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Winterkorns US-Strategie Ein Siebensitzer soll die Wende bringen

Seit Monaten fährt VW dem wichtigen Automarkt USA hinterher, weil neue Modelle fehlen und vorhandene schneller aktualisiert werden müssten. Jetzt verrät Konzernchef Winterkorn Details, wie das besser werden soll.
14.07.2014 - 14:25 Uhr Kommentieren
Volkswagen Cross Blue als Concept Car auf der Automesse in Detroit: In Deutschland werden solche Fahrzeuge als groß empfunden, in den USA heißen sie mid-sized SUV. Quelle: dpa

Volkswagen Cross Blue als Concept Car auf der Automesse in Detroit: In Deutschland werden solche Fahrzeuge als groß empfunden, in den USA heißen sie mid-sized SUV.

(Foto: dpa)

Wolfsburg/Chattanooga Europas größter Autobauer will seinen neuen Hoffnungsträger für den amerikanischen Markt direkt vor Ort, im amerikanischen VW-Werk in Chattanooga bauen. Die Fabrik im südlichen Bundesstaat Tennessee setzt sich damit gegen die Alternative Puebla in Mexiko durch.

Wie VW-Chef Martin Winterkorn am Nachmittag in Rahmen der Strategiedetails für den so wichtigen nordamerikanischen Absatzmarkt erläuterte, werden für die Fertigung des Siebensitzers mit dem Arbeitstitel Cross Blue 643 Millionen Euro in das Werk investiert. Von einigen Hundert neuen Jobs ist ebenfalls die Rede. Die Produktion soll 2016 starten.

Die Wolfsburger haben den Cross Blue speziell für den nach China weltweit zweitwichtigsten Automarkt USA entworfen. VW-Chef Martin Winterkorn sagte: „Dieses Fahrzeug wird ein echter Amerikaner.“ Das Fahrzeug soll zwischen dem Tiguan (US-Preis: 23.305 Dollar) und dem Touareg (44.570 Dollar) positioniert werden, und ringt um die Käufergunst gegen Erfolgsmodelle wie den Ford Explorer oder Toyotas Highlander.

Die Entscheidung für Chattanooga ist gleich von doppelter Bedeutung für Volkswagen: Der Konzern schwächelt seit längerem in den Vereinigten Staaten. Volkswagen werde aber wieder angreifen, sagte Winterkorn.

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    Die meistverkauften Automodelle 2013 in Amerika waren große und schwere Pick-ups. Das ist auch ein Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs nach schweren Krisenjahren vor allem in der Autoindustrie. Aber die Modelle sind nicht mehr ganz so schwer und durstig, wie früher. Während der Hang zur Größe bei den Käufern erhalten blieb, musste die Autoindustrie Zugeständnisse in puncto Verbrauch und Abgase machen, als Voraussetzung für ihre Rettung.

    Im Prinzip ist der US-Automarkt zwar gesättigt, das Durchschnittsalter angemeldeter Fahrzeuge liegt aber schon bei 12 Jahren. Es gibt also Erneuerungsbedarf. Unser Überblick zeigt die meist verkauften Modelle in Amerika in 2013.

    (Foto: PR)
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    Platz 1: Ford F-150

    Unter Berufung auf die Website motorintelligence.com nennt das Wall Street Journal Anfang Januar 2014 genau 763.402 verkaufte Ford Pick-up-Modelle aus der 150er-Serie in den USA. Das entspricht einem Zuwachs von 18,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein im Dezember 2013 wurden 74.592 dieser Modelle verkauft, was einem Plus von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht.

    Im Bild ist schon das 2014er Modell zu sehen, das Ford auf der NAIAS, der Automesse in Detroit, zeigt. Der F-150 gilt als Herz der F-Serie von Ford - der seit mehr als 60 Jahren erfolgreichen Pick-up-Baureihe. Dieser Inbegriff eines "Trucks", wie die Amerikaner das Segment nennen, ist seit 37 Jahren der meistverkaufte Pritschenwagen Nordamerikas, seit 32 Jahren dort sogar das meistverkaufte Auto.

    (Foto: PR)
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    Platz 2: Chevrolet Silverado

    480.414 verkaufte Silverado innerhalb eines Jahres sind nominell immer noch viel, aber Chevrolet muss zusehen, wie das Wachstumstempo beim Wettbewerb anzieht. Einen Zuwachs von 14,8 Prozent meldet die GM-Tochter für diese Modellreihe auf Jahressicht.

    Allein im Dezember 2013 wurden 42.593 dieser Modelle verkauft, was aber einem Minus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht.

    (Foto: PR)
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    Platz 3: Toyota Camry

    Verkaufte Modelle im Dezember 2013: 29.964; Zuwachs: minus 4,6%.

    Verkäufe im Gesamtjahr 2013 in den USA: 408.484; Zuwachs zum Vorjahr: 0,9%.

    (Foto: PR)
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    Platz 4: Honda Accord

    Verkaufte Modelle im Dezember 2013: 31.895; Zuwachs: 8,4%.

    Verkäufe im Gesamtjahr 2013 in den USA: 365,699; Zuwachs zum Vorjahr: 10,2%.

    (Foto: PR)
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    Platz 5: Dodge RAM

    Der 2013er Dodge RAM 1500 5.7 L V8 HEMI (395 PS / 508 Nm mit 8-Stufen Automatik) war dank 8-Stufen Automatik um 20% weniger durstig als sein Vorgänger. Eine weitere Erneuerung war die Start-Stopp-Automatik, was ebenfalls dem Verbrauch zugute kam. Der altbekannte V8 leistet (als HEMI) 395 PS bei 5.600 Umdrehungen bzw. 508 Nm bei 3.950 U/min. Das Modell hat außerdem den besten Widerstandsbeiwert seiner Klasse (cw=0,363).

    33.405 Stück verkauften sich allein im Dezember 2013, ein Plus von 10,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. 355.673 waren es im Gesamtjahr 2013, das entspricht einem Zuwachs von 21,2 Prozent gegenüber 2012, und ist die zweitbeste Zuwachsrate bei einer US-Modellreihe.

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    Platz 6: Honda Civic

    Verkaufte Modelle im Dezember 2013: 29.000; Zuwachs: minus 12,4%.

    Verkäufe im Gesamtjahr 2013 in den USA: 336.180; Zuwachs zum Vorjahr: 5,7%.

    (Foto: PR)

    Der eigens für den nordamerikanischen Markt entwickelte und 2011 eingeführte Passat verkauft sich nicht mehr so gut, die Konkurrenz hat längst mit günstigen Angeboten reagiert. Im Juni brach der Absatz des Wolfsburger Mittelklassemodells in den USA um ein Drittel ein. Obwohl der Markt dort wächst und die Menschen wieder mehr Autos kaufen, muss VW seit vielen Monaten sinkende Absatzzahlen ausweisen.

    Die Konzernspitze hatte schon eingeräumt, dass neue Modelle fehlen und die vorhandenen Modelle schneller als bisher überarbeitet werden müssen. Bereits auf dem Genfer Autosalon hatte Winterkorn Besserung versprochen.

    Auch anlässlich der vergangene Woche präsentierten Halbjahreszahlen zeigte sich beim Blick auf die verschiedenen Regionen: Während sich VWs Verkaufszahlen in Europa stabilisieren und China als mit Abstand größter Markt das Wachstum befeuert, setzte VWs Kernmarke in den USA nach sechs Monaten 13 Prozent weniger ab als vor einem Jahr, in Südamerika liegt das Minus sogar bei 21 Prozent.

    In der Vergangenheit hatte Volkswagen angekündigt, bis 2018 mehr als sieben Milliarden Dollar (gut fünf Milliarden Euro) Ausgaben für Nordamerika einzuplanen. Chattanooga ist das einzige VW-Werk in den USA. Volkswagen hatte die Fabrik im US-Bundesstaat Tennessee eigens für den Passat errichtet und damals schon Platz für Erweiterungen gelassen.

    Das Werk im US-Bundesstaat Tennessee ist wegen des Verkaufsrückgangs nicht völlig ausgelastet. Mit Chattanooga verbindet VW aber immer noch die große Erwartung, in den USA aus der Rolle eines Nischenanbieters mit einem Marktanteil zwischen zwei und drei Prozent herauszukommen. Weltweit hat der Konzern 106 Fertigungsstätten. Das SUV wird das zweite Modell für die Fabrik.

    Die Entscheidung spielt zudem eine wichtige Rolle, weil um das Werk in Chattanooga seit Monaten ein Streit um die betriebliche Mitbestimmung schwelt. Alle übrigen 105 Werke haben eine Arbeitnehmerbeteiligung nach deutschem Vorbild. Doch diese Art von Betriebsrat fehlt in Chattanooga. Der im VW-Aufsichtsrat mächtigen Arbeitnehmerseite ist das ein Dorn im Auge, sie dringt auf Änderung.

    Ein Weg zusammen mit der umstrittenen Autogewerkschaft UAW war jedoch im ersten Anlauf gescheitert. Eine Abstimmung unter den Mitarbeitern in Chattanooga hatte der UAW nicht die nötige Mehrheit gebracht.

    • dpa
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