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Weltgrößter Gasekonzern Mit Verkauf von Praxair-Geschäft in Europa rückt Fusion mit Linde näher

Praxair verkauft den Großteil des Europageschäfts nach Japan. Finanzinvestoren hoffen nun, beim Linde-Geschäft in den USA zum Zug zu kommen.
05.07.2018 - 10:30 Uhr Kommentieren
Nächste Hürde für die Fusion mit Praxair aus dem Weg geräumt. Quelle: dpa
Gasebehälter von Linde

Nächste Hürde für die Fusion mit Praxair aus dem Weg geräumt.

(Foto: dpa)

München/Frankfurt Der Zusammenschluss von Linde und Praxair zum weltgrößten Gasekonzern war so umkämpft wie kaum eine andere Großfusion in Deutschland. Doch seit der Linde-Aufsichtsrat grünes Licht gegeben hat und die große Mehrheit der Linde-Aktionäre das Fusionsangebot angenommen hat, haben sich die Wogen geglättet. Nur noch die Kartellbehörden könnten den 60-Milliarden-Euro-Zusammenschluss stoppen.

Doch danach sieht es derzeit nicht aus: Mit der Ankündigung des Verkaufs des größten Teils des Praxair-Geschäfts in Europa rückt die Fusion näher. „Das ist der nächste Schritt“, hieß es in Industriekreisen, „es geht kontinuierlich voran.“

Praxair verkauft laut Mitteilung „den überwiegenden Teil des europäischen Gasegeschäfts“ an den japanischen Industriegasehersteller Taiyo Nippon Sanso Corporation. Der Kaufpreis für die Geschäfte mit einem Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro beträgt fünf Milliarden Euro.

Die EU-Kommission hatte nach Informationen des Handelsblatts darauf gedrängt, dass die zu veräußernden Geschäfte eher an einen industriellen Konkurrenten als an ebenfalls interessierte Finanzinvestoren verkauft wird. Zudem wollten die Kartellwächter demnach, dass die Aktivitäten nicht an viele, kleine Konkurrenten, sondern an einen starken Wettbewerber gehen.

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    Nach Informationen des Handelsblatts aus Finanzkreisen hatten sich auch die großen Private-Equity-Häuser wie CVC, Carlyle, EQT und KKR um das Europageschäft von Praxair beworben und sich auch vor der Kommission präsentiert. Ihre Gebote seien wettbewerbsfähig gewesen. Allerdings habe sich früh angedeutet, dass eine strategische Lösung bevorzugt wird. „Das hat sich bereits vor einigen Wochen abgezeichnet.“

    In Finanzkreisen herrschen allerdings Zweifel, ob die Japaner wirklich ein harter Wettbewerber in Europa sein werden und Praxair/Linde in ihrem angestammten Geschäft angreifen können. „Das hätten wohl Finanzinvestoren in stärkerem Umfang gemacht. Sie hätten sicherlich auch kleinere Unternehmen aus der Branche zugekauft“, urteilte ein Insider. So wäre nach seiner Einschätzung frischer Wind in die Branche gekommen.

    Jetzt hoffen die Beteiligungshäuser beim Verkauf des Geschäfts von Linde in den USA zum Zug zu kommen. Das müssen die US-Wettbewerbshüter entscheiden.

    Mit der Verkaufsankündigung rückt die Genehmigung durch Brüssel nun näher. Die Kommission hat noch bis Ende August Zeit für die vertiefte Prüfung des Zusammenschlusses. Bis 24. Oktober muss die Genehmigung aller Kartellbehörden vorliegen, sonst platzt die Fusion. Als dickste Brocken gelten nun vor allem noch die USA und Brasilien.

    Da der Industriegasemarkt schon heute einen oligopolistischen Charakter hat war klar, dass sich Linde und Praxair von Teilen ihres Geschäfts trennen müssen. Sie haben sich dabei eine Schmerzgrenze von 3,7 Milliarden Dollar Umsatz oder 1,1 Milliarden Dollar Betriebsergebnis gesetzt. Muss dieses Volumen überschritten werden, könnten sich Linde und Praxair die Fusion noch einmal überlegen.

    Mit dem Verkauf von großen Teilen des Europa-Geschäfts von Praxair gehen nun umgerechnet etwa 1,5 Milliarden Dollar weg. Zum Vergleich: Linde erzielte in der Region Europa, Mittlerer Osten, Afrika (EMEA) zuletzt Umsätze von 5,9 Milliarden Euro.

    Industriegase wie Stickstoff, Sauerstoff und Edelgase werden in vielen Branchen bei der Produktion eingesetzt. Der Linde-Umsatz war im vergangenen Jahr insgesamt um währungsbereinigt zwei Prozent auf 17,1 Milliarden Euro gestiegen. Praxair legte um neun Prozent auf 11,4 Milliarden Dollar zu.

    Vor allem deutsche Arbeitnehmervertreter hatten sich zeitweise heftig gegen den geplanten Zusammenschluss gewehrt. Sie fürchteten eine heimliche Übernahme durch die Amerikaner. Praxair-Chef Steve Angel will den fusionierten Konzern operativ aus den USA heraus führen. Offizieller Firmensitz ist Dublin. Die Fusion soll in der zweiten Jahreshälfte vollzogen werden.

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