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Zusammenarbeit Volkswagen und Ford starten eine kleine Offensive in der Türkei

Die Autokonzerne haben sich auf eine Kooperation bei leichten Nutzfahrzeugen geeinigt. Die Produktionsanlagen sind bereits vorhanden – in der Türkei.
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Der Autohersteller will künftig wohl auch Fahrzeuge in der Türkei bauen. Quelle: dpa
Autotürme der VW-Autostadt

Der Autohersteller will künftig wohl auch Fahrzeuge in der Türkei bauen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der VW-Konzern würde nicht nur mit einer neuen Pkw-Produktion in der Nähe von Izmir sein Engagement in der Türkei deutlich erhöhen. Auch bei leichten Nutzfahrzeugen (Transporter, Pick-ups) zeichnet sich ab, dass der Wolfsburger Autohersteller in naher Zukunft zumindest indirekt mit einer Produktion in der Türkei vertreten sein wird.

Denn Volkswagen und der US-Autokonzern Ford haben sich bei leichten Nutzfahrzeugen auf eine umfassende Kooperation verständigt. Anfang des Jahres hatten beide Unternehmen bekanntgegeben, dass sie künftig gemeinsam Kleinbusse und Pick-up-Modelle produzieren wollen.

Volkswagen braucht bald einen Nachfolger für den Amarok. Mit diesem derzeit noch in Hannover produzierten Pick-up hat der VW-Konzern in den vergangenen Jahren kein Geld verdient. Ein neuer Pick-up wäre das erste Gemeinschaftsmodell der beiden Autokonzerne.

„Wesentlich für die Zukunft von Volkswagen Nutzfahrzeuge ist die Kooperation mit Ford“, sagte vor wenigen Tagen VW-Konzernchef Herbert Diess. Diese Zusammenarbeit bringe dringend benötigte Einspareffekte, da sich Ford und VW künftig Entwicklungs- und Produktionskosten teilten. „Ohne die Kooperation wäre der Amarok-Nachfolger nicht machbar“, betonte Diess.

Zudem soll die Zusammenarbeit auf andere Bereiche ausgedehnt werden. So überlegt Ford, die von Volkswagen entwickelte Plattform für die neue Generation von Elektrofahrzeugen zu übernehmen. Darüber hinaus könnte es auch ein Joint Venture beim autonomen Fahren geben. Die Kooperationsgespräche stünden kurz vor dem Abschluss, so der VW-Chef.

Die Türkei kommt bei Transportern und Kleinbussen („VW Bulli“) ins Spiel. Ford betreibt in einem Joint Venture mit der türkischen Industrieholding Koc in der Nähe von Istanbul groß angelegte Produktionsanlagen für leichte Nutzfahrzeuge. Dort wird unter anderem der bekannte Ford Transit für europäische Kunden gefertigt. Das Joint Venture firmiert unter dem Namen Ford Otosan. Die Jahresproduktion liegt bei etwa 450.000 Fahrzeugen, rund 11.000 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Ford und Koc halten jeweils 41 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen, die restlichen 18 Prozent werden an der Istanbuler Börse gehandelt.

Nach den aktuellen Planungen soll ein Teil der deutschen VW-Transporterproduktion zum türkisch-amerikanischen Joint Venture am Bosporus wandern. Bislang fertigt VW seine Bullis im Transporterwerk Hannover. Dort läuft der Kleinbus bislang in zwei Varianten von den Bändern: als Freizeitfahrzeug in der Pkw-Version („California“) und als echtes Nutzfahrzeug für Handwerker und andere Kleinbetriebe.

Ford und Volkswagen denken nun darüber nach, dass dieser Handwerker-Bulli in die Türkei wandern wird. In der Zukunft könnten sich VW- und Ford-Modell die Karosseriebasis („Plattform“) teilen, was größere Kostensenkungen zur Folge hätte. Volkswagen profitiert zusätzlich von den niedrigeren Löhnen in der Türkei.

In Deutschland verdient ein VW-Werker etwa drei- bis viermal so viel wie sein türkischer Kollege. Eine Jahresproduktion von einigen 10.000 Fahrzeugen könnte so von Hannover in die Nähe von Istanbul verlagert werden. Als Ausgleich will Volkswagen in der niedersächsischen Landeshauptstadt künftig Elektromodelle produzieren.

Ein finaler Beschluss über die Verlagerung der Transporterfertigung ist bislang noch nicht gefallen. Möglicherweise entscheidet der Volkswagen-Aufsichtsrat darüber in seiner Juli-Sitzung.

Der VW-Konzern ist zudem schon heute mit einer komplett eigenen Fertigung in der Türkei vertreten. Die Münchener Lkw-Tochter MAN produziert in der Hauptstadt Ankara Busse. Das Werk hat knapp 3000 Beschäftigte.

2018 hatte der gesamte Volkswagen-Konzern in der Türkei knapp 95.000 Fahrzeuge verkauft. Das waren 40 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Auch VW bekam die schlechte Verfassung der türkischen Volkswirtschaft zu spüren.

Mehr: Volkswagen will unbedingt in einem Billiglohnland expandieren – und wird dafür wohl ein neues Werk in der Türkei errichten.

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