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Zehn-Jahresvergleich So hat sich das Gehalt der Dax-Vorstände verändert

Die Dax-Vorstände verdienen heute rund 150 Millionen Euro mehr als noch vor zehn Jahren – ein Plus von fast 70 Prozent. Das zeigt ein Vergleich des Handelsblatt. Die Unterschiede zwischen den Unternehmen sind gravierend.
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VW-Chef Martin Winterkorn ist der Spitzenverdiener der Dax-Vorstände in Deutschland. Nach ihm folgt – eine große Lücke. Quelle: dpa

VW-Chef Martin Winterkorn ist der Spitzenverdiener der Dax-Vorstände in Deutschland. Nach ihm folgt – eine große Lücke.

(Foto: dpa)

Die Vergütung der Vorstände in den führenden deutschen Konzernen des Dax ist im vergangenen Jahr auf ein Rekordniveau gestiegen. Die Topmanager verdienten 2013 sogar deutlich mehr als in den Boomjahren 2006 und 2007. Das zeigt ein Zehn-Jahresvergleich der Vorstandsgehälter des Handelsblatt. Im Vergleich zu 2004 erhalten die Vorstände zwei Drittel mehr Gehalt. Im Schnitt kassiert ein Vorstand heute 3,2 Millionen Euro, ein Vorstandsvorsitzender 5,3 Millionen Euro. 26 der 30 Dax-Konzerne, die bis Donnerstag ihre Geschäftsberichte vorgelegt hatten, mussten für ihre Führungsmannschaften insgesamt 558 Millionen Euro aufwenden.

Vor zehn Jahren waren es keine 400 Millionen Euro für dieselben Unternehmen. An der jüngsten Entwicklung konnte auch die Einführung von Caps nichts ändern. Diese Höchstgrenzen werden vom Corporate Governance Kodex gefordert und sind bei vielen Unternehmen so großzügig ausgelegt, dass auch jetzt noch bei dem hohen Vergütungsniveau Spielraum nach oben ist.

So liegt selbst VW-Chef Martin Winterkorn mit 15 Millionen Euro für 2013 noch unter seinem Maximalgehalt von 16,5 Millionen Euro. Auch der Vorstandsvorsitzende von Siemens, Joe Kaeser, wird sein Cap von 9,5 Millionen Euro zuzüglich Altersvorsorge von gut einer Million Euro vorerst wohl nicht erreichen.

Zu den Großverdienern im zweistelligen Millionenbereich zählt neben Winterkorn 2013 nur der ausgeschiedene Siemens-Chef Peter Löscher. Insgesamt dürften gut 25 Millionen Euro auf sein Konto geflossen sein. Neben 7,9 Millionen Euro aus seinem bis Ende September laufenden Vertrag bekam Löscher 14,8 Millionen Euro Abfindung sowie 28 000 Stock Awards in bar ausgezahlt. Das entspricht weiteren etwa 2,5 Millionen Euro, von 2,2 Millionen Euro Sonderzahlung für die Altersvorsorge ganz zu schweigen. Allein für Löschers siebenjähriges Engagement in München hat Siemens etwa 85 Millionen Euro Aufwand buchen müssen. Löscher dürfte damit gemessen an der Dauer seiner Anstellung bei Siemens der teuerste deutsche Vorstandsvorsitzende gewesen sein.

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6 Kommentare zu "Zehn-Jahresvergleich: So hat sich das Gehalt der Dax-Vorstände verändert"

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  • Leider hat sich im Artikel ein Rechenfehler/Denkfehler eingeschlichen. Die 400 Mio. vor 10 Jahren entsprechen ca. 70 % von 558 Mio. Damit sind die Gehälter der Dax-Vorstände nicht um 70 % sondern "nur" um rund 40 % gestiegen. Im übrigen entspricht dies einer kumulierten Steigerung von 3,4 % p.a.! Damit wurde etwas mehr als die Inflationsrate abgedeckt.

    Anderseits gilt es anzumerken, das sich die Reallöhne der Bürger bis 2007/2008 negativ entwickelt haben, erst in den letzten Jahren war hier ein Erholung zu verzeichnen. Insofern blieb bei den Vorständen im Verhältnis zum Durchschnittsbürger tatsächlich "mehr hängen"! Die Umverteilung von Arm nach Reich, die im Gange ist, findet hier allerdings nur sehr begrenzt statt. Die wirklichen Gelder werden anders generiert...!

  • Man wird schon fast von Mitleid gerührt, wenn man das „Abendgebet“ des stellvertretenden Chefredakteurs Stefan Manzel dazu liest: Wird nämlich der Kaufkraftverlust mit einbezogen, dann verdienen die Dax-Vorstände in etwa das, was sie schon vor zehn Jahren bekommen hatten. Also kein Grund zur Beunruhigung, alles ist in Ordnung. Die Höhe ist nicht entscheidend, sondern ob er auch Prozentual wie die Mehrheit in die Sozialkassen einzahlt, so wie in der Schweiz?

    Ich weiß die Mehrheit, in diesem Land behauptet ja, wider besseres Wissen, dafür würden ja auch mehr Steuern gezahlt? Nominal vielleicht aber auch Effektiv?

  • So viel kann man nicht "verdienen" sondern bekommt man. Dagegen wird in diesem Land, über einen Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde, welcher zum Überleben nicht reicht gestritten?

  • Solche Summen kann man nicht verdienen, solche Summen bekommt man. Dagegen ist die Diskussion um einen Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde für harte Arbeit, nur noch als beschämend zu bezeichnen.

  • Diese Leute glauben wirklich, dass die steigenden Umsatz-Zahlen tatsächlich nur aus den Personalreihen der anderen Marktteilnehmer kommen, darum betrachten sie die eigenen Personalkosten als beliebige Knet- und Arbeitsmasse, wo die fehlenden Geniegedanken zur Not und bei Rückschlägen auszugleichen sind. Und schliesslich ist das Verdienst ganz dieser kleinen Gruppe zuzuschreiben, die Wunder für Wunder vollbringt, auch wenn dieser Wohlstand noch mit der nächsten Stufe etwas geteilt wird. Und wenn alle Stricke reissen: Werksverlagerung, Werkschliessung, Werkzusammenlegung - auch weil die eine Hälfte die Ausgewählten sind, in diesen neuen Investitionen arbeiten dürfen, während die andere Hälfte bereits an der nächsten Rationalisierungswelle arbeitet.
    Das Merkwürdige an diesen Vorständen ist, dass sie theoretisch nach einem Jahr aufhören könnten und um den Rest des Lebens davon zu leben. Als Jäger würden diese also nur mordend durch die Welt ziehen, um nur einen kleinsten Teil davon zu essen. Dann ist es doch nur gut, geht es bloss um Geld. Am besten man schaut sich das Treiben durch die Brille des Durchschnitts an, dann geht es doch allen recht ordentlich, oder nicht?

  • Mehr Einkommen erfordert natürlich mehr Verluste zu produzieren! So sieht das heutige Management, nach Ausbildung an unseren Universitäten aus. Wann bestrafen wir endlich unsere Professoren, Experten und ziehen deren Vermögen ein??