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Zulieferer ZF-Beteiligung Ibeo erhält einen der größten Lidar-Serienaufträge der Welt

Mit Lidar-Sensoren sollen Autos in Zukunft teilweise autonom fahren. Ein Rekordauftrag könnte die seriennahe Anwendung der Sensoren einläuten.
30.07.2020 - 11:55 Uhr Kommentieren
Bei dem Ibeo-Auftrag soll es sich um einen der weltweit größten Serienfertigungsaufträge handeln, die bislang im Lidar-Bereich abgeschlossen wurden. Quelle: Science Photo Library/Getty Images
Lidar

Bei dem Ibeo-Auftrag soll es sich um einen der weltweit größten Serienfertigungsaufträge handeln, die bislang im Lidar-Bereich abgeschlossen wurden.

(Foto: Science Photo Library/Getty Images)

Düsseldorf Der Hamburger Lidar-Hersteller Ibeo zieht den größten Auftrag in der Firmengeschichte an Land. Der chinesische Autohersteller Great Wall Motor beauftragt das Unternehmen mit der Fertigung von Lidar-Sensoren, die automatisiertes Fahren auf Level 3 ermöglichen sollen. Auf diesem Level ist es beispielsweise möglich, Fahrzeuge über längere Zeit selbstständig auf der Autobahn fahren zu lassen.

Der Lidar-Sensor zählt neben Radar und Kamera für die meisten Experten zu den drei essenziellen Erkennungssystemen autonomer Fahrzeuge. Sie funktionieren ähnlich wie Radare, nur dass statt Funkwellen Laserstrahlen ausgesendet werden.

Zum Auftragsvolumen macht Ibeo keine Angaben. Allerdings soll es sich bei dem Auftrag um einen der weltweit größten Serienfertigungsaufträge handeln, die bislang im Lidar-Bereich abgeschlossen wurden. Great Wall Motor wird die Ibeo-Sensoren in Fahrzeugmodellen einsetzen, die ab 2022 in Serien gehen sollen.

„Für Ibeo ist die Kooperation ein wichtiger Meilenstein, mit dem wir unsere globale Technologieführerschaft im Bereich Lidar weiter ausbauen“, sagt Ibeo-Chef Ulrich Lages. „Wir sind der erste Zulieferer in China überhaupt, der dort mit Lidar-Sensoren ein automatisiertes Fahren auf Level 3 in einem Serienfahrzeug ermöglicht.“

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    Lages hatte das Unternehmen 1998 gegründet. 2016 sicherte sich der Zulieferer ZF 40 Prozent der Anteile von Ibeo. Ein Jahr später hat das Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem französischen Zulieferer Valeo einen Lidar-Sensor entwickelt, den Audi in seine Oberklasse-Fahrzeuge A8, A7 und A6 verbaut hat. Es ist der erste Lidar-Sensor, der in einem Serienfahrzeug eingesetzt wird. Mittlerweile hat Ibeo 450 Mitarbeiter. Der Firmenwert wird auf 200 bis 300 Millionen Euro geschätzt.

    Neue Assistenten

    Der jetzige Auftrag von Great Wall Motor hat Signalwirkung für die Lidar-Branche. Denn er bestätigt einen Trend im Bereich des autonomen Fahrens. Statt Sensoren für die höchste Autonomiestufe zu entwickeln, bei der der menschliche Fahrer überflüssig wird, liegt der Fokus in der Autoindustrie derzeit auf fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen, für die weniger komplexe Lidar-Sensoren benötigt werden.

    Der Vorteil: Die Preise für Sensoren, die Level-3-Funktionen ermöglichen, sind deutlich niedriger und damit serientauglicher. Mit ihnen können Lidar-Hersteller wie Ibeo Geld zeitnah verdienen. Das nämlich ist bei keinem Lidar-Hersteller der Welt der Fall. Bislang ist die Lidar-Technologie noch ein Versprechen.

    Die Branche hatte sich zu lange damit beschäftigt, Sensoren für die höchsten Autonomiestufen zu entwickeln. Die Hürden bei der Entwicklung völlig autonom fahrender Roboterautos jedoch sind höher als ursprünglich gedacht. Für die entsprechend teure Sensorik gibt es daher keine seriennahen Anwendungsgebiete. Mit dem Aufkommen von Level-3-Assistenten ändert sich das.

    Immer mehr Autohersteller wollen in den kommenden Jahren solche Assistenzsysteme einführen. Damit ergeben sich für den Lidar-Bereich völlig neue Wachstumschancen. „Wir gehen davon aus, dass 2022 die ersten Fahrzeuge mit Level 2 plus auf den Markt kommen könnten“, hatte Ibeo-Gesellschafter Mario Brumm dem Handelsblatt im Februar dieses Jahres gesagt. „Ab diesem Level dürfte auch der Absatz von Lidar-Sensoren deutlich steigen.“

    ZF denkt über den Ausstieg nach

    Für den jetzigen Auftrag soll Ibeo nun die Unternehmensberatung Deloitte damit beauftragt haben, nach weiteren Investoren zu suchen, die das Unternehmen beim Ausbau der dafür benötigten Produktionsstätten finanziell unterstützen.

    Der Zulieferer ZF soll dazu offenbar nicht willens sein und ist Reuters zufolge dazu bereit, seinen 40-prozentigen Anteil zu verkaufen. Aus Branchenkreisen jedoch heißt es, dass ZF keinen Komplettausstieg plane. Der Stiftungskonzern glaube weiterhin an die Lidar-Technologie, da abzusehen sei, dass die Nachfrage steigen werde.

    Doch Investitionen in Lidar-Hersteller wie Ibeo rechnen sich bislang noch nicht. Trotz des Auftrags von Great Wall Motor und der zunehmenden Einführung von Level-3-Funktionen schreibt Ibeo der Nachrichtenagentur Reuters zufolge negative Cashflows – und daran dürfte sich Experten zufolge auch in den kommenden drei Jahren nichts ändern.

    Mehr: Viele Lidar-Start-ups stehen vor dem Aus, weil das selbstfahrende Auto auf sich warten lässt. Davon könnten traditionelle Autozulieferer profitieren.

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