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Zerschlagung Solar Millennium verkauft Flagsol-Anteile

Der insolvente Solarkraftwerksbetreiber hat seine knapp 75-prozentige Beteiligung an dem Anlagenbauer Flagsol verkauft. Der Käufer Ferrostaal will alle Mitarbeiter weiter beschäftigen.
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Die Zerschlagung von Solar Millennium schreitet voran. Quelle: dapd

Die Zerschlagung von Solar Millennium schreitet voran.

(Foto: dapd)

DüsseldorfDie Zerschlagung des insolventen Solarkraftwerksbetreibers Solar Millennium schreitet voran: Insolvenzverwalter Volker Böhm teilte am Freitag mit, die knapp 75-prozentige Beteiligung an dem Anlagenbauer Flagsol an den Joint-Venture-Partner Ferrostaal verkauft zu haben. Ferrostaal wolle alle 80 Mitarbeiter weiter beschäftigen. Über den Kaufpreis machte Böhm keine Angaben. Er sagte lediglich: "Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, alle Arbeitsplätze zu retten und zugleich einen nennenswerten Erlös für die Gläubiger der Solar Millennium AG erzielt zu haben."

Kerngeschäft der Flagsol ist der Bau solarthermischer Kraftwerke (Parabolrinnen-Kraftwerke) mit Kapazitäten zwischen 50 und 250 Megawatt. Die Technologie soll auch bei dem ehrgeizigen Wüstenstrom-Projekt Desertec im Norden Afrikas zum Einsatz kommen. Erste Anlagen entstanden mit Andasol 1, 2 und 3 in Spanien.

Die Erlanger Solar Millennium hatte im Dezember Insolvenz angemeldet. Den 40 Mitarbeitern wurde mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens gekündigt. Für die größten US-Projektgesellschaften Blythe und Palen fand Verwalter Böhm nach längerer Suche Investoren, die US-Firma NextEra Energy und BrightSource Energy. Bei der Versteigerung wurde ein Gesamterlös von 80 Millionen US-Dollar erzielt. Ein Teil des Kaufpreises wird allerdings erst bei Erreichen von Projektmeilensteinen gezahlt.

Solar Millennium war in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Hatte die Verpflichtung von Ex-EnBW -Chef Utz Claassen Anfang 2010 noch Euphorie ausgelöst, stellte sich nach seinem abrupten Abgang nach nur 74 Tagen Katerstimmung ein. Neben wirtschaftlichen Rückschlägen sorgten staatsanwaltliche Ermittlungen gegen Firmengründer Hannes Kuhn und der öffentlich ausgetragene Streit mit Claassen für Furore.

Claassen hatte eine Antrittsprämie von neun Millionen Euro kassiert. Solar Millennium will das Geld zurück, der Manager pocht dagegen auf die Rechtmäßigkeit seiner Kündigung und der Prämie. Zugleich fordert er Schadenersatz und eine Abfindung von sieben Millionen Euro. Im Frühjahr hatte Claassen eine Klage in den USA auf Schadenersatz in Höhe von 265 Millionen Dollar eingereicht. Er wirft den früheren Firmen-Managern Rufschädigung vor.

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  • rtr
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