Windkraft Chinesen wollen Vestas übernehmen

Der weltgrößte Windkraftanlagenbauer Vestas steckt in einer tiefen Krise. Jetzt haben die Dänen das Interesse von zwei chinesischen Unternehmen geweckt. Sie könnten mit dem Kauf an die Weltspitze rücken.
Update: 16.04.2012 - 14:01 Uhr 17 Kommentare
Vestas steckt in der Krise - und ist für chinesische Firmen interessant. Quelle: dpa

Vestas steckt in der Krise - und ist für chinesische Firmen interessant.

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AarhusDer weltgrößte Windturbinen-Hersteller Vestas wird an der Börse als heißer Übernahmekandidat gehandelt. Berichte über ein angebliches Interesse zweier chinesischer Rivalen trieben den Aktienkurs des dänischen Unternehmens am Montag um knapp 20 Prozent in die Höhe. Der Konzern wurde damit insgesamt mit umgerechnet mehr als 1,5 Milliarden Euro bewertet.

Der dänischen Tageszeitung „Jyllands-Posten“ zufolge haben aus der Volksrepublik Marktführer Sinovel und der Branchenzweite Xinjiang Goldwind mit Bankern über die Möglichkeit von Offerten diskutiert.

Die Windenergie-Industrie befindet sich in der Krise. Überkapazitäten, sinkende Turbinen-Preise und eine geringere staatliche Förderung für erneuerbare Energien belasten die Branche. Vestas hat nach zwei Gewinnwarnungen seit Oktober mehr als die Hälfte des Börsenwertes verloren. Im Januar gab das Unternehmen eine große Umbesetzung des Managements und Pläne zur Streichung von mehr als 2300 Stellen bekannt.

Goldwind und Vestas wollten sich zu dem Zeitungsbericht nicht äußern. Von Sinovel war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. China baut seine Ökostromindustrie seit einigen Jahren stark aus. In der Windenergie ist das Land inzwischen der größte Markt. Allerdings haben heimische Unternehmen oft noch große technologische Probleme. Mit Vestas könnten die Chinesen die Lücke zu den europäischen Konkurrenten auf einen Schlag schließen und an die Weltspitze rücken.

Analysten halten ein Kaufinteresse der chinesischen Konkurrenten für plausibel. Für beide wäre Vestas ein starkes Übernahmeziel, sagte Keith Li von CIMB Research. Vor allem Goldwind verfolge sehr aggressive Expansionspläne. Mit Vestas würden die Chinesen ein Sprungbrett für weiteres Wachstum und eine wertvolle Marke einkaufen.

Geldprobleme hätten Goldwind und Sinovel nicht. „Beide haben die Rückendeckung des Staates und könnten bei Bedarf auf eine Finanzierung durch Banken zurückgreifen“, sagte Li. Wie „Jyllands-Posten“ unter Berufung auf Finanzkreise berichtete, gibt es allerdings auch ein erhebliches Hindernis: Die breite Aktionärsbasis könne es den Bietern schwermachen, sich mehr als 90 Prozent an Vestas zu sichern.

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17 Kommentare zu "Windkraft: Chinesen wollen Anlagenbauer Vestas übernehmen"

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  • Bravo, 15 Kommentatoren ohne Lesekompetenz.

    Im ersten Satz des Artikels steht, dass Vestes "tief in der Krise" steckt. Hier gehts nicht um die deutsche Autoindustrie, die Milliardengewinne einfährt, sondern um eine Windmühlenbude mit hohen Verlusten.

    Aufwachen ihr Schlafmützen!

  • Ist doch gut, wenn die Chinesen sich hier einkaufen.
    Schließlich bezahlen die mit richtigem Geld.

    Während die Südlinge hier englisch einkaufen gehen und auf französisch bezahlen. Oder glaubt hier jemand, daß die Target-2 Salden mal ausgeglichen werden?

    Na, und wenn die Dänen und unsere künftig bißchen flotter arbeiten müssen..... Hätte man den Windprofiteuren eben nicht den wertlosen Strom subventionieren dürfen.

  • Bei Kindern sind vielleicht die Eltern schuld, wenn sie gute Noten mit Geld vergüten und sich dann wundern, wenn die Kinder beim Wegfall der Belohnung nicht mehr aus eigenem Antrieb lernen.

    Firmenchefs sind jedoch erwachsene Menschen. Es wäre ihre Aufgabe gewesen, ihre Firmen wettbewerbsfähig zu machen, da es abzusehen war, dass die Subventionen sinken bzw. ganz wegfallen. Übrigens sind Firmen wie Q-Cells schon vor Kürzung der Subventionen pleite gegangen, also wenn sie da auch sagen, die Firmenleiter sind unschuldig, dann erlaube ich mir daran zu zweifeln, dass Sie kompetent genug sind, um in dieser exquisiten Runde mitzudiskutieren :)

  • Hallo Rudy_F, Danke für den Hinweis. Um das aber nicht untergehen zu lassen: ich glaube, das ganze ist keine Frage der Sympathie. Sympathie als aus gefühlsmäßiger Übereinstimmung kommende Zuneigung mache ich auch nicht an Staaten oder Volkswirtschaften fest, sonder immer an konkreten Menschen bzw. kulturellen Traditionen. Und davon gibt es in China wie andernorts auch sowohl die einen als auch die anderen (plakativ: Tai Chi vs. Hundeessen). Was aber den chinesischen Staat anbelangt, so habe ich eine eindeutige Meinung. Und das ist offen gesprochen keine gute...

  • Wann übernehmen die Chinesen den Deutschen Bundestag ?

    Kann nicht mehr lange dauern ,wenn Merkel die Diktatur

    ausruft . Freut euch liebe Schlafbürger ,dann wird an der

    Werkbank geschlafen u.nicht im Bett .

    Chinesische Wanderarbeiter haben schon die Koffer gepackt.

  • Aufgrund der mangelnden Windstärke und Stetigkeit hat man die Windenergiegewinnung mit der Industrialisierung zugunsten moderner Energieträger wie Kohle aufgegeben. Die heutigen Windmühlen produzieren umweltschädlich einen sehr teuren, allerdings ziemlich wertlosen Zufallsstrom. Die Windenergiegewinnung beruht gänzlich auf einer (öko)religiösen Vision und den darauf beruhenden Subventionsgesetzen.

    Die Technik der Windmühlen ist bis auf wenige Details nicht allzu komplex und so macht es Sinn wenn man diese Monumente ökologischen Glaubens analog der Solarzellen in Schwellenländern mit günstigen Kostenstrukturen fertigen lässt.

    Die finanziellen Mittel der Altindustrieländer werden in der Zukunft eher schrumpfen und so werden auch die Subventionen für Windstrom künftig eher sinken denn steigen.

    Insofern kann man in Europa heilfroh sein, dass der Schaden einer irgendwann platzenden Windenergieillusion dann nicht von Europa alleine getragen werden muss.

    Vandale

  • Stimme Ihnen grundsätzlich zu, bis darauf, dass Windanlagen aus China in Europa oder USA gut laufen würden. Da bei der Auswahl der Anlagen aufgrund des hohen FK-Anteils bei Windprojekten von 70-80% die Banken stark mitreden und nur bewährte Anlagen zulassen, kommen Goldwind + Sinovel derzeit nur bei kleinen, hauptsächlich EK-finanzierten Projekten zum Einsatz. Das ist einer der Hauptgründe, bei Vestas einzusteigen - man kauft sich Track Record und Know-how und kann dann schrittweise die Produktion verlagern. Trotz sehr viel Sympathie meinerseits für die Chinesen ist das industriepolitisch für Europa eine Katastrophe.

  • „Beide haben die Rückendeckung des Staates und könnten bei Bedarf auf eine Finanzierung durch Banken zurückgreifen“ Staatsbanken, darf man anfügen. Ich frage mich gelegentlich, wann ein europäisches Unternehmen mal ein chinesisches übernimmt...?! Ach so, genau, da war ja diese Beschränkung, dass Ausländer keine Mehrheiten an chinesichen Unternehmen übernehmen dürfen. Wie ärgerlich. Gut dass wir Europäer den Chinesen in diesem Punkt als leuchtendes Beispiel vorausgehen. Und Arbeitspläzte oder Steuereinnahmen brauchen wir ja auch nicht, haben die Chinesen ja viel nötiger, die Armen...!!! Dass die Produkte der Chenesen viel billiger sind und deshalb mehr Nachfrager sich für diese entscheiden, ok, das liegt natürlich an den niedrigen Arbeitskosten liegen, vielleicht aber auch an dem obigen Staats-Zitat. Festzuhalten bleibt, dass Solar- und zunehmend Windanalgen aus China in Europa wohl weggehen wie warme Semmeln, umgekehrt aber keine großen Absatzerfolge erzielt werden können. Zeit dass die Politik sich einmal anschaut, ob chinesiche Anlagen wirklich alle Normen erfüllen. Da gibt es ja bei den Solaranlagen bzgl. ihrer Umweltverträglichkeit nach Ablauf ihrer Lebensdauer erheblich Zweifel. In China gilt überigens auch die Regelung, dass westliche Firmen nur dann ihre Produkte verkaufen dürfen, wenn ein bestimmter Anteil lokal produziert wurde. Warum sollte das umgekehrt nicht auch gelten? Damit ließe sich eine Reihe von Problemen (Verlust der Arbeitsplätze in Europa, Preisdumping der Chinesen) bereits mildern. Wie lange will sich der Westen eigentlich noch von den Chinesen an der Nase herumführen lassen?

  • @Diana

    Da muss ich aber mal ganz laut lachen. Es sind sehr wohl die Politiker schuld an der Solarmisere. Vielleicht hätten man den deutschen Solarfirmen von Anfang an ein gezieltes Zurückfahren der Subventionen in vordefinierten Stufen vorlegen müssen. Dann hätten sich die Solarfirmen um Verbesserungen bemühen müssen. So haben es die Politiker den Solarfirmen zu einfach gemacht. Man musste keine Anstrengungen unternehmen. Die Einspeisevergütung hat das Geschäft am Laufen gehalten. Politiker sind immer schuld. Was immer sie tun, machen sie falsch. Das liegt daran, dass sie selbst überhaupt keine Ahnung von irgendetwas haben und sich auf ihre Berater verlassen müssen. Und selbst wenn die ganze Welt sieht, dass der Karren in Kürze gegen die Wand fährt, dann halten Politiker an ihren Fehlern fest, damit sie sich keine Blöße geben.

  • "In Deutschland wird die Solarbranche demontiert"

    Richtig Ahnung haben sie nicht wirklich. Die Branche hat sich selbst demontiert, weil sie nicht wettbewerbsfähig ist. Es ist nicht immer die Politik, der man doch immer so bequem die Schuld in die Schuhe schieben kann, es sind die Firmen.

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