Zulieferer mit Problemen Leoni fällt mit neuer Prognose bei Anlegern durch

Die Bordnetzsparte des Autozulieferers Leoni kriselt. Nun legt der Bereichsvorstand seinen Posten nieder. Zugleich stellt der Konzern eine neue Jahresprognose auf – doch die Aktionäre sind nicht zufrieden.
Neue Prognose – und bald auch ein neuer Spartenchef? Quelle: dpa
Zulieferer Leoni

Neue Prognose – und bald auch ein neuer Spartenchef?

(Foto: dpa)

MünchenDer Kabelhersteller und Autozulieferer Leoni muss sich einen neuen Chef für seine Bordnetzsparte suchen. Andreas Brand lege sein Amt im Vorstand nieder, teilten die Nürnberger am Montag mit. Bis zur Nachfolgeregelung übernehmen die beiden Vorstände Frank Hiller und Dieter Bellé seine Aufgaben.

Zugleich stellte Leoni nach der folgenreichen Gewinnwarnung von vor drei Wochen eine neue Jahresprognose auf. Demnach soll der Umsatz im laufenden Jahr mindestens 4,4 Milliarden Euro und der Betriebsgewinn mehr als 130 Millionen Euro betragen, hieß es. Die Franken arbeiten weiter an einem Konzept, um ihre zuletzt schlingernde Bordnetzsparte wieder auf einen ertragreichen Wachstumskurs zu führen.

Die Aktie verbilligte sich als MDax-Schlusslicht um bis zu 6,4 Prozent auf 36,12 Euro. „Das sind enttäuschende Aussagen, der Markt hatte beim Ebit rund 160 Millionen Euro erwartet“, sagte ein Händler. Positiv bewertete der Börsianer indes den Abgang des Chefs der Bordnetzsparte. „Die Personalie Andreas Brand zeigt immerhin, dass Leoni den Problembereich nun angeht.“

Diese Zulieferer arbeiten besonders eng mit VW zusammen
Platz 15: Thyssen-Krupp
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Im Geschäftsjahr 2014 erwirtschaftete Thyssen-Krupp durch Geschäfte mit Volkswagen einen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro. Die Summe macht allerdings lediglich 5 Prozent am Gesamtumsatz aus.

Angaben beruhen auf Geschäftsberichte, Unternehmenspräsentationen, Berechnungen und Schätzungen. Quelle: Bloomberg, HRI
Stand: 28. September 2015

Platz 14: Leoni
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Die Leoni AG aus Nürnberg ist als Hersteller von Kabeln und Drähten auf Bordnetz-Systeme spezialisiert. Als Zulieferer für Volkswagen machte das Unternehmen 2014 einen Umsatz von 243 Millionen Euro, das waren 6 Prozent des Gesamtumsatzes.

Platz 13: Rheinmetall
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Auch Rheinmetall erzielt 6 Prozent seines Gesamtumsatzes mit VW, 294 Millionen Euro waren es im Geschäftsjahr 2014.

Platz 12: ZF Friedrichshafen
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Rund 1,5 Milliarden Euro erlöste der Konzern mit den Wolfsburgern, 9 Prozent des Gesamtumsatzes im Geschäftsjahr 2014.

Platz 11: Continental
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Der Dax-Konzern erwirtschaftete durch VW-Aufträge im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von rund 3 Milliarden Euro, die immerhin 9 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachten.

Platz 10: Delphi
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Der US-Zulieferer Delphi Automotive setzte bei Geschäften mit VW 2014 rund 1,2 Milliarden Euro um – 10 Prozent des Gesamtumsatzes.

Platz 9: Elring-Klinger
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Der unter anderem auf Zylinderkopf und Spezialdichtungen spezialisierte Konzern machte durch Geschäfte mit VW absolut den geringsten Umsatz in der Rangliste: lediglich 142 Millionen Euro. Die Summe machte trotzdem 10 Prozent des Gesamtumsatzes im Geschäftsjahr 2014 aus.

Leoni hatte mit einer Gewinnwarnung Mitte Oktober einen Kursrutsch seiner Aktie ausgelöst. Analysten hatten bemängelt, dass das Traditionsunternehmen keine neuen Jahresziele benannt hatte, nachdem es die vorangegangene Ergebnisprognose gekippt hatte. Erst Mitte September hatte Leoni seine Ziele für 2016 wegen des Verkaufs der Hälfte an seinem chinesischen Bordnetz-Werk gesenkt.

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