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Kriminalitätsbekämpfung Dieses Finanzamt jagt Steuerbetrüger mithilfe von Künstlicher Intelligenz

Geldwäscher und Steuerflüchtige verschleiern ihr Tun mit großem Aufwand. Eine Task Force in Kassel legt sich mit ihnen an – und lässt Algorithmen für sich arbeiten.
07.05.2021 - 04:00 Uhr Kommentieren
Kein Land ist so daten- und KI-affin wie Hessen. Quelle: ddp/2011 Markus W. Lambrecht runzelkorn.de
Finanzamt Kassel

Kein Land ist so daten- und KI-affin wie Hessen.

(Foto: ddp/2011 Markus W. Lambrecht runzelkorn.de)

Düsseldorf Für Betrüger, die während der Pandemie Corona-Hilfsgelder erschleichen wollen, ist Hessen kein gutes Umfeld. Anträge werden hier nicht nur von Beamten bearbeitet. Nimmermüde und immer konzentrierte Computerprogramme gleichen die Daten im Antrag mit denen der Steuerbehörde ab. Im Kampf gegen Trickbetrüger setzt Hessen auf Künstliche Intelligenz.

Die Fäden laufen im Finanzamt Kassel II zusammen. Die dort angedockte Forschungsstelle für Künstliche Intelligenz (FSKI) ist führend in Deutschland. Seit drei Jahren kämpft sie gegen Steuerkriminalität und hat unter anderem die mehr als vier Terabyte umfassenden Panama Papers ausgewertet.

Es war eine ohne Computerhilfe schwer vorstellbare Aufgabe – ausgedruckt würden die Daten 300.000 Aktenordner füllen. Nach Angaben von FSKI-Leiter Andreas Bauer sprangen bei der KI-Analyse der Panama Papers gerichtsverwertbare Informationen „zu rund 3000 Offshore-Firmen und etwa 1000 Personen“ heraus.

Kein Land ist so daten- und KI-affin wie Hessen. Rund 50 Computerforensiker und Steuerfahnder arbeiten in dem Kasseler Projekt, entwickeln Algorithmen und bilden gemeinsam mit der Uni Nachwuchs aus. Steuerkriminellen steht damit eine Technologie gegenüber, die rund um die Uhr analysiert und Erkenntnisse gliedert.

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    Rolf Bösinger, der für Steuern zuständige Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, hält die Künstliche Intelligenz für „ein wichtiges Instrument zur Umsetzung von Steuergerechtigkeit“ und behauptet, es werde „zunehmend unmöglich“, sich seinen steuerlichen Pflichten zu entziehen.

    Experten sind nicht überrascht, dass ausgerechnet das Finanzamt digital aufrüstet. „Die Steuerbehörden haben eine große Datenbasis, die sich sehr leicht maschinell durchkämmen und auf bestimmte Muster untersuchen lässt“, erklärt Christiane Wendehorst, die Co-Vorsitzende der deutschen Datenethikkommission.

    Bei der Verfolgung anderer Straftaten sei es viel schwieriger, „überhaupt an ausreichende Daten zu kommen, etwa an hochsensible Aufzeichnungen von Überwachungskameras“.

    Damit Profis die KI nicht austricksen, bleibt der Code der Steuerbeamten gemäß Abgabenordnung geheim. Die Kontrolle der Algorithmen sei vom Staat bislang nicht geregelt, kritisiert die Trierer Juraprofessorin Antje von Ungern.

    Forschungsstellenleiter Bauer betont dagegen, die KI habe nur eine unterstützende Funktion. „Die menschliche Intelligenz ist aktuell durch Computer weder erreich- noch ersetzbar.“

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