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Zukunfts-Pläne Die Milliardenwette der deutschen Autobauer

Die deutschen Autohersteller setzen weiter auf Wachstum und investieren auch in krisengeschüttelten Zeiten hohe Milliardenbeträge. VW befindet sich damit auf dem Weg in Richtung Branchenthron.
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Eine Mercedes B-Klasse (rechts) neben dem Forschungsfahrzeug F125 auf der IAA. Quelle: dapd

Eine Mercedes B-Klasse (rechts) neben dem Forschungsfahrzeug F125 auf der IAA.

(Foto: dapd)

HamburgDie deutschen Autobauer lassen sich von den kursierenden Krisenszenarien nicht abschrecken. Unverdrossen investieren sie in ihre weitere Expansion – und damit die Abwehr aggressiver Konkurrenten wie Hyundai aus Korea. Allein die umsatzstärksten heimischen Autokonzerne Volkswagen und Daimler werden in den nächsten fünf Jahren mehr als 100 Milliarden Euro in neue Fabriken, Modelle und Technologien stecken.

Europas größter Hersteller VW untermauert mit dem finanziellen Engagement seinen Griff nach dem Branchenthron: Der Aufsichtsrat unter Führung von Firmenpatriarch Ferdinand Piëch verabschiedete das „größte Investitionspaket in der Geschichte des Konzerns“, teilte das Unternehmen Freitag mit.

VW investiere „eine Rekordsumme, um sein Ziel zu erreichen, der ökonomisch und ökologisch beste Automobilhersteller der Welt zu werden“, sagte VW–Chef Martin Winterkorn. Der Konzern will von 2012 bis Ende 2016 weltweit 62,4 Milliarden Euro ausgeben.

Dazu kommen für denselben Zeitraum 14 Milliarden Euro für neue Produkte und Werke in China. Dieses Geld stammt aber aus den Kassen der beiden Gemeinschaftsunternehmen, die VW mit staatlichen chinesischen Partnern führt.

„Über die Jahre ist das eine enorme Summe, die VW in die Hand nimmt“, zeigt sich Branchenkenner Stefan Bratzel, Professor an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach, beeindruckt. Allerdings sieht er in dem Engagement auch Risiken. Bratzel: „Es sind Investitionen in die Zukunft als Marktführer. Die Nachfrage muss kommen, damit sie sich rechnen.“

Der Druck, alternative Antriebe zu entwickeln, kostet viel Geld. Der Branchenführer Toyota aus Japan steckt allein im laufenden Geschäftsjahr gut 6,5 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung.

Daimler will aufholen

Ebenfalls expansiv geht Daimler vor. Der Stuttgarter Konzern investiert 2011 und 2012 insgesamt 20 Milliarden Euro. „Daimler hat Nachholbedarf“, sagt Autoexperte Bratzel. „Das Unternehmen hat im Vergleich zu BMW an Dynamik verloren und unternimmt eine große Produkt- und Marktoffensive.“ BMW nennt keine Planzahlen. 2010 investierte das Münchener Unternehmen rund 3,3 Milliarden Euro.

Auf der Automesse IAA in Frankfurt kündigte Daimlers Chef Dieter Zetsche an, bis 2020 „die Nummer eins der Premiumhersteller“ sein zu wollen. Bis 2015 will er zehn neue Modelle auf den Markt bringen und denkt über weitere Werke in Asien oder Nordamerika nach.

Winterkorn kündigte jüngst an, VW wolle bis zum Jahr 2018 die Zahl der Produktionsstätten von derzeit 62 weltweit auf gut 70 erhöhen. Die neuen Standorte sollen in den Schwellenländern liegen. In Europa betreibt VW 40 Werke.

Von den Ausgaben bis 2016 – dem Ende der Ära Winterkorn als Vorstandschef – entfallen gut 50 Milliarden Euro auf Sachinvestitionen. Der Löwenanteil dient dem Ausbau der 13 heimischen Fabriken. „VW wird davon allein rund 28,4 Milliarden Euro in die deutschen Werke investieren“, sagte David McAllister (CDU), der als Ministerpräsident von Großaktionär Niedersachsen im VW-Aufsichtsrat sitzt.

Zu den Sachinvestitionen von Volkswagen kommen 11,6 Milliarden Euro an bilanziell aktivierten Entwicklungskosten und eine Milliarde Euro, die der Konzern vorwiegend für den Einstieg bei Solarparks und Windanlagen veranschlagt. Wie andere Hersteller planen die Niedersachsen, Elektroautos mit eigenem Strom anzubieten.

Deutschlands größter Industriekonzern kam zuletzt auf 127 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Die Investitionsquote soll durchschnittlich rund sechs Prozent betragen.

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