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West-Point-Absolvent Johnson-&-Johnson-CEO Alex Gorsky: Der Pharma-Veteran als Impfstoff-Hoffnungsträger

In Deutschland soll das J&J-Vakzin nun ohne Priorisierung verimpft werden. In den USA gab es für Gorski schon schwere Rückschläge. Auch sein persönlicher Weg verlief nicht nur ruhmreich.
10.05.2021 - 17:07 Uhr Kommentieren
Der Manager kletterte bei Johnson & Johnson die Karriereleiter schnell nach oben. Quelle: action press
Alex Gorsky

Der Manager kletterte bei Johnson & Johnson die Karriereleiter schnell nach oben.

(Foto: action press)

New York Alex Gorsky, der CEO von Johnson & Johnson, hat keine einfachen Monate hinter sich. Noch Ende Februar galt der 60-Jährige als der große Hoffnungsträger der amerikanischen und weltweiten Impfkampagne gegen das Coronavirus.

Am 27. Februar hatte die US-Gesundheitsbehörde den Impfstoff von Johnson & Johnson mit einer Notfallverordnung freigegeben. Seit Mitte März ist er auch in der EU erhältlich. Und in Deutschland soll nun auch die Priorisierung für das Vakzin wegfallen, von dem es nur eine Dosis braucht statt zwei wie bei den Vakzinen von Biontech, Moderna und Astra-Zeneca.

Doch dann hatte Gorski schon Ende März mit Produktionsproblemen zu kämpfen: Er musste in den USA eine Charge von 13 Millionen Dosen entsorgen.

Der Grund: Mitarbeiter des Partnerunternehmens Emergent Biosolutions in der Nähe von Baltimore hatten Inhaltsstoffe des Vakzins von Johnson & Johnson mit dem von Astra-Zeneca vertauscht. Die in Europa produzierten Impfstoffe waren davon nicht betroffen.

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    Mitte April kam dann auch noch der Stopp der US-Behörden hinzu. Weil es in sechs Fällen nach dem Impfen zu Sinusvenenthrombosen gekommen war, wurde der Einsatz des Mittels für elf Tage komplett gestoppt.

    Absolvent der Elite-Militärakademie West Point

    Es waren ähnliche Probleme wie bei dem ähnlich funktionierenden Astra-Zeneca-Vakzin. Mittlerweile ist der Impfstoff – mit einer Warnung versehen – wieder im Einsatz. Doch dem Vertrauen in die Impfkampagne hat die Pause dennoch geschadet.

    Seit 2012 steht Gorski als CEO und Chairman des Verwaltungsrats an der Spitze des Gesundheitskonzerns mit Sitz in New Jersey, der an der Börse mehr als 440 Milliarden Dollar wert ist. Er ist damit der Veteran der amerikanischen Pharma-Vorstände.

    Unter seiner Führung ist vor allem die Pharmasparte stark gewachsen. Sie macht heute die Hälfte des Umsatzes aus. Die andere Hälfte kommt aus der Medizintechnik und von den Konsumgüter-Marken wie Bebe, Penaten und o.b.

    Der Absolvent der Elite-Militärakademie West Point hatte zunächst sechs Jahre gedient und das Militär als Captain verlassen, bevor er einen MBA an der renommierten Wharton School der Universität von Pennsylvania machte. 1988 fing er als Pharma-Repräsentant bei Johnson & Johnsons Pharma-Sparte Janssen an und machte schnell Karriere. 2001 wurde er zum Präsident von Janssen ernannt.

    Allerdings verlief sein Weg nicht nur ruhmreich. Sein Name ist in den Skandal um das Marketing des Anti-Psychotikums Risperdal verwickelt, das auch an Kinder und alte Menschen verkauft wurde. Dafür musste Johnson & Johnson in mehreren Bundesstaaten Millionenstrafen zahlen.

    Von Steuersenkungen profitiert

    2004 verließ Gorsky Johnson & Johnson, um für Novartis das US-Geschäft zu leiten. Doch nach vier Jahren kam er zurück und kletterte die Karriereleiter erneut schnell nach oben.

    Seine Zeit als CEO fiel zunächst unter die Obama-Administration und dann unter die von Donald Trump. Dort saß Gorsky wie viele andere CEOs zunächst im Beratergremium des Präsidenten. Das verließ er 2017 zwar wieder als Reaktion auf Trumps fehlende Verurteilung der rassistischen Demonstrationen.

    Aber ein Jahr später nahm er bereits an einem Abendessen beim Präsidenten teil. Auch Gorski profitierte von Steuersenkungen und – wie seine Kritiker anmerken – wohl auch von staatlichen Hilfen für die medizinische Versorgung von Veteranen.

    Zuletzt wurden seine Kritik und sein Gewissen allerdings lauter. Nach dem Tod von George Floyd sagte Gorsky, weiße Männer müssten „besser zuhören“. Im Januar hat er außerdem als einer der ersten amerikanischen CEOs den Sturm auf das Kapitol in Washington verurteilt. Nun will er der Menschheit mit dem Impfstoff helfen.

    Finanziell lohnt sich sein Einsatz auf jeden Fall: Die Aktionäre haben bei der letzten Hauptversammlung sein Gehaltspaket von 30 Millionen Dollar abgenickt. Und das, obwohl es zuvor Proteste gegeben hatte, weil der Konzern in den vergangenen Jahren Milliarden in Schadensersatzklagen wegen Baby-Puder und Opioide zahlen musste. Aber zuletzt hat das gute Image des Impfstoffs überwogen.

    Mehr: Von Astra-Zeneca bis Moderna – die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe im Vergleich

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