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Wegen Korruptionsverdacht Razzia bei Areva

Immobilien des Reaktorbauers Areva NP wurden von der Staatsanwaltschaft durchsucht. Mitarbeiter des Konzerns werden verdächtigt, schwarze Kassen angelegt und im Ausland Schmiergelder gezahlt zu haben.
07.04.2011 - 12:52 Uhr Kommentieren
Der Schriftzug

Der Schriftzug "Areva" an der Deutschland-Zentrale des Stromkonzerns.

(Foto: dapd)

München Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat den Reaktorbauer Areva NP wegen des Verdachts auf Korruptionsvergehen durchsucht. Die Ermittler hätten am Dienstag 31 Firmen- und Privatimmobilien in Deutschland und Tschechien durchkämmt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Die Strafverfolger gehen dem Verdacht nach, dass ein aktiver und vier ehemalige Mitarbeiter des französisch-deutschen Unternehmens zwischen 2002 und 2005 schwarze Kassen angelegt haben, um im Ausland Schmiergeld im Zusammenhang mit Auftragsvergaben zu zahlen. Es gehe um Beträge im zweistelligen Millionenbereich, sagte die Sprecherin. Auch drei Mitarbeiter von Unternehmensberatungen seien im Visier der Ermittler. Die Beamten hätten umfangreiche Beweismittel gesichert, die nun ausgewertet würden. Areva hat seine Kooperation bei den Ermittlungen zugesichert.

Areva NP gehört mehrheitlich dem französischen Areva-Konzern, ein Drittel steht noch im Besitz von Siemens. Die Vorwürfe ähneln denen, die seit 2006 gegen Siemens-Manager erhoben werden. Auch im größten Korruptionsskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte wurde Geld aus der offiziellen Buchhaltung für Bestechungen im Ausland auf schwarze Konten ausgeschleust. In dem Zusammenhang muss sich derzeit der frühere Konzernvorstand Thomas Ganswindt vor dem Landgericht München verantworten. Die Ankläger werfen ihm vor, von der Schmiergeldpraxis gewusst und weggesehen zu haben. Der Manager räumte Versäumnisse in der Kontrolle seiner einstigen Mitarbeiter ein, streitet aber ab, die Vorgänge konkret gekannt zu haben.

Siemens will sich von seinem Anteil an Areva NP trennen und nach den bisherigen Planungen mit der russischen Rosatom ein neues Atomkraftwerksunternehmen zu gründen. Die Franzosen waren gegen die Pläne vorgegangen. Ein Schiedsgericht soll bis Mitte April den Streit schlichten.

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