Wüstenstromprojekt Bosch macht bei Desertec nicht mehr mit

Nach Siemens steigt auch Bosch steigt aus dem Wüstenstromprojekt Desertec aus. Der Technologiekonzern begründet das mit der schwachen Konjunktur: Er will sich stärker fokussieren.
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Desertec-Vision: Siemens und Bosch sind aus dem Projekt raus. Quelle: ap

Desertec-Vision: Siemens und Bosch sind aus dem Projekt raus.

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Der Technologiekonzern Bosch steigt nach einem Zeitungsbericht beim Wüstenstromprojekt Desertec aus. „Wir werden unsere Mitgliedschaft nicht verlängern“, sagte eine Sprecherin der Konzerntochter Bosch-Rexroth der „Financial Times Deutschland“. Die Verträge mit der Initiative laufen nach drei Jahren Ende Dezember aus. Erst vor kurzem hatte der Siemens-Konzern seinen Ausstieg aus dem Projekt verkündet.

Die Desertec-Planungsfirma Dii bestätigte das Ende der Zusammenarbeit mit Bosch. „Wir bedauern den Schritt“, sagte ein Sprecher der „FTD“. Der Initiative gehören derzeit 21 Gesellschafter und 36 Partner an. Nach Angaben von Dii soll die Zahl der assoziierten Unternehmen durch Neueintritte bis zum Jahreswechsel leicht ansteigen.

Die Zusammenarbeit von Desertec mit Bosch Rexroth erstreckte sich dem Bericht zufolge auf Technologieaustausch oder Workshops mit Experten. Bosch Rexroth ist ein Spezialist für Antriebe und Steuerungen, die für Industriemaschinen verwendet werden. Für Solarparks stellt das Unternehmen Unterbauten her, auf denen die Anlagen zur Sonne ausgerichtet werden. Zudem bietet es Elektronik für die Fertigung von Solaranlagen an.

Laut „FTD“ spürt Bosch Rexroth wie andere Sparten des Stuttgarter Konzerns den Absatzschwund in Europa, tausende Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Daher würden die Aktivitäten stärker fokussiert, sagte die Sprecherin weiter.

Das von europäischen und nordafrikanischen Ländern betriebene Wüstenstromprojekt war Ende 2009 an den Start gegangen und gilt als das derzeit ehrgeizigste Infrastrukturprojekt der Welt mit notwendigen Investitionen in Höhe von rund 400 Milliarden Euro. Bis 2050 sollen in Nordafrika und im Nahen Osten große Solarkraftwerke und Windparks entstehen, um einen großen Teil des örtlichen und auch Teile des europäischen Stromverbrauchs zu decken.

 
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12 Kommentare zu "Wüstenstromprojekt: Bosch macht bei Desertec nicht mehr mit"

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  • Endlich ist denen ein Licht aufgegangen.

  • Na klar. Und AKW der 4. Generation brauchen auch keine radioaktiven Brennstäbe mehr, die 10tausende Jahre endgelagert und bewacht werden müssen. Sie arbeiten mit rosafarbener Vanillemarmelade, sehen schön aus, riechen gut und können auch prima als vitaminreicher Aufstrich auf die Pausenbrote unserer Kinder genutzt werden.

    @Andre:[...] Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Hi BE Frank...es ist korrekt dass sich Solarenergie nicht rechnet. Es rechnet sich nicht in Deutschland und auch nicht in Nordafrika.
    Das Desertec Projekt wurde übrigens auf Photovoltaik umgestellt.

    Vandale

  • Hi...da die Sonneneinstrahlung auf diesem Planeten zu gering ist um wirtschaftlich genutzt zu werden, der Strom als Zufallsstrom weitgehend wertlos ist, bedarf es enormer Subventionen um ein solches Projekt zu verwirklichen.

    Das Kernproblem für Desertec ist seit es besteht Subventionszusagen von spendierfreudigen Politikern zu erhalten.

    Vandale

  • Wer mitbekommen hat, wie stark die Preise von PV Modulen gesunken sind, dem muß klar sein dass sich die Technologie des Desertec Projektes nicht mehr rechnet.
    Der Ausstieg ist daher konsequent und wirtschaftlich richtig.
    Leider verpulvern auch Deutsche Unternehmen genau wie Regierungen immer mehr Geld für sinnlose Projekte. Das Elektroauto ist auch so eine unwirtschftliche Idee

  • Wenn sich herumgesprochen hat, dass AKWs der 4. Generation weder gefährlich sind noch zur brutalen Abzocke der Stromkunden führen (was bei Wind und Sonne der Fall ist), dann wird man Windmühlen und Solarplatten schnell dem Wertstoffrecycling zuführen können. Das Abwracken von Windmühlen dürfte für Schrotthändler ein lohnendes Geschäft werden.

  • Abhaken...denn der Netz-Transfer-Korridor geht durch Spanien und Frankreich mit diesen Nachtkappen kann man keine Verträge oder Regelungen auf Dauer absprechen. Egoismus = Nationalismus sind die bestimmenden Elemente! Die Marrokaner werden gerade von Frankreich gesteuert, zum Nachteil Deutschlands!

  • Nachdem Nordafrika demokratisiert wurde sind doch die Verhältnisse sehr stabil, die paar Terroristen können doch unmöglich die Stromleitungen beschädigen oder gar die Anlagen.
    Ausserdem kann die Bundeswehr nachdem Afganistan befriedigt ist dann zur Bewachung eingesetzt werden.
    Die Wartung der Anlagen können Harz IV Empfänger machen, die haben dann endlich kostenlosen Aufenthalt im süden wofür andere Sonnenanbeter richtig zahlen müssenl

  • Wenn man merkt, dass bringt nichts, steigt man rechtzeitig aus.

    Von deutschen Managern können deutsche Politiker einiges lernen.

    Man stelle sich vor, Politiker dürften bei deutschen Industriekonzernen schalten und walten, wie sie es in ihren Ämtern tun - wir kämen in der Rangliste kurz hinter Angola.

  • "Erstens sind die Leitungswiederstände viel zu hoch"

    nö.
    mit HGÜ kommt man auf 2,8 % relative Leitungsverluste auf 1000 km.

    Das Problem / die Probleme sind nicht technischer Natur...

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