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Arcelor-Mittal-Werk in Genf

Die Stahlbranche zählt zu den größten CO2-Emittenten in der Industrie. Viele Technologien, um den Ausstoß des Klimagases zu verringern, sind derzeit noch im Forschungsstadium.

(Foto: Reuters)

Weltgrößter Stahlhersteller Arcelor-Mittal fordert Klimasteuer auf EU-Stahlimporte

In der Debatte um europäischen Klimaschutz wagt Aditya Mittal einen Vorstoß: Der Arcelor-Mittal-Finanzvorstand fordert eine CO2-Steuer auf Stahlimporte in die EU.
1 Kommentar

ParisNachdem EU-Energiekommissar Miguel Arias Cañete kürzlich seine Pläne für ein klimaneutrales Europa ab dem Jahr 2050 vorgestellt hat, fürchtet die energieintensive Industrie hierzulande zunehmend um ihre Existenz. Doch bei manchem Manager sorgt die verfahrene Situation für politische Kreativität – so etwa bei Arcelor-Mittal-Finanzchef Aditya Mittal.

In der Diskussion um weitere CO2-Einsparungen wagte der Manager und Erbe des größten Stahlherstellers der Welt nun einen Versuch: In Paris forderte Mittal, künftig Stahlimporte nach Europa stärker zu besteuern – wenn sie unter klimaschädlichen Bedingungen hergestellt wurden.

So erklärte der 42-Jährige in einer Rede vor Journalisten, die europäische Wirtschaft werde auch in Zukunft weiterhin so viel Stahl benötigen wie bisher. „Doch die bisherigen Maßnahmen können nicht ändern, wie Stahl gemacht wird – sondern nur, wo er gemacht wird.“

Bereits im Oktober diskutierten Politiker und Unternehmensvertreter beim Nationalen Stahlgipfel in Saarbrücken über eine sogenannte „grüne Grenzausgleichssteuer“ („green border adjustment tax“): Dabei würden Stahlimporteure, die unter besonders hohem Ausstoß des Klimagases Kohlenstoffdioxid produzieren, mit einem Zoll belegt. Außenminister Heiko Maas (SPD) äußerte damals Sympathie für die Idee.

Am Ende jedoch beschlossen die teilnehmenden Bundesländer vor allem, sich für eine zusätzliche kostenfreie Zuteilung von CO2-Zertifikaten stark zu machen. Im vergangenen Jahr stieg der Preis pro Tonne CO2 um fast 200 Prozent auf zuletzt rund 20,80 Euro – allein der österreichische Stahlhersteller Voestalpine rechnet mittelfristig mit jährlichen Kosten im dreistelligen Millionenbereich.

Entsprechend groß ist auch das Interesse bei den heimischen Herstellern, den globalen Wettbewerbsnachteil durch diese Kosten zu verringern. So sagte auch Mittal: „Die Einführung einer grünen Grenzausgleichssteuer ist essentiell, um gleiche Spielregeln für alle zu etablieren, die wirkliche Verbesserungen erst ermöglicht.“ Versteckte Klimabelastungen durch Importe müssten deshalb verhindert werden.

Das Produktionsnetzwerk von Arcelor-Mittal verteilt sich zwar über die ganze Welt, zuletzt allerdings erzielte der Stahlgigant 2017 rund die Hälfte des Umsatzes von 69 Milliarden Euro allein in Europa. Zudem hat der Konzern im vergangenen für rund zwei Milliarden Euro das größte europäische Stahlwerk im süditalienischen Tarent gekauft und muss es nun aufwendig sanieren. Geplant ist, dort in Zukunft mehr als acht Millionen Tonnen Stahl pro Jahr herzustellen.

Mit einer Gesamtproduktionsmenge von rund 95,5 Millionen Tonnen ist Arcelor-Mittal schon jetzt der mit Abstand größte Produzent der Welt, gefolgt von mehreren asiatischen Unternehmen, die jeweils allerdings rund ein Drittel weniger produzieren.

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1 Kommentar zu "Weltgrößter Stahlhersteller: Arcelor-Mittal fordert Klimasteuer auf EU-Stahlimporte"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es sind die gleichen die D. Trumps US-Einfuhrzölle als schädlich bezeichnen, die fordern nun EU-Einfuhrzölle getarnt als Klimasteuer.
    Zölle sind grundsätzlich schädlich. Andere Länder werden mit anderen Begründungen folgen. Der freie Warenverkehr wird eingeschränkt und die Produkte werden für die Verbraucher deutlich verteuert.
    Der industriell zweiten und dritten Welt wird der Markt in Europa verschlossen. Die Folgen kennen wir und diese werden durch Schutz-Zölle nur drastisch vergrößert.
    Grund ist, der Gewinn von Mittal einem indischen Konzern muß steigen, die Unwelt ist Mittal egal.