Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Zukunft der Elektroautos Vom Ladenhüter zum Verkaufsrenner

Nicht nur auf deutschen Straßen ist von neuen E-Autos noch nicht viel zu sehen. Hersteller und Händler tun sich schwer damit, die teuren Fahrzeuge zu verkaufen. Doch in fünf Jahren dürfte sich das schlagartig ändern.
21 Kommentare

Darum wird es den Kombi bald nicht mehr geben.

Düsseldorf Elektroautos sind Ladenhüter. Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für viele andere Länder in der Welt. „Von wenigen Ausnahmen abgesehen zeigen die aktuellen Absatztrends derzeit noch ein geringes Interesse an der E-Mobilität“, unterstreicht Stefan Bratzel, Professor am Center of Automotive Management (CAM), in Bergisch Gladbach bei Köln. Für den Automobilprofessor ist das allerdings nur eine Momentaufnahme. Weil die meisten Autohersteller in aller Welt inzwischen an einer neuen Generation von Elektrofahrzeugen arbeiten, sei voraussichtlich vom Jahr 2020 an „mit einem rasanten weltweiten Wachstum“ bei den Elektroautos zu rechnen.

Mit der Elektromobilität geht es im Moment in vielen Staaten nur sehr schleppend voran. Eine Ausnahme ist dabei allerdings China. Weil die Umweltprobleme vor allem in den Ballungsräumen entlang der chinesischen Ostküste besonders groß sind, treibt die Regierung in Peking den Verkauf von Elektroautos stärker als andere Länder voran.

In China sind in diesem Jahr bislang etwa 340.000 Elektrofahrzeuge (rein batteriegetrieben oder Hybrid-Modelle) verkauft worden, binnen Jahresfrist haben sich die Elektroverkäufe damit ungefähr verdoppelt. Bei einem Gesamtmarkt mit mehr als 20 Millionen Neuzulassungen pro Jahr ist der Anteil der Elektromodelle in China auch jetzt noch vergleichsweise klein (1,7 Prozent), heißt es in einer neuen CAM-Studie über die jüngsten Trends bei der Elektromobilität, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

In den USA sieht es für die Elektroautos schon deutlich schlechter aus. Mehr als 133.000 verkaufte Elektrofahrzeuge in diesem Jahr bedeuten zwar ein Plus von 33 Prozent. Ihr Anteil von gerade einmal 0,8 Prozent fällt allerdings klar niedriger als in China aus.

Diese E-Autos sind bald zu haben
Renault Twizzy
1 von 13

Auch wer nicht auf Leichtkraftfahrzeuge von Kleinserienherstellern oder Zweirad-Zwitter wie den Renault Twizy umsteigen will, kann aktuell schon aus knapp einem Dutzend Elektrofahrzeugen wählen. Und das Angebot wächst.

Opel Ampera-e: Zuerst in Norwegen am Start
2 von 13

Opel startet die Markteinführung des Ampera-e im Elektroauto-Vorzeigeland Norwegen. Die Auslieferungen beginnen im Frühjahr 2017, in den folgenden Monaten soll der elektrische Crossover mit 500 Kilometern Reichweite auch in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz zu haben sein. Die anderen europäischen Märkte folgen 2018.
Grund für die stufenweise Einführung sind die begrenzten Produktionskapazitäten im amerikanischen Werk Orion, Michigan, wo auch das Schwestermodell Chevrolet Bolt vom Band läuft. Zunächst werden daher die Länder mit hoher E-Auto-Nachfrage beziehungsweise wirksamer staatlicher Förderung beliefert.
Der Preis für den Ampera-e liegt in Norwegen bei 299.900 Kronen, was andeutet, dass die im Vorfeld der Markteinführung vermuteten rund 35.000 Euro nicht ganz falsch sein dürften.

(Foto: PR)
Kia Soul EV
3 von 13

In den bürgerlichen Fahrzeugklassen bieten sich neben den baugleichen Modellen Mitsubishi EV, Peugeot iOn und Citroën C-Zero an: Renault Zoe, Nissan Leaf, VW Up und Golf, Ford Focus, Kia Soul sowie die Mercedes B-Klasse und der BMW i3.

(Foto: dpa)
Mercedes B-Klasse ED
4 von 13

Die Preise bewegen sich zwischen 19.390 Euro für iOn und C-Zero und annähernd 40.000 Euro für B-Klasse, Golf und i3. Die Reichweiten liegen in der Normmessung bei 150 bis 212 Kilometern. BMW bietet als einziger Hersteller einen Range Extender: einen Benzinmotor, der an Bord Strom für längere Strecken produziert.

(Foto: dpa)
Tesla Model 3
5 von 13

Gerade läuft sich eine neue Generation von Stromern warm, die mit mehr Reichweite und niedrigeren Preisen den Durchbruch schaffen will. Vorreiter dieser neuen Welle ist das Model 3 von Tesla, das vor wenigen Wochen in Kalifornien vorgestellt wurde. In den USA 35.000 Dollar teuer und im Format etwa so groß wie ein 3er BMW, soll das erste Volumenmodell des amerikanischen Akku-Pioniers auf bis zu 350 Kilometer Reichweite kommen, verspricht Firmenchef Elon Musk

(Foto: dpa)
Hyundai Ioniq
6 von 13

Als Dritter im Bunde bringt sich auch Hyundai in Stellung und kündigt eine rein elektrische Version des Öko-Modells Ioniq an, die noch in diesem Jahr verkauft werden soll.

(Foto: dpa)
BMW i3
7 von 13

BMW stellt für den Sommer eine neue Batteriegeneration im i3 in Aussicht und verspricht mit dann 33 kWh Kapazität eine um 50 Prozent vergrößerte Reichweite. Auf dem Prüfstand soll sie von 190 auf 300 und im Alltag auf immerhin mehr als 200 Kilometer steigen, teilt der Hersteller mit.

(Foto: dpa)

Im klassischen Automobilland Deutschland steht es um die Elektroautos noch etwas schlechter. Ihr Anteil an allen Neuzulassungen des Jahres liegt gerade einmal bei einer Quote von 0,7 Prozent, unverändert gegenüber dem Vorjahr. Automobilprofessor Bratzel spricht für Deutschland von einer „ernüchternden Bilanz“. Die Verkaufszahlen für Elektroautos sind im zurückliegenden Jahr gerade einmal um zehn Prozent gestiegen. Auch die im Sommer eingeführte staatliche Prämie für Elektrofahrzeuge hat daran wenig ändern können.

Für Stefan Bratzel sind drei Gründe entscheidend für den Misserfolg der Elektromobile: die geringe Reichweite, das Fehlen einer wirklich nutzbaren Infrastruktur und der hohe Preis der Autos. Solange sich an diesen zentralen Punkten keine Änderung zum Besseren ergebe, solange werde es keine wirklich steigenden Verkaufszahlen geben.

Norwegen als Vorreiter
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Zukunft der Elektroautos - Vom Ladenhüter zum Verkaufsrenner

21 Kommentare zu "Zukunft der Elektroautos: Vom Ladenhüter zum Verkaufsrenner"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Kaiser: Der Energiebedarf würde sich dahin gehend ändern, dass die in D produzierdenen Energieversorger ihren Strom (im Terrawatt-Bereich) nicht mehr in der momentanen Masse ins Ausland verkaufen müssten. Wir produzieren viel zu viel, selbst ohne Akws, und wenn die neuen Stromtrassen fertiggestellt sind, wird sich die Lage nicht bessern.

    Das mit den "elektrischen Heizungen" verstehe ich nicht.

    @Krima: "Der Auspuff wäre also lediglich größer"... Nur das das Verhältnis von gewonnener Energie zu Abgasen trotzdem weit besser ist, als jener von millionen Individualverbrennern.

    Die "nötigen Rohstoffe" in Form von Seltenen Erden sind hingegen ihres Namens nicht selten. Lithium, Kobalt & Co. kommen in etwa genau so häufig vor, wie Kupfer oder Zink. Vor allem unterschätzen viele immer, wie viel Lithium z.B. ein großes Fahrzeug wie der Tesla Model S benötigt. Der Akku-Pack, inkl. Kühlung und Verkleidung wiegt 750kg. Davon entfallen aber nur 10kg auf Lithium. Und die verwendeten Drehstrom-Asychronmotoren sind ebenfalls günstig in der Herstellung.

    Bezüglich Arbeitsplätze wird es in der Industrie sowieso einem Umbruch dank Industrie 4.0 geben. Das Angebotskonstrukt der Automobilhersteller mit Vertragspartner und Werkstätten wird schon lange künstlich hoch gehalten. Das ist ja heute eine der zentralen Einnahmenquellen der Automobilindustrie. Der Primus VW macht heute ja nur noch knapp 350€ pro verkauftem Fahrzeug, aber für einen Passat werden mit unter dann für jeden Haupt- und Zwischenserver, um die Garantieleistungen nicht zu verlieren, schon mal 500€ pro Wartung fällig.

    @Mark Hoffmann:
    Das haben schon so viele "Experten" vorausgesagt. Trump hat gar keinen Einfluss auf die Subventionen, weil die a) von den Bundesstaaten vergeben werden und b) Tesla glücklicher Weise in Kalifornien und Nevada beheimatet ist und die haben bekanntlich eine andere Einstellung bezüglich Umweltschutz bzw. sind tiefstes Demokratenland

  • Wenn man die heute zugelassenen Pkw und Lkw in der gleichen Anzahl elektrifizieren würde, würde sich der Tagesgang des elektrischen Energiebedarfs in soweit ändern, dass der Mindestbedarf von ca. 45 GW auf ca. 60 GW, der Spitzenbedarf von ca. 80 GW auf ca. 140 GW steigen würde. Ladevorgänge könnten natürlich in die Nacht verlagert werden, jedoch sind alternative Energien nicht so einfach steuerbar. Im Winter kommen in Zukunft noch die elektrischen Heizungen hinzu. Auf jeden Fall bleibt es spannend.

  • imho :
    1. Der chinesische als auch der weltweite Energiemix besteht zu über 80% aus fossilen Energieträgern. Bei verstärkter E-Mobilität würde eben diese unsaubere Energiegewinnung und die größtenteils veralteten Kraftwerke die benötigte elektrische Energie liefern. Der Auspuff wäre also lediglich größer, woanders und unser Klima somit nicht gerettet.
    2. Wo genügend Rohstoffe für all die benötigten Akkus herkommen soll ist fraglich.
    3. Ein großer Vor- und Nachteil der E-Mobilität sind die wesentlich geringeren Wartungskosten. Das Ersparte wird 10-Tausende Arbeitsplätze in Deutschland kosten, so dass weniger es Steuereinnahmen gibt und die Kaufkraft abnimmt.

  • @Werner Schumann
    Weil Sie gerade von Tesla schreiben...ich wette mit Ihnen, dass Tesla bis spätestens Ende 2017 den Konkurs angemeldet hat.
    Trump streicht nämlich sämtliche Subventionen für Tesla und die sog. Erneuerbare Energiewelt (=Abzocker-Subventionsmafia).
    Was meinen Sie wohl, warum Elon Munsk beim Treffen in New York mit Trump und den Silicon Valley IT-Größen nicht mit dabei war.

  • In eieiner Stadt, das arm aber sexy ist, kann es auch nicht anders sein, das Armut und Kriminalität Oberwasser haben.

    Verantwortlich ist dabei die Politik, die substanzlos erscheint.

    Es vergeht kaum noch eine Naxhrichtensendung wo es nicht um Füchtlinge, Terror, überfall, Übergriff, Mord, Totschlag, Vergewaltigung und sexueller Belästigung, Körperverletzung u.a. geht.

    Scheinbar regieren immer mehr Gewalt und Kriminalität anstatt lethargische und unfähige Bürokratiehengste aus den Ministerien.

    Und die Polizei wird auch nicht ernst genommen.

    Ein Staat der auf dem besten Weg ist sich im nächsten Jahrzent zu deklassieren.

    Weiter so, auch das schaffen wir.



  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 
    .

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Ein völlig sinnfreier Artikel eines schlecht bezahlten Pseudo Journalisten ... Stefan Menzel. Hat der keinen Vorgesetzten, der so einen Hirnriss verhindert???

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Ich akzeptiere daß die Preise noch zu hoch sind und daß das die Käufer abhält (neben der mageren Leistungsfähigkeit dieser Autos). Aber weshalb die deutsche Automobilindustrie nicht das kann was Tesla vormacht, begreife ich nicht. Da macht der ADAC einen großen Vergleichstest, aber da ist TESLA nicht dabei, sondern wird nur am Rande erwähnt. Ich behaupte daß die ganze Öl- und Benzinlobby das Ganze anbremst. Denen brechen doch die Umsätze ein wenn plötzlich bezahlbare E-Autos mit Reichweiten wie denen von TESLA auf den Markt kommen. Man darf die politischen Komponenten nie unterschätzen, die wiegt leider viel! Ich kann mich noch gut an das Geschrei der Automobilindustrie erinnern Anfang der 80er Jahre als es um die Einführung bleifreien Benzins ging: Technische Schäden und Unwägbarkeiten, Arbeitsplätze und was weiß ich nicht über was alles diskutiert wurde. Wir haben zu dieser Zeit in Privatfahrzeug in die USA verschifft - in einem riesigen Schiff voll von VW-PKWs, alle mit Motoren ausstattet für bleifreies Benzin was damals in den USA schon Standard war. Fazit: Alles nur Verzögerungstaktik der Auto- Öi- und Bezinlobby um noch Gewinn mitzunehmen bis es nicht mehr anders geht. So sehe ich das auch bei E-Autos. Das muß geändert werden. Schluß mit der Lobbypolitik.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote