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Zeichen stehen auf Trennung Anleger wetten auf Chrysler-Verkauf

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Die Aktionäre von Daimler-Chrysler setzen auf einen Befreiungsschlag und spekulieren auf den Verkauf der krisengeschüttelten US-Tochter Chrysler. Einen Tag nach der überraschenden Ankündigung Zetsches legten die Aktien des deutsch-amerikanischen Autobauers am Donnerstag erneut um mehr als fünf Prozent zu. Damit war das Papier mit Abstand größter Gewinner im Dax.

Der US-Autohersteller ist immer wieder in die Verlustzone gerutscht. Im vergangenen Jahr fuhr Chrysler das dritte Mal seit der Fusion mit Daimler-Benz vor neun Jahren hohe Verluste ein. Nun sollen 13 000 der 83 000 Stellen wegfallen und Mrd. in verbrauchsärmere Fahrzeuge investiert werden. 40 000 Jobs hatte Chrysler schon zuvor gestrichen. Dennoch führten Überkapazitäten und eine verfehlte Modellpolitik 2006 zu einem operativen Verlust von 1,1 Mrd. Euro.

Der japanische Autobauer Toyota hat schon abgewunken. „Wir haben kein besonderes Interesse, andere Unternehmen zu erwerben“, sagte Toyota-Nordamerika-Chef Jim Press. Einen Medienbericht, wonach es erste Gespräche von Zetsche mit dem US-Konkurrenten General Motors geben soll, kommentierten beide Unternehmen nicht. Der weltgrößte Autobauer steckt selbst seit Jahren in der Dauer-Restrukturierung.

Börsengang als Ausweg mit Charme

Ein Ausweg wäre ein Börsengang. Dieser hätte den Charme, dass Daimler die Zukunftsaussichten von Chrysler aufzeigen und gleichzeitig einen - wenn auch bescheidenen - Emissionserlös einstreichen könne, sagte Christoph Stürmer, Analyst des Beratungsunternehmens Global Insight. Aus seiner Sicht wäre es sinnvoll, zunächst bis zu ein Viertel der Chrysler-Anteile in den USA an die Börse zu bringen.

Die Chrysler-Aktie war nach der Fusion von der New Yorker Börse genommen worden. „Einer der Geburtsfehler der Fusion war die doppelte Firmensitz in den USA und Deutschland“, sagte Stürmer. Dadurch sei die Daimler-Chrysler-Aktie aus vielen US-Investmentfonds gefallen. Der Anteil amerikanischer Anleger bei Daimler-Chrysler sei seither deutlich geschrumpft.

Auch Arndt Ellinghorst von Dresdner Kleinwort favorisiert einen Börsengang von Chrysler. Der sei umso wahrscheinlicher, je besser die Sanierung gelinge. „Ich würde das Unternehmen nicht totsagen“, sagte der Autoanalyst. Auch Fiat sei nach der Sanierung zurückgekommen. Der italienische Traditionskonzern hat 2006 erstmals seit sechs Jahren mit Autos wieder Geld verdient. Gelingt die Sanierung, könne Chrysler später wieder von Daimler-Benz getrennt werden. Ziel könne eine Allianz nach dem Muster von Renault/Nissan sein, meint Ellinghorst.

Robert Heberger vom Bankhaus Merck Finck hält eine Allianz mit einem anderen Autobauer für die wahrscheinlichste Lösung. „Die Börse würde am liebsten sehen, wenn Chrysler abgestoßen würde. Das sehe ich im Moment aber nicht.“

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