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Zukunft der Industrie Fokussierung gegen die Krise

Eigentlich hätte dem Aluminiumhersteller Trimet längst die Luft ausgehen müssen. Doch das Unternehmen behauptet sich in Deutschland. Möglich ist dies durch einen engen Kontakt zu den Abnehmern vor allem aus der Automobilindustrie. Nur die hohen Strompreise in Deutschland machen Trimet große Sorgen.
Die beiden Trimet-Hütten in Hamburg (Foto) und Essen verwenden im Jahr zusammen ein Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Quelle: dpa

Die beiden Trimet-Hütten in Hamburg (Foto) und Essen verwenden im Jahr zusammen ein Prozent des deutschen Stromverbrauchs.

(Foto: dpa)

ESSEN. Eigentlich sollte es eine Firma wie Trimet in Deutschland gar nicht geben. Bei dem im internationalen Vergleich hohen Stromkosten hätte dem Aluminiumhersteller längst die Luft ausgehen müssen. Zu akzeptablen Preisen lässt sich das Leichtmetall in Deutschland einfach nicht mehr produzieren, so die Rechnung von Branchenbeobachtern. Einige Firmen haben bereits ihre Hütten dicht gemacht, derzeit denkt der norwegische Mischkonzern Norsk Hydro über die Schließung seines Werkes in Neuss nach, der größten Produktionsstätte in Deutschland.

Es geht aber auch anders. Und das beweist Trimet-Eigner Heinz-Peter Schlüter seit der Gründung seiner Firma vor 24 Jahren. Angefangen hat Trimet als Handelsgesellschaft; im Laufe der Jahre wandelte sich das Unternehmen aber zum Aluminiumproduzenten. Möglich wurde dies durch den Rückzug der Konkurrenz, deren Werke Schlüter übernahm.

In Deutschland nimmt Trimet mit Standorten in Essen, Hamburg, Gelsenkirchen, Berlin und Ostdeutschland mittlerweile die Spitzenposition ein. Im internationalen Vergleich ist das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von zuletzt 1,1 Mrd. Euro und einer Produktionskapazität von 300 000 Tonnen allerdings ein kleiner Spieler - aber ein sehr fokussierter.

Unternehmensgründer Schlüter betont, dass keine Tonne Standardware sein Haus verlässt. Und das soll sich auch nach dem Führungswechsel nicht ändern. Zum März zog er sich in den Aufsichtsrat zurück und berief Thomas Reuther und Martin Iffert in den Vorstand.

Reuther sitzt nun in der Kantine des Hauptwerks in Essen. Vor sich einen Salat. Zum Essen kommt er aber kaum, da er jeden Mitarbeiter kennt. Er grüßt und hält Schwätzchen. "Die Leute muss man mitnehmen", sagt er zwischen zwei Happen. Die Firmenphilosophie des Gründers Schlüter hat er verinnerlicht. Alle zögen hier an einem Strang.

Für ihn und die anderen Manager bedeutet dies viel Arbeit, denn in jedem Arbeitsschritt steht der Kunde im Mittelpunkt. Will dieser am Abend noch spontan ein Treffen, dann fährt der vierfache Familienvater auch einige hundert Kilometer nach Kassel zu einem Abendessen.

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