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Autoindustrie Wie Autohersteller mit Einheitsplattformen Milliarden sparen können

Volkswagen, Daimler und BMW beenden den Wildwuchs an Baukästen für Diesel, Benziner und Elektroautos. Ziel ist eine Standardarchitektur für alle Fahrzeuggrößen.
07.05.2021 - 04:00 Uhr Kommentieren
Die Autokonzerne versprechen sich großes Einsparpotenzial durch den Einsatz von Einheitsplattformen. Quelle: Moment/Getty Images
Plattform in der Autoproduktion

Die Autokonzerne versprechen sich großes Einsparpotenzial durch den Einsatz von Einheitsplattformen.

(Foto: Moment/Getty Images)

Düsseldorf Mit identischen Einzelteilen lassen sich gänzlich unterschiedliche Dinge bauen. Dieses Phänomen macht sich neben dem Spielehersteller Lego seit Jahren auch die deutsche Autoindustrie zunutze. Insbesondere Volkswagen hat den Gleichteile-Ansatz perfektioniert. Konzernmarken wie VW, Audi, Skoda oder Seat bedienen sich aus modularen Baukästen für quer oder längs verbaute Motoren.

Nun gehen die Wolfsburger aber noch einen Schritt weiter: Die aktuell vier verschiedenen Pkw-Plattformen sollen schrittweise auf eine einzige Architektur komprimiert werden. „Bis zum Ende dieses Jahrzehnts werden wir den Roll-out der SSP über alle Fahrzeugklassen hinweg vornehmen können“, kündigte VW-Vorstandschef Herbert Diess vor Kurzem an. SSP steht für „Scalable Systems Platform“ (SSP).

Ab 2024 dürften die ersten Autos auf Basis dieser Standardarchitektur vom Band rollen. Ab wann die SSP die letzte und einzige bei VW verwendete Plattform sein wird, hängt vom Auslaufen der Verbrennermodelle ab. Das dürfte irgendwann in den 2030er-Jahren der Fall sein.

Derzeit nutzen die Niedersachsen für ihre Diesel- und Benzinfabrikate (MQB, MLB) ebenso wie für ihre Elektroautos (MEB, PPE) zwei unterschiedliche Systeme – gestaffelt nach Größe und Leistung der Antriebe. Doch für VW-Chef Diess ist diese Differenzierung im Zuge der Stromrevolution „nicht mehr relevant“.

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    MQB und MLB verschwinden von allein. MEB und PPE sollen zu einer Einheitsplattform verschmolzen werden, auf der vom kleinen ID.3 bis zum Porsche-SUV alle Fahrzeuggrößen dargestellt werden können. Diese Standardisierung soll die Entwicklungs- und Produktionskosten um zweistellige Milliardenbeträge senken.

    Auch der Daimler-Konzern verringert die Anzahl seiner Plattformen. Die einst fast zehn Architekturen sollen laut Mercedes-Entwicklungschef Markus Schäfer mittelfristig auf „drei oder vier“ verschlankt werden. Insbesondere die nächsten Generationen der beiden großen Plattformen MRA (Heckantrieb) und MHA (SUV) könnten zu einer Elektroarchitektur verzahnt werden. „Wir sind überzeugt, dass wir die Eigenschaften von SUVs auch mit einem konsolidierten Plattformkonzept darstellen können“, sagte Schäfer.

    Erzrivale BMW nutzt schon jetzt lediglich zwei Architekturen: eine für Kompaktwagen mit Frontantrieb (FAAR) und eine für Allradmodelle sowie reine Hecktriebler (CLAR). Beide Baukästen sind vorrangig für Verbrenner konzipiert, BMW baut darauf aber auch Elektroautos. Wirklich kompromisslose Stromer sind so zwar noch nicht möglich. Das soll sich aber 2025 ändern.

    Dann wollen die Münchener mit einer neuen Cluster-Architektur die Priorisierung bei den Antrieben umdrehen – auf „Electric first“. Jedes Fahrzeug hat dann einen E-Motor. „Die ,Neue Klasse‘ ist für uns der Nukleus, um das Auto von Grund auf neu zu denken“, betonte CEO Oliver Zipse. Auch bei BMW wird damit eine Einheitsplattform denkbar.

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