Zeitungsbericht RWE erwägt Vertriebstöchter zu verkaufen

Der Energiekonzern RWE hat hohe Schulden und will deswegen einige Beteiligungen versilbern. Laut eines Zeitungsberichts prüft der Konzern den Verkauf von drei Vertriebstöchtern.
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DüsseldorfDer durch die Atomwende unter Druck geratene Energiekonzern RWE treibt einem Zeitungsbericht zufolge milliardenschwere Beteiligungsverkäufe voran. Der Konzern prüfe eine Trennung von der Frankfurter Süwag Gruppe, der Saarbrücker Versorger VSE und der Koblenzer Elektrizitätswerke, berichtete die „Financial Times Deutschland“ am Dienstag ohne genaue Angaben von Quellen.

2010 hätten die Töchter zusammen rund 3,2 Milliarden Euro Umsatz erzielt, was etwa einem Sechstel des inländischen Vertriebsgeschäfts von RWE entspreche. Der Konzern lehnte eine Stellungnahme ab.

An der Süwag hält RWE 78 Prozent, 22 Prozent sind in der Hand von Kommunen. Die Gruppe beschäftigt rund 1300 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Umsatz von über 1,6 Milliarden Euro. Eine Trennung von den Töchtern käme aber nicht überraschend, da Vorstandschef Jürgen Großmann derzeit den mit über 27 Milliarden Euro verschuldeten Konzern nach Beteiligungen durchforstet, die er versilbern kann.

Der kantige Manager hat angekündigt, binnen drei Jahren Beteiligungen im Volumen von bis zu acht Milliarden Euro zu veräußern. Damit ist Großmann, dessen Vertrag in 14 Monaten ausläuft, bislang aber nur schleppend vorangekommen. Nach zähen Verhandlungen hatte RWE kürzlich den Verkauf von 75 Prozent seiner deutschen Höchstspannungsnetztochter Amprion für 700 Millionen Euro angekündigt. Sein deutsches Ferngasnetz hat der Konzern ebenfalls abgestoßen.

Zur Disposition hat Großmann auch die Beteiligung an den Berliner Wasserbetrieben gestellt. Auch eine Kapitalerhöhung hat Großmann ins Spiel gebracht. Am Montag kommt der Aufsichtsrat des nach E.ON zweitgrößten deutschen Energiekonzerns zusammen. Am Donnerstag legt RWE seine Halbjahreszahlen vor. Analysten rechnen mit einem Gewinneinbruch.

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