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Wolfsburger Autobauer VW kommt laut Betriebsrat mit Einsparungen voran – „Belegschaft zieht mit“

VW ist Betriebsratschef Osterloh zufolge bei den milliardenschweren Einsparungen im Plan. In einem Punkt ist der Arbeitnehmervertreter mit CEO Diess aber uneins.
Update: 08.06.2018 - 10:39 Uhr Kommentieren
Der VW-Betriebsratschef schließt nicht aus, dass die Einsparungen höher als zunächst vermutet ausfallen könnten. Quelle: dpa
Bernd Osterloh

Der VW-Betriebsratschef schließt nicht aus, dass die Einsparungen höher als zunächst vermutet ausfallen könnten.

(Foto: dpa)

WolfsburgVolkswagen macht bei den mit dem Betriebsrat vereinbarten Einsparungen für die Hauptmarke VW Fortschritte. „Wenn ich mir die Zahlen anschaue, zeigt sich, dass wir die geplanten Effizienzsteigerungen aus dem Zukunftspakt für dieses Jahr von knapp über zwei Milliarden Euro erreichen werden“, sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Freitag veröffentlichten Interview.

Volkswagen hatte mit der Arbeitnehmervertretung vor eineinhalb Jahren einen Pakt geschlossen, um die Kosten der damals ertragsschwachen Marke zu senken. „Die Belegschaft zieht da voll mit“, sagte Osterloh. Ab 2020 soll sich der Gewinn dadurch um rund 3,7 Milliarden Euro pro Jahr verbessern. Im vergangenen Jahr lagen die Einsparungen bereits bei 2,1 Milliarden Euro.

Zu der Gesamtsumme tragen die deutschen Standorte den Großteil bei, 700 Millionen fließen aus den Regionen weltweit in die Rechnung ein. Osterloh ließ erkennen, dass die Einsparungen und Effizienzsteigerungen höher ausfallen könnten. „Durch die Markenfamilien können noch mehr Synergien gehoben werden.“

Konzernchef Herbert Diess teilt den Wolfsburger Konzern derzeit in sechs Einheiten ein, wobei er die zwölf Marken in den Segmenten Massenmarkt, Premium und Luxus bündelt. Die Lkw-Sparte wird für einen Börsengang vorbereitet.

Dadurch will Diess den weltgrößten Autokonzern wendiger machen und zugleich Kräfte mobilisieren, um den Schwenk in die Elektromobilität, selbstfahrende Autos und neue Mobilitätsdienste zu finanzieren.

Osterloh bekräftigte, dass die Arbeitnehmer einen Verkauf von Randbereichen weiter ablehnen. „Bei der Übernahme von MAN haben Ferdinand Piëch und ich der Belegschaft von Renk und Diesel & Turbo versprochen, dass wir diese Sparten nicht verkaufen.“ Auch der Vorstand habe damals sein Wort gegeben.

Allerdings will der Betriebsrat einer Weiterentwicklung dieser Bereiche nicht im Weg stehen. „Wir werden darüber sprechen, wie wir den Maschinenbau mit intelligenten Lösungen weiter entwickeln“, sagte Osterloh. Das Geschäft dürfe nicht stehenbleiben. Darüber sei er mit Diess einig.

Den Verkauf von Randbereichen des Konzerns lehnt Osterloh dagegen ab. „Bei der Übernahme von MAN haben Ferdinand Piëch und ich der Belegschaft von Renk und Diesel & Turbo versprochen, dass wir diese Sparten nicht verkaufen“, sagte er.

Renk ist ein Getriebehersteller. Allerdings will die bei VW sehr einflussreiche Arbeitnehmervertretung einem Vorankommen dieser Bereiche nicht im Weg stehen. „Wir werden darüber sprechen, wie wir den Maschinenbau mit intelligenten Lösungen weiter entwickeln. Das Geschäft darf nicht stehenbleiben.“ Darüber sei er auch mit Konzernchef Herbert Diess einig, sagte Osterloh, der auch im mächtigen Präsidium des Aufsichtsrats sitzt.

Diess hatte auf der Hauptversammlung angekündigt, dass er im Zuge des Konzernumbaus über die Abspaltung von Randbereichen nachdenkt. „Für Nicht-Kerngeschäfte wie Ducati, Renk oder MAN Diesel & Turbo werden wir belastbare Zukunftsperspektiven erarbeiten“, hatte er Anfang Mai gesagt.

Diese Überlegungen könnten zu einer Perspektive dieser Bereiche im Konzern führen. Aber auch Ausgliederungen seien denkbar. Damit geht Diess nicht so weit wie sein Vorgänger Matthias Müller. Der hatte einer Zeitung im Herbst gesagt, man arbeite aktiv am Verkauf mehrerer Bereiche, die nicht länger zum Kerngeschäft gehörten.

Er war damit bei den Eignerfamilien Porsche und Piech angeeckt, die über die Holding Porsche SE gut 52 Prozent an Volkswagen halten und einen Verkauf von Konzernteilen kritisch sehen.

Hans-Michel Piech etwa lehnt einem Insider zufolge eine Trennung von der Motorradmarke Ducati ab. Er gibt neben Familiensprecher Wolfgang Porsche den Ton in dem verzweigten Clan an. Müller war im April von Diess abgelöst worden, dem ein enger Draht zu den Eignerfamilien nachgesagt wird.

Die Töchter Renk und Diesel & Turbo wurden anders zugeordnet, als Volkswagen aus MAN und Scania vor einigen eine Lkw-Gruppe schmiedete. Daraus wurde später die Lkw-Sparte Truck & Bus, zu der auch das Nutzfahrzeuggeschäft in Brasilien gehört.

Die Sparte soll Insidern zufolge Anfang nächsten Jahres an die Börse gebracht werden. Über einen möglichen Verkauf von Renk und MAN Diesel & Turbo wird schon seit längerem spekuliert. Experten halten es für möglich, dass Diesel & Turbo oder Renk mit einem Partner zusammenlegt werden, um die Wachstumsaussichten zu erhöhen.

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  • rtr
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