Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Zeitungsbericht Ikea wird erpresst

Der Konzern Ikea hat erstmals eingeräumt, erpresst zu werden. Zu Details wollte sich Konzernsprecherin Sabine Nold jedoch nicht äußern.
Kommentieren
Ikea wird erpresst, das räumte eine Konzernsprecherin nach mehreren Anschlägen ein. Quelle: dpa

Ikea wird erpresst, das räumte eine Konzernsprecherin nach mehreren Anschlägen ein.

(Foto: dpa)

Dresden, Gent, Den HaagNach mehreren Anschlägen auf das Möbelhaus Ikea, darunter auch in Dresden, hat der Konzern erstmals eine Erpressung eingeräumt. Konzernsprecherin Sabine Nold bestätigte am Mittwoch einen Bericht der „Sächsischen Zeitung“, wonach der Konzern erpresst wird. Zu Details wollte sich die Sprecherin nicht äußern.

In Dresden war am 10. Juni bei Ikea ein kleiner Sprengsatz explodiert, zwei Menschen wurden leicht verletzt. Anschläge gab es zuvor in Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Rätselraten gab es bislang um das Motiv.

Was Ikea noch alles verschweigt
IKEA eröffnet 34. Möbelhaus in Duisburg
1 von 20

Hat der schwedische Möbelfabrikant Ikea in den 70er- und 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit einer Diktatur zusammengearbeitet, Profite auf dem Rücken von Zwangsarbeitern erwirtschaftet - und so Tausende von menschlichen Schicksalen und Tragödien mitzuverantworten? Seit der schwedische Fernsehsender SVT am Mittwoch berichtete, dass Ikea von der Zwangsarbeit politischer Häftlinge in der DDR profitiert haben soll, befindet sich der Konzern im Krisenmodus.

(Foto: dpa)
DDR_Zwangsarbeiter
2 von 20

Die Beweise für die Beschäftigung von Zwangsarbeitern liegen nicht nur in Archiven. Der Zeitzeuge Dieter Ott berichtete dem Handelsblatt, unter welch menschenunwürdigen Bedingungen er für Ikea arbeiten musste.

DDR-Zwangsarbeiter klagt Ikea an: „Die Bedingungen waren menschenunwürdig“

Ende 2010 hatte Johan Stenebo, der ehemalige Assistent von Ingmar Kamprad, über das Unternehmen ausgepackt. Spätestens seitdem ist das Image der Möbelriesens angekratzt.

(Foto: Andreas Labes für Handelsblatt)
hb_ikea_skandal
3 von 20

Ikea: ein Erfolgsmodell, kinderfreundlich, emanzipiert, weltoffen und umweltbewusst. Johan Stenebo kratzte an diesem Bild. Da war von Intrigen, Bespitzelung, Rassismus im Konzern die Rede. Und Stenebo, ausgebildeter Betriebswirt, musste wissen, wovon er spricht. 20 Jahre lang hat er es immerhin bei Ikea gearbeitet. Einem Unternehmen, das er immer noch liebt; von dem er aber auch sagt, dass es auf Lügen aufgebaut ist. Foto: dpa

hb_ikea_skandal
4 von 20

Im November 2009 hat dieses Buch für großes Aufsehen gesorgt, nicht nur in Schweden. Johan Stenebo hat 20 Jahre für Ikea gearbeitet - und jetzt packt er aus. Das Buch ist mittlerweile auch auf Deutsch erschienen. Stenebo arbeitete sich hoch bis ins Top-Management von Ikea und wurde sogar persönlicher Assistent von Ikea-Gründer Ingmar Kamprad. Anfang 2009 verließ Stenebo das Unternehmen und begann, sein Enthüllungsbuch zu schreiben.

Stenebo gab zu, dass er sich mit Peter Kamprad, dem als Kronprinzen gehandelten Sohn des Ikea-Gründers, überworfen habe. Außerdem sei das Buch doch gar keine Abrechnung: „Viele, die mein Buch gelesen haben, empfinden es als Liebeserklärung“, sagte Stenebo vor kurzem.

Bibliographie Johan Stenebo, Die Wahrheit über Ikea Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2010, 286 Seiten

hb_ikea_skandal
5 von 20

Und darin wird deutlich, dass das Image von Ingmar Kamprad nicht so ganz der Wahrheit entspricht. Doch viele der Anekdoten über ihn seien laut Stenebo frei erfunden. Dass er ein extrem bescheidener Mensch sei mit einem 30 Jahre alten Sofa. Dieser Geiz werde zwar ausgeschlachtet und übertrieben dargestellt, im Kern aber durchaus richtig. In Wirklichkeit führe Kamprad Ikea „wie eine Sekte“. Das Unternehmen sei nicht ohne Grund eines der „verschlossensten der Welt“. Foto: Reuters

hb_ikea_skandal
6 von 20

Bei Ikea würden „Stasi-Methoden“ gelten, schreibt Stenebo, worunter die Mitarbeiter enorm leiden. Sie würden bespitzelt, Frauen diskriminiert. Ausländer seien als „Neger“ beschimpft worden und hätten deutlich weniger Chancen gehabt, Karriere zu machen, als Schweden aus der nahen Umgebung. Foto: ap

hb_ikea_skandal
7 von 20

Stenebo geht noch weiter: Ikea würde es mit dem Umweltschutz nur vordergründig Ernst meinen. Bei Lieferanten gehe es zu sehr um den Preis, eine intensive Prüfung der Produktionsmethoden gebe es allzu oft nicht. Die „Barnslig“-Teppiche sollen von pakistanischen Kindern geknüpft werden. Der Konzern selbst spricht bei all dem von den „Ansichten einer Privatperson“, auf die man nicht eingehen wolle. Für Stenebo hat es sich jedenfalls gelohnt. Er gibt inzwischen Seminare in Unternehmensführung und hält Vorträge. Foto: dpa

Die Anschläge gehen nach Einschätzung von Europol auf das Konto eines einzigen Täters. Die europäische Polizeibehörde veröffentlichte am Freitagabend die Beschreibung eines Verdächtigen, der zwischen 35 und 45 Jahren alt sein soll. Auf seiner Internetseite zeigt Europol ein Foto, auf dem ein dunkelhaariger Mann mit Sonnenbrille ein Möbelhaus betritt.

Der Mann sei vor den Explosionen von Überwachungskameras im niederländischen Eindhoven sowie im belgischen Gent gefilmt worden, teilte Europol in Den Haag mit. Zudem hätten Zeugen den mutmaßlichen Täter weglaufen sehen.

 

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dapd
  • dpa
Startseite

0 Kommentare zu "Zeitungsbericht: Ikea wird erpresst"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%