Werkstattkette ATU soll noch dieses Jahr verkauft werden

Der Durchbruch zum Verkauf von ATU kam in letzter Minute. Die Werkstattkette muss künftig weniger Miete zahlen. Nun soll die Übernahme noch in diesem Jahr vollzogen werden – bei den Mitarbeitern herrscht Erleichterung.
Update: 09.12.2016 - 10:02 Uhr 2 Kommentare
Wenige Stunden vor Ablauf des Ultimatums haben sich die beteiligten Parteien auf eine Rettung von ATU verständigt. Quelle: dpa
Autowerkstattkette ATU

Wenige Stunden vor Ablauf des Ultimatums haben sich die beteiligten Parteien auf eine Rettung von ATU verständigt.

(Foto: dpa)

München/WeidenNach der Einigung im Verkaufspoker um die angeschlagene Autowerkstattkette ATU mit rund 10.000 Beschäftigten soll die Übernahme noch in diesem Jahr vollzogen werden. „Wir haben nun die Chance, im Schulterschluss mit unserem künftigen Eigentümer Mobivia Groupe den Weg zurück zu Wachstum und Profitabilität fortzusetzen“, teilte der Vorsitzende der ATU-Geschäftsführung, Jörn Werner, am Freitag im oberpfälzischen Weiden mit.

Die Verhandlungspartner hatten sich am Donnerstag wenige Stunden vor Ablauf einer Frist geeinigt. Die Vermieter um die Immobiliengesellschaft Lino ließen sich laut Industriekreisen auf eine deutliche Reduzierung der Mieten für die Werkstätten ein. Mobivia ist nach eigenen Angaben mit rund 11.000 Mitarbeitern und 1,76 Milliarden Euro Umsatz Marktführer in Europa.

Bei ATU standen 10.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. In der Nacht zum Freitag lief eine 21-tägige Frist ab, in der sich Gläubiger, Vermieter und Werkstattkette auf ein Gesamtpaket einigen mussten. Andernfalls hätte ATU einen Insolvenzantrag stellen müssen. ATU soll im deutschsprachigen Raum weiterhin als eigenständiges Unternehmen mit Sitz in Weiden arbeiten.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
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14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
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Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
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Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Platz 11: Faurecia
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Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die weltweit fast 100.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro.

Platz 10: Michelin
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Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
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Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

ATU war in den vergangenen Jahren von einem Finanzinvestor zum nächsten weitergereicht worden. Mit Mobivia geht die Kette nun endlich an einen strategischen Investor. Der zahlt nach Informationen des Handelsblatts 225 Millionen Euro Kaufpreis, die aber direkt an die Gläubiger gehen. Mobivia hatte im Kaufvertrag eine Mietreduzierung zur Bedingung gemacht.

Der Verkauf stand laut Investorenkreisen auf der Kippe, weil Lino mit dem Gläubiger Deutsche Bank im Hintergrund vor einigen Tagen überraschend eine Sonderzahlung von 100 Millionen Euro als Gegenleistung für die Mietminderung verlangt haben soll.

„Für die ATU-Mitarbeiter ein vorgezogener Heiliger Abend“
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2 Kommentare zu "Werkstattkette: ATU soll noch dieses Jahr verkauft werden"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

  • Warum wartet man bis kurz vor Weihnachten??? Um den Mitarbeitern das Fest zu versauen? Das ist typisch Hedgefond ... Blutsauger!!!!

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