noch schlimmer

Das defizitäre Bioinformatikunternehmen Lion Bioscience wird seine Jahresziele verfehlen und hofft nun mit einem neuen Vorstand und einem massiven Stellenabbau im kommenden Geschäftsjahr 2005/2006 doch noch profitabel zu werden.

HB FRANKFURT. Lion werde die zuletzt veröffentlichten Prognosen für das laufende Geschäftsjahr und für das nächste Geschäftsjahr im Wesentlich nicht halten können, teilte Lion am Donnerstag mit.

Für 2004/2005 hatte Lion Anfang November einen Umsatz von zwölf bis 13 Millionen Euro und einen Nettoverlust zwischen zehn und elf Millionen Euro in Aussicht gestellt. Im Geschäftsjahr 2005/2006 wollte Lion mit neuen Produkten Wachstum im zweistelligen Prozentbereich generieren und so die Gewinnzone erreichen. Die im Prime Standard gelistete Lion-Aktie verlor am Vormittag über 4 Prozent auf 1,18 Euro.

Nun sollen die Geschäftsbereiche Bioinformatik und Chemieinformatik künftig in den Standorten der Tochtergesellschaften in den USA und Großbritannien konzentriert werden, teilte Lion weiter mit. Am Hauptsitz Heidelberg werde künftig nur noch die Verwaltung beheimatet sein. Insgesamt solle die Zahl der Mitarbeiter auf 50 bis 70 sinken. Zum 30. September 2004 beschäftigte Lion 142 Mitarbeiter.

Am Mittwochabend hatte Lion bereits mitgeteilt, es habe seinen Vorstand erneut umgebildet. Der bisherige Entwicklungs- und Technologievorstand Thure Etzold sei zum Vorstandsvorsitzenden ernannt worden. Der erst vor einem Monat zum Finanz- und Vertriebsvorstand berufene Joseph Donahue scheide wieder aus dem Vorstand aus, soll aber den Vertrieb und das Amerika-Geschäft weiterhin leiten. Neuer Finanzvorstand ist Peter Willinger, der den Angaben zufolge bereits seit 1998 die Finanzabteilung des Unternehmens leitet.

Die Vorstände Martin Hollenhorst und Daniel Keesman hatten Mitte Oktober ihren Rücktritt erklärt, weil das Unternehmen auf Grund der hohen Kosten in Folge der Notierung an der US-Technologiebörse Nasdaq keine Manager-Haftpflichtversicherung (D&O) für den Vorstand mehr abgeschlossen hatte. Auch der ganze Aufsichtsrat war aus diesem Grund zurückgetreten. Dort übernahm inzwischen Firmengründer Friedrich von Bohlen den Vorsitz. Am Montag hatte Lion angekündigt, die Nasdaq-Notiz am 22. Dezember einzustellen.

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