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Zeitkonten-Modell Daimler will flexiblere Mitarbeiter

Daimler muss sparen und verlangt von der Belegschaft weitreichende Zugeständnisse: Je nach Auftragslage sollen sie mehr oder weniger arbeiten – bis zu 300 Stunden plus oder minus sollen auf dem Arbeitszeitkonto stehen.
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Daimler-Chef Dieter Zetsche (links) und Mercedes-Produktionsvorstand Andreas Renschler setzen auf Zeitarbeiter. Quelle: Reuters

Daimler-Chef Dieter Zetsche (links) und Mercedes-Produktionsvorstand Andreas Renschler setzen auf Zeitarbeiter.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Daimler dringt auf Zugeständnisse der Belegschaft, um die Kosten zu drücken. „Wir brauchen mehr Flexibilität in den Mercedes-Werken“, sagte Mercedes-Produktionsvorstand Andreas Renschler der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Alle Beteiligten müssten das Ziel haben, die Werke wettbewerbsfähiger zu machen. „Zeitarbeiter braucht man für die Flexibilität.“

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte dem Konzern vergangenes Jahr ein neues Sparprogramm verordnet. Bis 2015 soll die Pkw-Sparte Mercedes-Benz ihre Kosten um zwei Milliarden Euro jährlich senken. Renschler, der bis zum Postentausch mit Wolfgang Bernhard zum 1. April die Lkw-Sparte geleitet hatte, sieht das Lastwagen-Werk in Wörth als Vorbild auch für die Pkw-Werke. „Wir brauchen den gleichen Puffer wie in Wörth“. Dort häufen die Beschäftigten in guten Zeiten bis zu 300 Stunden auf ihrem Zeitkonto an, bei fehlenden Aufträgen kann das Konto bis zu 300 Stunden ins Minus rutschen. Im Pkw-Werk Sindelfingen hat das Zeitkonto dagegen nur einen Rahmen von plus 50 bis minus 100 Stunden.

Renschler bestätigte, dass Daimler und Nissan die gemeinsame Produktion von Autos in Mexiko prüfen. „Das wäre eine Option, wenn sich unser Geschäft mit Kompaktwagen in Nordamerika entsprechend gut entwickelt“, sagte er. „Das wird Ende des Jahres entschieden.“

Reuters hatte bereits Anfang September aus Branchenkreisen erfahren, dass Nissan in seinem neuen Werk in Aguascalientes einen neuen Kompaktwagen seiner Premium-Markte Infiniti montieren will. Dieser solle mit Motor und Fahrgestellteilen des neuen Mercedes-Kompakt-Geländewagen GLA ausgerüstet werden. Der Infiniti Q30 wäre der erste Nissan auf Basis einer Mercedes-Plattform. Der auf der A-Klasse basierende GLA wiederum sei einer vom mehreren Kandidaten, die künftig in dem mexikanischen Werk vom Band rollen könnten, hieß es seinerzeit.


Daimler will seine Kompaktklasse künftig auch in Brasilien bauen. „Die Entscheidung für einen Standort werden wir noch in diesem Jahr vornehmen“, sagte Konzernchef Dieter Zetsche der „Stuttgarter Zeitung“ (Samstagausgabe). Gegenwärtig seien in dem Land zwei bis drei Standorte in der engeren Wahl.

Mit einer eigenen Produktion in Brasilien könnte Daimler den dortigen Markt besser beliefern, da der Verkauf von importierten Fahrzeugen auf diesem Wachstumsmarkt durch hohe Einfuhrzölle behindert wird. Brasilien ist der viertgrößte Automarkt der Welt, auch wenn dort der Markt für teure Oberklasse-Fahrzeuge noch klein ist. Konkurrent BMW ist bereits dabei, ein Werk in Brasilien zu errichten. Die ersten Fahrzeuge sollen 2014 montiert werden. Auch Audi hat Brasilien im Visier. Im Mai hatte Audi-Chef Rupert Stadler erklärt, dass aber erst noch einige wichtige Fragen geklärt werden müssten, bevor die VW-Tochter über den Bau eines Werkes entscheide. .

 

  • rtr
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12 Kommentare zu "Zeitkonten-Modell: Daimler will flexiblere Mitarbeiter"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • In Deutschland sind die Neuzulassunegn rückläufig, immer mehr junge Menschen machen erst gar keinen Führerschein und das ist gut so. Die hohen Preise können all die Billiglöhner, die hierher gelockt werden, nicht bezahlen. Und das ist gut so. Da kommt dann mal der Druck von unten nach oben. Die Autos in Brasilien produziert, werden sich nur wenige Brasilianer kaufen könne, so ists auch mit Produkten aus tschechischen Werken usw. Das könnte der Anfang zu einer Konsolidierung sein. Aber leider werden die manager dann bei der Regierung vorstellig und dann gibts Steuergelder und nix ists mit konsolidieren. Aber Autos werden sich immer weniger leisten können.

  • Ich wäre froh wenn in ein Überstundenkonto mit bis zu 300 Stunden hätte. Meins geht nur bis 16 Stunden und alles drüber wird am Monatsende gegenstandslos gestrichen. Nicht ausgezahlt oder abgefeiert: gestrichen. Dank Vereinbarung die der Betriebsrat mit getroffen hat. Seit dem bleibt halt öftrs mal Arbeit unerledigt liegen.

  • Wenn die Stammbelegschaft in Sindelfingen mehr als 50 Überstunden macht, muss Daimler teure Überstundenzuschläge zahlen. Wenn die Stammbelegschaft mehr als 100 Minusstunden hat, muss Daimler teure Kurzarbeit anmelden, oder einfach ohne Gegenleistung Lohn auszahlen. Daimler verlagert auch recht stetig Arbeiten ins Ausland. Die Macht der IG Metall dürfte das erheblich schwächen.

  • Daimler täte gut daran Organisation, Abläufe und vor allem Bürokratie von der Verwaltung bis hin zur Compliance Abteilung zu reorganisieren, statt den Schwächsten aber wichtigsten Gliedern der Produktionskette immer mehr Zumutungen aufzubürden. Was dort an Geld verbrannt wird, lässt sich in der Produktion schlicht auf Dauer nicht verdienen.

    H.

  • .............und weiter...........aus Sicht von Daimler, alias Mercedes Benz sind die ins Boot genommen Firmen Renault, Nissan und auch noch einen Chinesen nicht mit der Kneifzange anzupacken. Noch einmal, nicht mit der Kneifzange. Was hätte gemacht werden müssen bei Mercedes Benz, um einer Zusammenarbeit zu entgehen? Nicht auf größenwahnsinnige Größe zu setzen, sondern klein und fein zu bleiben immer unter dem Motto......das Beste oder nix (nichts). So hat der Erfinder des Autos schon mehrere Genickbrüche durch die Vorständer davor hinter sich (Schremp der Großkotz und Reuter ein Sprücheklopper)
    Es kommen beim deutschen Kunden gar keine Tränen mehr, sondern nur noch das Abwenden von dieser Firma. Das hat schon BMW vor wenigen Jahren erkannt, und die angekündigte Zusammenarbeit abgebrochen. Wußten die Münchener nach kurzer Zeit, mit wem sie sich da einlassen würden..................

  • ............man betrachte das obige Bild, Zetsche im Vordergrund, dahinter sein Nachfolger Rentschler. Er möchte, er möchte so gerne auch mal einige Millionen im Jahr mehr auf seinem Konto verbuchen. Kommt dieser Deal zustande, ist eine Rettung der Firma mit dem Stern nicht mehr aufzuhalten. Rentschler, bisheriger LKW-Vorstand nutzt keine Sekunde mit Zetsche zusammen auf der Bildfläche zu erscheinen. Was zeichnet diesen Mann aus? Nix, gar nichts. Er hatte Günstlinge, die ihn in die Spitze brachten. Wäre also eine Fehlentscheidung, wenn er Zetsche ablösen würde? Ja! Der Nadelstreifen-Torso würde weiter gehen. Die Firma würde noch weniger leisten können wie bisher. Formel 1-Auftritte, eine Farce. Eine Niederlage nach der anderen. Sprinter und Crafter-Trennung (VW-Beteiligung) am Ende, weil VW endgültig die Schnauze von den Nadelstreifen in Stuttgart und Möhringen voll hat. Also düstere Aussichten für die Marke mit dem Stein? Ja! China steht bereit, den Rest der Anteile vom Stern zu übernehmen. Haben ja jetzt schon einen beachtlichen Firmenbesitz. Die Firma in Stuttgart ist am Ende. Ehen mit Renault, dem Ober-Ober-Oberrostladen, dann noch mit Japan und anderen eine wahre Katastrophe. Anstatt alleine auf Premium das Beste oder nix (nichts) zu produzieren. Sich aus dem Kesseltreiben um Stückzahlen herauszuhalten, dagegen diese obigen falschen Entscheidungen zu treffen, bricht der ehemals feinen Adresse das Genick. Wie kann man nur auf solche Gedanken und nachfolgende Schritte kommen? Es ist nicht zu fassen.

  • Sicher hat auch der Bosch ein massives Problem in seiner Ausrichtung, aber das Stiftungsmodell ist bei Weitem besser als das Aktionärsmodell, da man hier noch wesentlich freier Entscheiden kann. Wenn man es sich finanziell leisten kann ist dies immer vorzuziehen. Allerdings hängt gerade die Kfz-Sparte zu sehr am Rockzipfel vom VW-Konzern. Man wagt auch nicht mal ein eigenes Endprodukt im Fahrzeugsektor. Generell ist der Bosch auch viel zu träge und fett geworden, der sehr unter seinen ständig neuen bremsenden Prozessen leidet. Das wird wohl auch der Grund gewesen sein, warum Samsung wieder fort ist und Limotive aufgelöstr wurde. Samsung will hoch, Bosch keinen Ärger mit VW. Darum bauen die auch kein eigenes Elektroauto. Hut ab vor der kleinen Elon Musk-Company.

  • Diese Flexibilität ist eines der billigsten Möglichkeiten qualifizierte Arbeitnehmer zu halten und weiter zu bilden.
    Das funktioniert in Berufen, in denen sowieso 24 Stunden abgedeckt werden müssen, ganz wunderbar.
    Und sogar ohne Arbeiterbunker, ohne Lohndumping und ohne Leiharbeiter.
    Deutschland mag zwar einer der führenden Maschinenbauexporteure sein, aber in diesen Dingen sind diese Player sowas von dämlich und unflexibel das es kracht. Während andere sich dumm und dämlich arbeiten, werden andere "freigestellt".

  • Wenn man Bosch und Daimler vergleicht, findet man erstaunliche Parallelen. Beide sind in den letzten Jahren heruntergewirtschaftet, im jeweiligen Ranking dramatisch abgestiegen (Bosch nur noch No. 3),die Rendite mickrigst (2012er Nettorendite bei Daimler UND Bosch sagenhafte 2%) und die Produkte auch technisch seit längerem nicht mehr führend. In der Not erfinden beide sogar für Führungskräfte die Heimarbeit. Das Bosch Stiftungsmodell hat genau so versagt wie der aktionärsbestimmte Daimler.

  • Auch noch Sonntagsarbeit gefällig?

    Wenn Daimler zu blöd ist, vernünftig zu planen, kann das ja wohl nicht heißen, dass die Angestellten sklavengleich mal 5 und mal 10 Stunden täglich arbeiten.

    Sehr familienfreundliches Lädchen - keinen Stern mehr wert.

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