Yasminelle, Yasmin, Yaz Bayer nun auch in Deutschland wegen Antibabypille vor Gericht

Seit Jahren stehen Antibabypillen von Bayer im Verdacht, Thrombose zu verursachen. 1,9 Milliarden US-Dollar hat der Pharmakonzern seither an Geschädigte gezahlt. Jetzt kommt der erste Fall in Deutschland vor Gericht.
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Seit Jahren tobt die Diskussion um die Thrombose-Risiken der Bayer-Produkte Yaz, Yasmin und Yasminelle. Quelle: ap
Langer Streit

Seit Jahren tobt die Diskussion um die Thrombose-Risiken der Bayer-Produkte Yaz, Yasmin und Yasminelle.

(Foto: ap)

BerlinBayer muss sich nun auch vor einem deutschen Gericht wegen möglicher Gesundheitsrisiken seiner Antibabypille Yasminelle verantworten. Am 5. November eröffne das Landgericht Waldshut-Tiengen einen Zivilprozess, bestätigte der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern am Donnerstag einen Vorabbericht der „Wirtschaftswoche“. Es gehe um Schadenersatz- und Schmerzensgeldforderungen einer Klägerin, die behauptet, dass sie durch die Einnahme von Yasminelle eine Thrombose bekommen hat. Der Dax –Konzern erklärte, die Ansprüche seien unbegründet.

Die juristische Auseinandersetzung um die Thrombose-Risiken der Verhütungsmittel Yaz, Yasmin und Yasminelle währt schon seit Jahren und wurde bisher vor allem in den USA ausgetragen. Bis Anfang 2015 schloss Bayer 9000 Vergleiche in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Dollar ab, allerdings ohne eine Verantwortung anzuerkennen. Weltweit erlöste Bayer im vergangenen Jahr mit den drei Pillen 768 Millionen Euro.

So verdient Bayer sein Geld
Hauptversammlung Bayer
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Bayer HealthCare - Umsatz: 18,92 Milliarden Euro

Die Arzneimittelsparte ist immer noch der größte Umsatzbringer für den Konzern, 56.000 Mitarbeiter sind in dieser Sparte angestellt. Weltweit ist Bayer bekannt für die Schmerztablette Aspirin. Doch auch Tiermedizin (Animal Health), verschreibungspflichtige Arzneimittel (Pharmaceuticals) und medizinisches Gerät wie Blutzuckermessgeräte (Medical Care) werden diesem Unternehmensbereich zugerechnet.

Bayer Bilanz
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Allein 11,1 Milliarden Euro verdient Bayer dabei mit verschreibungspflichtigen Mitteln, Umsatztreiber sind unter anderem das Krebsmittel Nexavar und Betaferon, das bei Multipler Sklerose eingesetzt wird. Die Entwicklung neuer Mittel lässt sich der Konzern einiges kosten. Im Jahr 2013 wurden rund zwei Milliarden Euro in die Forschung investiert.

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Bayer MaterialScience - Umsatz: 11,24 Milliarden Euro

Die Kunststoffsparte des Konzerns macht zwar einen hohen Umsatz, der Gewinn fiel im Jahr 2013 mit 429 Millionen Euro allerdings schmal aus. Darum will sich der Konzern nun langsam aus diesem Geschäft verabschieden. Unterteilt wird die Sparte in die Geschäftsbereiche Polyurethanes, Polycarbonates und Spezialkunststoffe.

Bayer AG
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Hauptsitz von Bayer MaterialScience ist Leverkusen. Allerdings ist die Mitarbeiterzahl der Sparte schon im Jahr 2013 leicht auf 14.300 Mitarbeiter geschrumpft.

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Bayer CropScience - Umsatz: 8,82 Milliarden Euro

Dafür wächst die Agrarsparte von Bayer derzeit rasant und kann allein 2013 einen Gewinn von 2,25 Milliarden Euro ausweisen. Unterteilt wird dieser Geschäftsbereich in Pflanzenschutz, Samen und Umweltwissenschaft.

Hauptversammlung Bayer - Proteste
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Immer wieder gerät der Konzern wegen seiner Forschungen allerdings auch in die Kritik. Tierschützer verlangen von Bayer, in der Forschung künftig auf Tierversuche zu verzichten.

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Bayer Technology Services

Neben den drei großen Sparten des Konzerns betreibt Bayer auch eine eigene Technikabteilung, um technologische Lösungen für Anlagen und Produkte zu erarbeiten. 2.350 Mitarbeiter arbeiten in diesem Bereich.

  • rtr
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1 Kommentar zu "Yasminelle, Yasmin, Yaz: Bayer nun auch in Deutschland wegen Antibabypille vor Gericht"

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  • Mitte Februar 2013 lag die Zahl der Klagen in den USA bei rund 10.000. Das geht aus dem Geschäftsbericht hervor, den Bayer am Donnerstag veröffentlichte. Bis zum 12. Februar hat Bayer Chart zeigen demnach ohne Anerkennung einer Haftung Vergleiche mit 4800 Anspruchstellerinnen in den USA vereinbart. Ähnliche vergleichswürdige Fälle aufgrund venöser Blutgerinnsel (Thrombosen) seien noch bei etwa 3200 Antragstellerinnen möglich. In den USA währt die gerichtliche Auseinandersetzung um Thrombosegefahren von Antibabypillen, die den Wirkstoff Drospirenon enthalten, schon Jahre. Zu diesen Produkten zählen auch die Bayer-Mittel.

    Bayer schließt jedoch nur Vergleiche mit Klägerinnen ab, bei denen gefährliche Blutgerinnsel, etwa Venenthrombosen oder Lungenembolien, aufgetreten sind. Venenthrombosen werden durch Blutgerinnsel in den Gefäßen ausgelöst. Wandern sie in die Lunge oder in das Gehirn, kann es zu gefährlichen Lungenembolien und Schlaganfällen kommen.

    Im November 2013 starben 14 Frauen nach Einnahme der Pille in der Schweiz.

    Mich persönlich verwundert es, dass die Antibabypillen mit dem/den betreffenden Wirkstoffen nicht schon längst aus dem Verkehr gezogen bzw. verboten wurde. Aber natürlich ist das ja auch eine Milliarden-Dollar-Industrie.

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