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Zulieferer Bosch plant Serienfertigung stationärer Brennstoffzellensysteme

Der Stiftungskonzern will einen Millionenbetrag in Festoxid-Brennstoffzellen investieren. Davon könnten einige deutsche Standorte profitieren.
07.12.2020 Update: 07.12.2020 - 15:18 Uhr 2 Kommentare
Der Konzern will im Jahr 2024 mit der Serienfertigung von stationären Brennstoffzellensystemen zur Energiegewinnung beginnen. Quelle: Imago
Bosch

Der Konzern will im Jahr 2024 mit der Serienfertigung von stationären Brennstoffzellensystemen zur Energiegewinnung beginnen.

(Foto: Imago)

Gerlingen Der Technologiekonzern Bosch hat angekündigt, im Jahr 2024 mit der Serienfertigung von stationären Brennstoffzellensystemen zur Energiegewinnung beginnen zu wollen. Das Unternehmen aus Gerlingen teilte in diesem Zuge am Montag auch mit, in den kommenden Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in die Marktreife der sogenannten Festoxid-Brennstoffzelle zu investieren.

„Mit stationären Brennstoffzellensystemen baut Bosch ein neues Geschäftsfeld auf, in dem Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Service aus einer Hand kommen“, betonte der zuständige Bosch-Geschäftsführer Christian Fischer.

Diese Hochtemperatur-Brennstoffzelle gilt als ein möglicher Baustein für nachhaltige Energiegewinnung in der Zukunft und kann für eine vernetzte, dezentrale Energieversorgung zum Beispiel von Städten, Fabriken, Rechenzentren oder Ladeparks von Elektro-Fahrzeugen dienen.

Bosch arbeitet bei diesem Projekt seit längerem mit dem britischen börsennotierten Unternehmen Ceres Power zusammen, das die technologische Seite hauptsächlich verantwortet. Der Aktienkurs der Briten stieg am Montag nach der Meldung zum Einstieg in die Serienproduktion um knapp zehn Prozent auf über elf Euro. Die beiden Unternehmen hatten sich bereits im August 2018 zusammengetan. Im Januar hatten die Schwaben ihre Beteiligung an dem britischen Brennstoffzellen-Spezialisten für 90 Millionen Euro von 3,9 Prozent auf rund 18 Prozent aufgestockt.

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Standort erkennen

    Bosch betonte, ein solches Brennstoffzellensystem solle jährlich rund 200 Megawatt Leistung erbringen können. Gelinge das, könnten rund 400.000 Menschen in ihren Haushalten mit Strom versorgt werden, hieß es. Der gesamte Markt für die dezentrale Energieproduktion wird nach Schätzungen von Bosch bis 2030 ein Volumen von 20 Milliarden Euro erreichen.

    Diesel-Standorte könnten zu Wasserstoff-Zentren werden

    Die Produktion für seine Serienfertigung will der Konzern an seinen Standorten in Bamberg, Wernau und Homburg, die Entwicklung in Stuttgart-Feuerbach und Renningen ansiedeln. In Bamberg, Homburg und Feuerbach stellt Bosch heute Diesel-Technologie her. Durch die Transformation zur Elektromobilität ist die Beschäftigung dort stark bedroht.

    Bosch-Chef Volkmar Denner hatte die Ansiedlung der Brennstoffzellen-Fertigung schon im Interview mit dem Handelsblatt vor wenigen Wochen angesprochen. „Meist wird geraten, disruptive Technik auf keinen Fall in derselben Organisation und schon gar nicht am selben Standort anzusiedeln – wegen der drohenden Interessenkonflikte. Wir hingegen nutzen das Know-how der Kollegen für diese Zukunftstechnik.“

    Bosch rechnet mit einem wachsenden Markt in diesem Bereich und beschäftigt hier 250 Mitarbeiter – mehr als doppelt so viele wie noch vor einem Jahr. Im Vergleich zur Gesamt-Mitarbeiterzahl von rund 400.000 ist das allerdings ein sehr kleiner Teil. Das meiste Geld verdient der Konzern weiter mit seiner Autozulieferer-Sparte.

    In einer Brennstoffzelle reagiert ein Brennstoff - meist Wasserstoff - mit Sauerstoff, wodurch elektrische Energie freigesetzt wird. Das Prinzip wird immer wieder auch als möglicher Antrieb der Zukunft für Autos gehandelt, konnte sich bislang vor allem wegen des hohen Preises des Antriebsaggregat aber nicht wirklich durchsetzen. Zudem liegt der Wirkungsgrad bislang nur bei 60 Prozent und damit deutlich unter dem von reinen Batteriefahrzeugen.

    Vorteile fürs Klima hat der Antrieb nur, wenn der Wasserstoff – wie auch der Strom beim Elektroauto – nachhaltig aus regenerativen Quellen erzeugt wird.

    Aber Bosch hat sich zur Brennstoffzellen-Technologie als Antrieb langfristig bekannt – zunächst allerdings für Lkw auf der Langstrecke. Bosch kooperiert hier mit der schwedischen Powercell und liefert die Brennstoffzelle für das US-Nutzfahrzeugprojekt Nikola. Anders als bei Batterie-Lastwagen muss keine sechs bis acht Tonnen schwere Batterie mittransportiert werden. Bosch ist bei seinen Brennstoffzellenprojekten auf fremdes Know-how angewiesen, hat aber Expertise im Ausrollen hocheffizienter Serienproduktion und ein starkes weltweites Vertriebsnetz.

    Mit dpa

    Mehr: Bosch trotzt der Krise: CEO Volkmar Denner stellt Gewinn in Aussicht

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    2 Kommentare zu "Zulieferer: Bosch plant Serienfertigung stationärer Brennstoffzellensysteme"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Allen Unkenrufen und dem ewigen Wirkungsgradgerede zum Trotz wird sich die Brennstoffzelle auch beim PKW durchsetzen.

    • "... wird immer wieder auch als möglicher Antrieb der Zukunft für Autos gehandelt, konnte sich bislang aber nicht wirklich durchsetzen." H2 konnte und kann (wird) sich bei PKW nicht durchsetzen. KOSTEN für E-Fuels: 4,50 Euro/l - vor Steuer!

      Chef des Tankstellen-Bereichs von Shell:
      https://teslamag.de/news/shell-mehr-ladesaeulen-masshalten-wasserstoff-e-fuel-4-50-euro-liter-31505

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