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Wo Rauch ist, ist auch Feuer Übernahmegerüchte in der Tabakbranche

Drei große Spieler beherrschen den US-Tabakmarkt: Lorillard, Reynolds und Altria. Erstere wollen sich angeblich zusammenschließen – doch das Manöver könnte eine Ablenkung sein.
23.05.2014 - 03:19 Uhr Kommentieren
Milliardengeschäft Tabak: In den USA zeichnet sich ein Übernahmepoker ab. Quelle: dpa

Milliardengeschäft Tabak: In den USA zeichnet sich ein Übernahmepoker ab.

(Foto: dpa)

New York Rauchen hat nicht das beste Image, gleiches gilt für die dahinterstehende Tabakindustrie. Dennoch bleibt die Branche umsatzträchtig, gerade in den USA. Nach Jahren der Konsolidierung sind dort drei große Spieler übrig geblieben. Reynolds mit rund 25 Prozent Marktanteil, Lorillard mit 15 Prozent und Altria (Marlboro) mit fast 50 Prozent. Würden die US-Aufsichtsbehörden den Zusammenschluss von Lorillard und Reynolds genehmigen, dann beherrschten zwei Firmen faktisch den Markt.

Das ist auf den ersten Blick ein Deal-Killer. Doch da sind ein paar Feinheiten: Lorillard ist der größte Hersteller von Menthol-Zigaretten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in den kommenden Jahren in den USA verboten werden dürften. Das würde das Unternehmen schwer treffen und gegebenenfalls aus dem Markt werfen. Es bezieht fast 80 Prozent des Umsatzes aus dieser Kategorie. Dann blieben auch nur zwei Spieler, Reynolds und Altria, übrig.

Da Not bekannter Weise erfinderisch macht, hat das Lorillard-Management früh nach einer Alternative gesucht und ist Marktführer bei e-Zigaretten. Das sind elektrische Erhitzer von nikotinhaltiger Flüssigkeit, die angeblich einige der gefährlichen Nebenwirkungen des Rauchens eliminieren. Nur darum ist wahrscheinlich überhaupt noch jemand an einer Übernahme interessiert.

Reynolds hat hier eine offene Flanke, Lorillard wäre eine perfekte Ergänzung. Von der Annahme ausgehend, dass das Menthol-Business eine sterbende Branche ist, könnten die Wettbewerbshüter überzeugt werden, dass die Fusion kein langfristiges Risiko darstellt. Und im Sektor e-Business ist die Wettbewerbssituation ohnehin entspannter.

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    Sprecher der Unternehmen wollen die Gerüchte, die seit Monaten immer wieder aufflackern, nicht kommentieren. Aber laut „Wall Street Journal“ wurde das Lorillard-Management am Mittwoch zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengerufen. Analysten wie David Adelman von Morgan Stanley bleiben skeptisch: Die Kartellrisiken seien „erheblich“ schreibt er ein einer Beurteilung. Reuters meldet dagegen, unter Berufung auf nicht näher detaillierte Quellen mit „Kenntnis der Lage“, fortgeschrittene Gespräche, in denen auch der britische Reynolds-Großaktionär British American Tobacco (BAT) involviert sein soll. Die Aktien von BAT und Lorillard stiegen an, nachdem die Gerüchte sich weiter konkretisierten.

    Im Endeffekt könnte es aber auch ganz anders kommen. Ein Stillhalteabkommen, dass Reynolds-Großaktionär BAT daran hindert, seinen Anteil über 42 Prozent hinaus auszuweiten, läuft bald aus. Dann wäre auch eine Übernahme von Reynolds möglich.

    Der Lorillard-Deal könnte daher nur ein Manöver des Reynolds-Managements sein, um unabhängig zu bleiben: Ein Kauf mit eigenen Reynolds-Aktien würde den Anteil von BAT verringern. Doch britische Medien spekulieren, dass BAT da einfach einen Strich durchmachen und selbst ein Gebot für Lorillard abgeben könnte. Wir werden es wissen, wenn sich der Qualm verzogen hat.

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