Werk Untertürkheim Daimler-Betriebsrat distanziert sich von rechten Kollegen

Bei Daimler sorgen rechts gesinnte Mitglieder im Betriebsrat seit Monaten für Unruhe. Jetzt geht das Gremium deutlich auf Distanz.
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Daimler-Betriebsrat distanziert sich von „Zentrum Automobil“ Quelle: dpa
Mercedes-Produktion

Die vier Betriebsrats-Mitglieder von „Zentrum Automobil“ waren in den vergangenen Monaten immer wieder Gegenstand von Medienberichten.

(Foto: dpa)

StuttgartDer Betriebsrat des Daimler-Werks in Untertürkheim hat sich in einer ausführlichen Erklärung von rechten Kollegen im Gremium distanziert. Die andauernde negative Berichterstattung über die rechte Gruppierung „Zentrum Automobil“ schade dem Ruf der Belegschaft, heißt es in dem Schreiben von Mittwoch. „Das Werk Untertürkheim erscheint in den Medien mittlerweile als ein Sammelbecken für Neonazis und ein Zentrum rechtsextremer Umtriebe.“

Die vier Betriebsrats-Mitglieder von „Zentrum Automobil“ waren in den vergangenen Monaten immer wieder Gegenstand von Medienberichten, wonach sie enge Kontakte zur rechtsextremen Szene haben sollen. In den Berichten war von Auftritten bei Kundgebungen der AfD und Pegida die Rede, von früheren Mitgliedschaften bei der verbotenen Neonaziorganisation „Wiking-Jugend“ und der Skinhead-Truppe „Kreuzritter für Deutschland“.

Auch mit der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) werden drei der vier Betriebsräte in Verbindung gebracht – zwei hatten sogar vor dem NSU-Untersuchungsausschuss in Stuttgart aussagen müssen.

Loswerden können die restlichen 41 Betriebsräte des Werks die Kollegen nicht. Aber sie distanzieren sich „von allem rechtsradikalen und neonazistischen Gedankengut“. Im Werk arbeiteten Menschen aus mehr als 50 Nationen, der Betriebsrat diene den Belangen und Interessen der Belegschaft und dürfe nicht für fremde politische Zwecke missbraucht werden.

Diskutiert hatte der Betriebsrat das Thema am Dienstag – die Gruppe „Zentrum Automobil“ habe jedoch nicht Stellung bezogen, sondern sei einschließlich der Stellvertreter ferngeblieben. Anfang März finden im Werk Untertürkheim Betriebsratswahlen statt.

  • dpa
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2 Kommentare zu "Werk Untertürkheim: Daimler-Betriebsrat distanziert sich von rechten Kollegen"

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  • Das wird auch Zeit, kein Platz für rechte Gesinnung.

  • "In den Berichten war von Auftritten bei Kundgebungen der AfD " die Rede -
    Die AfD ist eine demokratische Partei, sie ist im Bundestag vertreten.
    Wenn man sich von anders denkenden Menschen distanziert, wird es recht schwer mit ihnen zusammen zu arbeiten.
    Die Aufgabe vom Betriebsrat ist es mit allen Kollegen über Parteigrenzen hinweg zu arbeiten.

    DA DARF ES KEIN RECHTS-LINKS GEBEN! DA GEHT ES UM DEN BETRIEB UND SEINE BESCHÄFTIGTEN! DA GEHT ES UM DIE SACHE - POLITIK MUSS AUSSEN VOR BLEIBEN!

    Übrigens halte ich es nicht für besonders schön von Betriebsräten, wenn sie auf politischen Veranstaltungen der verschiedensten Parteien auftreten: Da könnte mancher meinen, die Betriebsräte seien Politiker!

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