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Werk Chattanooga Volkswagen baut ab 2022 E-Autos im US-Bundesstaat Tennessee

Die USA sind aktuell der zweitgrößte Elektroautomarkt der Welt. VW will darum auch sein US-Werk fit machen für die Produktion von Elektroautos.
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Neben den Modellen mit Verbrennungsmotor sollen im VW-Werk Chattanooga künftig auch Elektroautos gebaut werden. Quelle: AP
VW in Chattanooga

Neben den Modellen mit Verbrennungsmotor sollen im VW-Werk Chattanooga künftig auch Elektroautos gebaut werden.

(Foto: AP)

Düsseldorf Volkswagen baut sein erstes amerikanisches Werk für Elektroautos in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee, wie der Konzern am Montag auf der Detroit Motor Show mitteilte. Der deutsche Autohersteller wird dafür rund 700 Millionen Euro investieren und 1000 neu Arbeitsplätze schaffen. Die Produktion der reinen Elektroautos auf der sogenannten MEB-Plattform, VWs Baukastensystem für E-Autos, soll dort im Jahr 2022 beginnen.

In Chattanooga betreibt Volkswagen schon ein eigenes Werk. Die Verbrennermodelle Passat und Atlas, ein nur in den USA verkaufter SUV, laufen dort von den Bändern.

„Die Entscheidung, unsere US-Fertigung für Elektrofahrzeuge in Chattanooga anzusiedeln, ist ein wesentlicher Bestandteil der Wachstumsstrategie von Volkswagen in Nordamerika“, sagte VW-Vorstandschef Herbert Diess am Montag in Detroit. Mit den zusätzlichen Investitionen in Chattanooga würden die Grundlagen für eine Marktoffensive in den USA geschaffen. Das erste von Volkswagen in den USA produzierte Elektroauto wird ein SUV, der ID Crozz.

Nach der Dieselaffäre im Herbst 2015 hat sich Volkswagen in den USA wieder deutlich erholt. Mit neuen, speziell auf den amerikanischen Markt zugeschnittenen Fahrzeugen ist es dem Volkswagen-Konzern im vergangenen Jahr gelungen, seine Verkaufszahlen in den USA leicht zu steigern. Geld verdient das Unternehmen damit allerdings noch nicht – die Gewinnschwelle soll voraussichtlich im kommenden Jahr erreicht werden.

Dieselmodelle hat Volkswagen in den USA aus dem Programm genommen, die Konsequenzen des Dieselskandals waren zu weitreichend. VW sowie auch die Schwestermarken Audi und Porsche verkaufen auf dem amerikanischen Markt heute fast ausschließlich Autos mit Benzinmotor.

Mit den neuen Fertigungsanlagen in Chattanooga soll sich daran jedoch etwas ändern. Wie in Europa und China rechnet Volkswagen auch in den USA mit Marktchancen für rein batteriegetriebene Fahrzeuge. Die Entwicklung dort vollzieht sich jedoch langsamer als in anderen Teilen der Welt.

In Deutschland und in China beginnt Volkswagen schon in diesem Jahr mit der Produktion der neuen Elektroautos auf MEB-Basis. In den USA investiert der VW-Konzern zugleich in den Aufbau einer Ladeinfrastruktur. Im Rahmen des Vergleichs mit der US-Justiz in der Dieselaffäre hatte Volkswagen mehr als zwei Milliarden Euro für den Aufbau dieses Ladenetzes zugesagt.

Weltweit entstehen in den nächsten Jahren acht MEB-Werke in Europa, Nordamerika und China. Volkswagen schafft damit die Produktionskapazitäten, um bis 2025 mehr als eine Million E-Autos pro Jahr zu verkaufen.

Weitere MEB-Werke werden in Zwickau, Emden, Hannover, Dresden und im tschechischen Mlada Boleslav, dem Standort der Skoda-Zentrale, errichtet. Der chinesische Markt wird von den Werken Anting und Foshan aus beliefert. Insgesamt investiert die Marke Volkswagen bis 2023 rund elf Milliarden Euro in Zukunftstechnologien, davon rund neun Milliarden Euro in die Elektromobilität. Im gesamten Konzern zusammen mit den anderen Tochtermarken erreichen die geplanten Investitionen in Digitalisierung und Elektrifizierung etwa 44 Milliarden Euro.

Die zusätzliche E-Produktion in Chattanooga könnte Volkswagen auch im Handelskonflikt mit der US-Regierung helfen. Bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump Anfang Dezember hatte VW-Chef Herbert Diess neue Investitionen in den Vereinigten Staaten angekündigt. Trump droht insbesondere den deutschen Autoherstellern mit hohen Importzöllen, die Unternehmen aus der Bundesrepublik wollen sie noch verhindern.

Am Dienstag dürfte Volkswagen zudem seine geplante Kooperation mit Ford im Detail präsentieren. Beide Autohersteller wollten ursprünglich nur bei Nutzfahrzeugen zusammenarbeiten, doch inzwischen gibt es auch Gespräche über eine Kooperation beim autonomen Fahren und bei der Elektrifizierung von Fahrzeugen. Am Dienstag dürften eine grundsätzliche Rahmenvereinbarung und eine Gemeinschaftsproduktion bei Pick-ups verkündet werden.

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1 Kommentar zu "Werk Chattanooga: Volkswagen baut ab 2022 E-Autos im US-Bundesstaat Tennessee"

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  • Dann hat ja das Treffen der Autobosse mit Don Trump im vergangenen Jahr für die USA einen Erfolg...

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