William Ackman Hedgefonds steigt mit Milliardenverlust bei Valeant aus

Hedgefonds-Manager William Ackman zieht die Reißleine und trennt sich überraschend von seiner Beteiligung am Pharmakonzern Valeant. Der Investor nimmt dabei einen Verlust in Milliardenhöhe in Kauf.
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Der kanadische Konzern kämpft gegen Schulden und Imageprobleme. Quelle: AP
Valeant

Der kanadische Konzern kämpft gegen Schulden und Imageprobleme.

(Foto: AP)

BostonNach monatelangem Ringen um eine Trendwende beim skandalgeschüttelten Pharmakonzern Valeant zieht Hedgefonds-Manager William Ackman die Reißleine. Der für sein aggressives Geschäftsgebaren bekannte Investor trennte sich am Montag mit seiner Firma Pershing Square Capital Management überraschend von sämtlichen Beteiligungen an dem kanadischen Unternehmen und nahm dabei einen Verlust von über drei Milliarden Dollar in Kauf.

Valeant kämpft mit Schulden sowie Imageproblemen nach umstrittenen Preisanhebungen für Medikamente und hat zudem Bilanz-Ermittlungen am Hals. Ackmans Kehrtwende folgt auf fast eineinhalb Jahre, in denen der aktivistische Investor das Unternehmen vor sich hergetrieben hatte.

Nachdem sein Hedgefonds 2015 mit rund 3,2 Milliarden Dollar bei der Firma eingestiegen war, sicherte sich Ackman zunächst einen Sitz im Direktorium, wechselte dann das Führungspersonal inklusive Konzernchef aus und ließ einzelne Firmenanteile veräußern. Doch sein größtes Vorhaben, der Verkauf der Darmmedikamentensparte Salix an ein japanisches Unternehmen, scheiterte.

Die Investoren, die ihr Geld Ackmans Hedgefonds anvertraut haben, verloren langsam die Geduld. Nun warf Ackman 18,1 Millionen Valeant-Aktien von Pershing Square Capital Management sowie 8,8 Millionen eigene Papiere auf den Markt, was insgesamt fast acht Prozent des Pharma-Unternehmens entspricht.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Valeant-Papiere brachen am Montag im nachbörslichen US-Handel um fast zehn Prozent ein. Sie hatten zuvor bei 12,11 Dollar geschlossen. Ackmans Hedgefonds war zu einem Kurs von knapp 190 Dollar je Aktie eingestiegen. Seit Mitte 2015 brach der Valeant-Aktienkurs um 95 Prozent ein. Der Absturz kratzte an Ackmans Investoren-Image und lastete auf seinem Hedgefonds, wo die Valeant-Anteile zuletzt einen Anteil von 1,5 bis drei Prozent ausmachten.

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