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Zehn Jahre VW-Affäre „Gebauer, wo bleiben die Weiber?“

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„Die Prozesse sind jetzt transparenter“
Das ist das Autoreich von VW
Bentley - Umsatz: 887 Millionen Euro - Gewinn: 95 Millionen Euro (+ 37 Millionen Euro)*
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Die britische Nobeltochter ist das Übrigbleibsel aus einer Übernahmeschlacht im Jahr 1998 zwischen BMW und Volkswagen um Rolls-Royce, in der sich die Wolfsburger am Ende durchsetzten, doch auch einen Streit um Markenrechte lostraten, der am Ende in der Scheidung der beiden britischen Marken gipfelte. Mittlerweile sind die Briten auch außerordentlich profitabel - und längst mehr als ein Imageprodukt.

*im ersten Halbjahr 2014

(Foto: Reuters)
Seat - Umsatz: 3,9 Milliarden Euro - Verlust: 37 Millionen Euro (+ 3 Millionen Euro)
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Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns verkauft zwar - auch durch den Erfolg des Leon - wieder deutlich mehr Autos. Doch profitabel sind die Spanier immer noch nicht. Das Unternehmen, das in seiner Historie eine enge Beziehung zu Fiat pflegte, ist seit 1986 Teil des Markenreiches der Wolfsburger.

(Foto: Reuters)
VW Nutzfahrzeuge - Umsatz: 4,7 Milliarden Euro - Gewinn: 280 Millionen Euro (+ 34 Millionen Euro)
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Als eigene Marke im VW-Konzern wird die Nutzfahrzeugsparte seit 1995 geführt. Mit dem Tranporter haben die Hannoveraner eines der bekanntesten Modelle des Segments im Portfolio. Doch insgesamt bewegt sich VW Nutzfahrzeuge in schwierigem Gelände: Vor allem braucht man dringend einen Großtransporter, wenn die Gemeinschaftsproduktion mit Daimler ausläuft.

(Foto: dpa)
Scania - Umsatz: 5,1 Milliarden Euro - Gewinn: 476 Millionen Euro (+ 12 Millionen Euro)
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Nachdem Volvo vergeblich versucht hatte, bei Scania das Steuer zu übernehmen, griff 1999 der VW-Konzern zu. Um aus Scania und MAN einen neuen Nutzfahrzeugriesen zu schaffen, zog man in diesem Jahr in Wolfsburg die Zügel an - und übernahm alle Aktien der Schweden. Bald könnte sich das Unternehmen von der Börse verabschieden.

(Foto: dpa)
Skoda - Umsatz: 6,0 Milliarden Euro - Gewinn: 425 Millionen Euro (+ 182 Millionen Euro)
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Die Tschechen sind einer der großen Gewinnbringer im VW-Konzern. Kein Wunder, dass der Fabia das erste Auto aus der Kleinwagenriege ist, das auf dem neuen Baukasten-System basiert. 1990 nutzte VW die Gunst der Stunde und setzte sich beim Privatisierungsverkauf gegen Renault und BMW durch. Seitdem geht es steil aufwärts für Skoda.

(Foto: ap)
MAN - Umsatz: 6,7 Milliarden Euro - Gewinn: 222 Millionen Euro (+ 346 Millionen Euro)
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Die zweite Lkw-Tochter macht endlich wieder Gewinn. Doch wie es mit den Münchenern weitergeht, ist weiterhin ungewiss. Denn die Allianz mit der Konzernschwester Scania geht nur schleppend voran - zu groß scheinen die Gräben zwischen den Schweden und den Bayern.

(Foto: dpa)
Porsche - Umsatz: 8,2 Milliarden Euro - Gewinn: 1,4 Milliarden Euro (+ 104 Millionen Euro)
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Gewinne, Gewinne, Gewinne - der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen fährt bei der Rendite allen anderen Autobauern davon. Mit einer Hybrid-Offensive will Porsche auch beim Verbrauch in die Spitzengruppe vorstoßen. Ihre Unabgängigkeit verloren die Schwaben im Jahr 2009 - nachdem sie ihrerseits vergeblich versucht hatte, den größeren Konkurrenten Volkswagen zu übernehmen.

(Foto: dpa)

Das VW-Gesetz und die VW-Satzung räumen der Arbeitnehmerseite eine für börsennotierte Konzerne einmalige Gestaltungsmacht ein. Ohne ihre Zustimmung gibt es zum Beispiel kein neues Werk oder Verlagerungen.

Entsprechend viel hatte die Konzernführung von einem Betriebsrat, der bei Laune gehalten wurde. Branchenexperte Bratzel ist überzeugt, dass die Arbeitnehmerseite von dem Schock der Affäre gelernt hat. „Die Prozesse sind jetzt deutlich transparenter und offener“, sagt er.

Auch Volkerts brasilianische Geliebte, Adriana Barros, musste sich wegen der Vorwürfe vor Gericht verantworten. Quelle: dpa
Geliebte erhielt 400 000 Euro

Auch Volkerts brasilianische Geliebte, Adriana Barros, musste sich wegen der Vorwürfe vor Gericht verantworten.

(Foto: dpa)

In den vergangenen zehn Jahren sei die positive Dimension des Machtfaktors Betriebsrat zum Vorschein gekommen. „Es wurde gelernt, dass die Arbeitnehmerinteressen mittel- und langfristig nur gewahrt werden können, wenn der wirtschaftliche Erfolg des Gesamtunternehmens gewährleistet ist“, sagt Bratzel. In der auf wenige Top-Entscheider zugeschnittenen VW-Führungsstruktur habe der Konzernbetriebsrat als unabhängige Kontrollinstanz wichtige Akzente gesetzt. So werde das Gremium inzwischen seinem wahren Auftrag, dem der Korrektivfunktion, wieder gerecht. „Das tat dem Unternehmen gut“, bilanziert Bratzel.

Branchenanalyst Frank Schwope von der NordLB rechnet vor, dass sich der Absatz des Konzerns von damals auf heute verdoppelt habe. Die Aufarbeitung der Probleme habe VW nach vorne gebracht. „Skandale und Affären lassen sich in Großorganisationen selten ganz vermeiden, wie aktuelle Beispiele wie beim ADAC oder der Fifa belegen“.

In der Tat ist Volkswagen nicht allein mit einem Skandal. So schickte der Versicherer Ergo 2007 rund 100 Mitarbeiter nach Budapest, um dort eine Therme in ein Freiluftbordell zu verwandelten – auf Firmenkosten. Siemens kultivierte ein System aus Schwarzen Kassen und auch das Image des VW-Konkurrenten Daimler litt, als er 2010 einräumen musste, über Jahre in zahlreichen Ländern Regierungsbeamte bestochen zu haben, um an Aufträge zu kommen.

Inzwischen gibt sich VW geläutert und verweist auf Reformen für mehr Prüfung und Transparenz. „Die Kombination aus Vorbeugung, Kontrolle und Sanktion im Fall von Regelverstößen ist sehr wirkungsvoll“, sagt Stephan Wolf, Stellvertreter des Betriebsratschefs Bernd Osterloh, der am 5. Juli 2005 auf Volkert nachfolgte. Die festen Parkplätze für Top-Manager im Konzern, ob nun auf Vorstand- oder Arbeitnehmerseite, sind übrigens inzwischen alle abgeschafft.

  • dpa
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