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Zulieferer Für Conti wird der Brexit zum teuren Hin und Her über den Ärmelkanal

Der drittgrößte Autozulieferer der Welt erwirtschaftet nur drei Prozent seiner Erlöse in Großbritannien. Der Brexit trifft ihn dennoch.
23.11.2020 - 16:00 Uhr Kommentieren
Drohende Zollschranken Quelle: dpa
Autozulieferer Continental

Drohende Zollschranken

(Foto: dpa)

Düsseldorf Es bleiben nur noch sechs Wochen. Bis dahin müssen die Verhandlungsführer Großbritanniens und der EU einen Weg finden, wie der Warenverkehr zwischen ihren Ländern künftig geregelt werden soll. Einigen sich die Parteien nicht, drohen hohe Zölle.

Vor allem die Autoindustrie wäre davon betroffen. Der drittgrößte Autozulieferer der Welt, Continental, hat deswegen bereits Vorkehrungen getroffen. Laut Finanzchef Wolfgang Schäfer hat sich das Unternehmen auf alle Brexit-Szenarien vorbereitet. Unter anderem wurden Lieferketten, wo es nötig war, abgesichert. Letztlich geht Conti davon aus, dass es Zölle geben wird.

Insgesamt dürften sich die Auswirkungen auf das Tagesgeschäft des Dax-Konzerns in Grenzen halten. In Großbritannien hat Conti an seinen 16 Standorten keine eigene Produktion. Der Anteil des Großbritannien-Geschäfts am Gesamtumsatz liegt bei gerade einmal drei Prozent.

Conti dürfte damit in der Branche eine Ausnahme sein, was die direkten Folgen des Brexits betrifft. Der europäische Autozuliefererverband Clepa geht in seinem neuesten Geschäftsbarometer davon aus, dass 90 Prozent aller europäischen Zulieferer Risiken durch den Brexit ausgesetzt sind und nur 50 Prozent von ihnen einen Plan haben, um die Risiken zu minimieren.

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    Die geringen eigenen Aktivitäten in Großbritannien schützen Conti zwar vor den direkten Folgen des Brexits. Auf die indirekten Folgen hingegen haben Zulieferer nur wenig Einfluss. Der Automarkt auf der Insel ist für die gesamte Autoindustrie von großer Bedeutung. Denn mit über zwei Millionen Zulassungen im vergangenen Jahr ist Großbritannien nach Deutschland der zweitgrößte Pkw-Markt in Europa.

    Laut dem am Freitag erschienenen Jahresbericht des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) wurden 2019 über 590.000 Neufahrzeuge, die in Deutschland produziert wurden, nach Großbritannien exportiert. Das entspricht 17 Prozent aller exportierten Autos.

    Jeden Tag überqueren 1100 Lkws die Grenze zwischen der EU und Großbritannien mit Waren der Autoindustrie im Wert von knapp 50 Millionen Euro. „Ab 2021 handelt es sich dann um Exporte in einen Drittstaat und nicht mehr um die Ausfuhr in einen Binnenmarkt“, heißt es im Jahresbericht.

    In Großbritannien hat Ford mit über zehn Prozent den größten Marktanteil. Das meistverkaufte Auto ist der Ford Fiesta. Genau hier könnte es dann auch Conti treffen. Denn im Fiesta sind unter anderem Turbolader von Continental verbaut.

    „Gerade im Bereich Automobilbau sind die Volkswirtschaften der EU-Mitgliedstaaten und das Vereinigte Königreich eng miteinander verflochten“, schreiben die Experten im VDA-Jahresbericht. „Viele Zulieferteile aus dem VK werden weiterverarbeitet und danach in andere Länder exportiert.“

    Manchmal überqueren Fahrzeugteile den Ärmelkanal mehrmals, bevor das Fahrzeug fertiggestellt werde. Dieses mehrmalige Hin und Her zwischen der EU und Großbritannien könnte künftig teurer werden. Unternehmen wie Conti werden daher ihre Produktionsabläufe anpassen müssen.

    Mehr: Großbritannien vereinbart Handelsabkommen mit Kanada

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